Tuesday, 25. january 2011
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/2011
19:02
Nachdem der Tiefpunkt des gestrigen Tages ja das fotografische Verpassen der Schwanzmeisen war, verbrachte ich heute den kompletten Vormittag mit Schulterblicken Richtung Fenster.
Meine Lieblingskollegin war am Ende schon etwas genervt. Und dann wurde ich doch noch für meine Beharrlichkeit belohnt. Sie kamen ungefähr um die gleiche Zeit vorbei wie gestern: die
Schwanzmeisen! Und endlich konnten sämtliche Kolleginnen meine Begeisterung nachempfinden. Jetzt mal echt: Sind die süß? Oder süß?
Ich persönlich finde, die sind knapp zwischen "Oh, mein Gott, sind die süß! Ich glaube, ich werde ohnmächtig!" und Zuckerschock. Schwanzmeisen! Ich befürchte, mich hat's erwischt. Und dabei war das Licht heute so hundsmiserabel, dass mir
nicht mal vernünftige Fotos gelangen, die auch nur annähernd vermitteln können, WIE süüüß die wirklich sind. Vor allem, wenn sie so gucken. Wie winzige Schneeeulen - nur süßer. Waah!
Gegen Mittag gewann ich meine Fassung wieder. Immerhin lag da ja auch noch Arbeit auf dem Schreibtisch. Blöde Arbeit, aber doch irgendwie Arbeit. Und
die wollte erledigt werden. Obwohl sie eigentlich bereits erledigt worden war. Aber eben nicht wirklich. Aber die undankbare Nacharbeit mit Kundenkontakt fiel heute fast leicht. Schwanzmeisen.
Yeah.
Morgen habe ich definitiv wieder die Kamera im Anschlag. Jedenfalls zwischen neun und zehn Uhr. Das einzige, was mir wirklich Kopfzerbrechen bereitet,
ist die Frage, wie man "Schwanzmeisen" wohl ins Englische übersetzt...
"Did not ask for a lot this year
Every single day
Looking for an answer to the words you say" - Adam Green
von MrsFlax
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Monday, 20. december 2010
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17:32
... ist der schönste Vogel nix wert. Das musste ich heute leider feststellen. Nicht, dass mir das nicht eigentlich vorher
bereits klar gewesen wäre, aber jetzt gibt es keinen Zweifel mehr. An meinem ersten Bürotag nach der Urlaubswoche gaben sich die edelsten Singvögel vor dem Fenster ein Stelldichein - und wer
hatte nur das dämliche Knipsenobjektiv an der Kamera? Richtig! Ich. Wirklich blöd. Meisen, Spatzen, Buchfinken und das Rotkehlchen turnten
bereitwillig und fotogen an der Futterstelle herum und mir gelang nicht ein einziges gescheites Foto.
Nach stundenlanger Bildbearbeitung ist das links noch das Beste, das meine Speicherkarte zu bieten hatte. Darauf kann man zumindest schemenhaft ein
Rotkehlchen erkennen. Das blöde Teleobjektiv steckt bereits in meiner Handtasche. Morgen passiert mir das nicht nochmal. Für morgen bin ich fototechnisch adäquat ausgerüstet.
Ansonsten war der Bürotag mal wieder ein klassischer "Aus dem Urlaub zurück"-Tag. All die vielen Dinge, die sich auf meinem Tisch stapelten, waren
selbstverständlich erst freitags kurz vor Feierabend eingegangen und konnten deshalb nicht mehr bearbeitet werden. Bei den "erledigten" Sachen musste nachgebessert werden. Die unerledigten wurden
aufgearbeitet. Und damit war auch bereits der Vormittag ausgefüllt. Hätte ich bei jedem "Oh. Das habe ich übersehen" oder "Ach ja... Sorry..." oder "Freitag..." oder
"Echt?! Ja, dann..." die Augenbrauen hochgezogen, hätte ich jetzt vermutlich den brutalsten Stirnmuskelkater aller Zeiten. Das hab' ich mir allerdings erspart. Irgendwie scheint eine
Erkältung im Anzug zu sein - da brauche ich nicht auch noch sowas...
Witzigerweise war es in Mainz wesentlich winterlicher als zu Hause. Bei meiner Abfahrt im Büro war ich sicher, dass es auf dem Heimweg Probleme geben
würde. Das Gegenteil war der Fall. Nachdem der Mainzer Starkschnee hinter mir lag, wurde es richtig harmlos. Ich hoffe sehr, dass das bis morgen so bleibt und ich nicht wieder zehn Minuten damit
zubringe, mir Zutritt zu meinem Auto zu verschaffen. Heute morgen war auf der Fahrerseite die Tür zu gefroren, obwohl das Schloss sich noch öffnen ließ. Auf der Beifahrerseite, auf die ich
ausweichen wollte, war dann das Schloss eingefroren. Am Ende prügelte ich mit einer PET-Flasche aus dem Kofferraum auf die Fahrertür ein, bis sie sich schließlich öffnen ließ. Aber morgen wird
sicher alles besser - mit dem Teleobjektiv im Handgepäck.
.
von MrsFlax
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Monday, 6. december 2010
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17:34
... Ich muss euch sagen, es weihnachtet
sehr..."
- Theodor Storm
Heute war es wirklich ziemlich weihnachtlich. Weihnachtlich so im Sinne von "In den Herzen wird's warm, Still schweigt Kummer und Harm...". Die
Frau Abteilungsleiterin hatte einen großen Teller Nusseckchen gebacken, die wirklich sehr leker waren. Und eine Kollegin aus der Nachbarabteilung hatte Jedem einen kleinen Nikolaus auf den Tisch
gestellt. Und auch sonst war es sehr friedlich und ruhig. Nur die beiden Worte "Dyalyse" und "Diezöse" aus der linken Ecke brachten meine festliche Stimmung kurz ins Wanken. Ein Nusseckchen
später war aber bereits alles wieder gut.
In Mainz und auch hier und wahrscheinlich auch in vielen anderen Gegenden kommt ja irgendwie der Nikolaus heute. Ich kenne das nur so, dass er am 05.12.
abends auftaucht und die Geschenke (kleine Geschenke wohlgemerkt - Socken, lange Unterhosen, Handschuhe o.ä. und ein paar Süßigkeiten) bringt. Wo sind eigentlich die "Ruten" geblieben? Die gab es
früher immer. Das war dann eine Art Reisigbündel mit Süßkram und Wattebäuschen dran. Weg irgendwie. Wahrscheinlich dem Halloween-Wahn zum Opfer gefallen. Schade.
Der Bauherr holte jedenfalls heute sein Nikolaus-Geschenk an sich selbst in Idstein ab. Am Weihnachtsmarkt-Samstag hatte mein
Lieblings-Haushaltswarengeschäft die drei vom Sommer übrig gebliebenen "Weber"-Grills um 30% reduziert.
Sozusagen "ein Angebot, das er nicht ausschlagen konnte". Da freut man sich schon richtig auf den Startschuss zur Grillsaison 2011. Zeit für gedankliche Vorbereitungen ist ja nun ausreichend
vorhanden. Und ich bekam ein perfektes WMF-Ausbeinmesser. Da kann sich das Wild in den heimischen Wäldern schon mal warm anziehen. Auf Streichelzookompatibilität nehme ich keinerlei Rücksicht.
Und bei Fischen bin ich auch nicht zimperlich. Hah!
"... Und wie ich so strolcht' durch den finsteren Tann,
Da rief's mich mit heller Stimme an:
'Knecht Flaxrecht', rief es, 'alter Gesell,
Hebe die Beine und fütt're mich schnell!' ..."
Und was "rief" mich da an? Keinesfalls das Christkind. Es war etwas deutlich Kleineres. Etwas mit sehr kleinen Füßchen und sehr piesiger Stimme.
Norbert! Er ist wieder da! Max behauptet zwar, dass das irgendein Herbert und keinesfalls mein Norbert vom vergangenen Jahr sei, aber das glaube ich nicht. Nicht, nachdem ich die Spuren im Schnee gesehen habe! So graziös und spielerisch kreuzt nur mein kleiner Norbert den Weg der
bösen Katze, bevor er mit einer zierlichen Piourette zum Vogelhäuschen abdreht. Er muss es sein. Norbert!
von MrsFlax
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Tuesday, 16. november 2010
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22:33
Heute gab es aushäusiges Abendessen, da das alljährliche Vorweihnachtsessen unserer Abteilung angesetzt worden war. Wir begaben
uns zu diesem Behülfe direkt vom Büro aus zum Mainzer Schillerplatz. Das "Proviant-Magazin" (hieß das nicht ewig "Proviantamt"?!) war unser Ziel. Und
es ist wie in jedem Jahr erstaunlich anzusehen, wieviel Essen in einen handelsüblichen Magen passt, wenn die Magenbesitzerin nicht zahlen muss, was sie isst.
Die Kolleginnen, die sich für die Futterabholung am Buffet entschieden hatten, bewegten sich jeweils zweimal zu den Vorspeisen, zu den Hauptgerichten
und zu den Desserts. Ich hatte eine - ausgesprochen leckere - Kalbsbrühe mit Steinpilzravioli als Vorspeise und ein Seelachsfilet auf Gemüserisotto im Anschluss. Danach war für mehr als zwei
Kaffee auch wirklich kein Platz mehr. Das Risotto war sehr köstlich, der Fisch absolut trocken. Also richtig abartig trocken, so seit-Jahren-kein-Wasser-mehr-gesehen-trocken, Feuchtigkeitsgehalt
nahe Styroporplatte.
Aber - wie gesagt - danach ging nichts mehr. Nichts - so wie in "Meaning of life", wenn es soweit ist für das hervorragend "And finally, a wafer
thin mint...". Nebenan wurde beratschlagt, ob nicht doch vielleicht noch die Crème brûlée passen könnte.... Aber wenn, dann mit einer Kugel Vanilleeis, bitte! Gulp...
von MrsFlax
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Monday, 1. november 2010
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17:25
Seit geraumer Zeit schon wundern wir uns darüber, auf welch aussichtsloser Mission sich die Nachbarskatze befindet. Sie
erklettert ständig das Vogelhäuschen, lümmelt sich darauf und fummelt mit den Pfoten in den Öffnungen herum.
Dabei liegt auf der Hand, dass sich die Meisen köstlich über sie amüsieren. Seit heute steht fest: Sie hat es gar nicht auf gefiederte Beute abgesehen.
Beim Wäscheaufhängen fiel mir heute Mittag auf, dass sie ziemlich aufgeregt auf dem Dach des Futterhäuschens herumturnte.
Ich beobachtete sie eine Weile (mit der Kamera) und wurde
schließlich Zeuge der spektakulären Flucht einer Maus, die das Vogelhäuschen überstürzt verließ und am Rasen entlang flitzte, um sich in Richtung unbebaute Wildnis unterhalb unseres Grundstücks
in Sicherheit zu bringen. Eine Maus! Norbert! Er ist zurück! Und die Katze hat ihn nicht erwischt, weil sie zwischenzeitlich beschlossen hatte, mir auf der Terrasse Gesellschaft zu leisten.
Braaaves Kitty-Kätzchen!
Das zweite Comeback des Tages kam deutlich weniger überraschend. Der Herbst ist nun eindeutig zurück. Unser Mandelbäumchen hat in den letzten Tagen
ziemlich rasch die Farbe gewechselt und einiges an Laub abgeworfen. Man kann es nicht mehr ignorieren: Es wird ab jetzt nur noch kälter und fieser werden. Zumindest draußen. Zeit, die letzten Broccoli zu ernten. Ruck-zuck blanchiert und ab mit ihnen ins Gefrierfach.
Nach den restlichen Aufräumarbeiten im Haus und zwei weiteren Maschinen Wäsche stand dann schließlich mein eigenes Comeback auf dem Tagesplan.
Winterpokalstart. Nach einem wahrhaft grausamen Lauf durch die heimische Gemarkung, der sich unter gar keinen Umständen auf mehr als 40 Minuten im Schneckentempo ausbauen ließ, standen zwei
mühsam erkämpfte Pünktchen zu Buche. Das muss besser werden. Luft nach oben ist jedenfalls reichlich vorhanden. Das nur, um meiner wahrhaft unterirdischen Fitness wenigstens irgendetwas Positives
abzugewinnen. Grmpf...
von MrsFlax
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