Am Herd

Sunday, 30. october 2011 7 30 /10 /Okt. /2011 08:57

fetapralinen mit feldsalat und feigeDa sie wirklich recht lecker waren, lege ich jetzt mal noch das Fetapralinen-Rezept nach. Allerdings muss ich ganz ehrlich sagen, dass ich die Weinblattwickelei für überflüssig halte. Den Rest der Fetamasse hatte ich in Ermangelung weiterer Weinblätter zu kleinen Kugeln geformt und in Schnittlauchröllchen gewälzt. Geschmacklich war das fast besser. 

Für die Optik kann man ja mehrere Kugeln herstellen und mit verschiedenfarbigen 'Panaden' versehen. Grün mit Schnittlauch und rot mit den bereits im Rezept verwendeten gerösteten Paprika - natürlich in feinste Stückchen gehackt. Für die dritte Variante vielleicht fein gehackte Pinienkerne. Da findet sich sicher etwas.

Da versuche ich mich bei Gelegenheit nochmals dran. Die gratinierte Feige mit etwas Ziegenfrischkäse, die sich warm aus dem Ofen dazugesellte, passte auch gut zum Feldsalat mit Balsamicoreduktion. Für mehr Farbe vielleicht ein paar in der Pfanne angeschmolzene Cocktailtomaten? We will see.
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Fetapralinen
Zutaten (für sechs Personen):
60 g Pinienkerne
250 g gegrillte, eingelegte Paprika (Glas)
1 Bund Schnittlauch
1 Knoblauchzehe
200 g guter Feta
150 g Frischkäse
Salz, Pfeffer
Zubereitung:
Pinienkerne anrösten, abkühlen lassen und nicht zu fein hacken. Paprika abtropfen lassen, mit Küchenkrepp entölen und in sehr feine Würfelchen schneiden, Schnittlauch in Röllchen. Knoblauch schälen und fein hacken.
Feta und Frischkäse gründlich vermischen, salzen und pfeffern. Restliche Zutaten unterkneten, Kugeln formen, in vorbereiteten Panaden wälzen (s.o.) und bis zum Anrichten im Kühlschrank lagern.
Dazu: Ruccola, Feldsalat, Chutney o.ä.
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Wer unbedingt einwickeln möchte, sollte es vielleicht mit blanchierten Spinat- oder Mangoldblättern versuchen, oder auch mit feinen, blanchierten Zucchinistreifen.      

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Saturday, 29. october 2011 6 29 /10 /Okt. /2011 19:19

zitronenmelisseDer Tag begann mit der Feststellung, dass sämtliche Liköransätze - bis auf den eben erst alkoholisierten Quittenabfall - bereit zur Abfüllung waren. Es ging bereits zeitig ans Werk und am Ende kamen dabei zwei Fläschchen Pflaumenkernlikör (der mit der Blausäure) und fünf Liter Kräuterlikör dabei heraus. Wobei man feststellen muss, dass der Salbeilikör aus Melonensalbei zwar lecker ist, aber - zumindest nach meinem Geschmack - völlig unerwartet vom Zitronenmelisselikör in den Schatten gestellt wird.

Den hatte ich auf die gleiche Art verarbeitet wie den Pfefferminzlikör und er schmeckt wirklich köstlich. Zumindest für einen Kräuterlikör, der ja eigentlich nur aus medizinischen Gründen hergestellt wurde, und dessen Rezept aus der Not eines Zitronenmelisseüberschusses heraus entstanden ist.

Wer hätte gedacht, dass das Zeug derartig wuchern würde? Links oben sieht man es im Kräuterbeet, während die ersten Strahlen der Frühlingssonne die ersten, winzigen Blättchen erwärmen. Harmlos wirkt es, geradezu schüchtern. Damals konnte man noch nicht ahnen, wozu es sich entwickeln würde: zu einer reißenden Bestie, die um jeden Quadratzentimeter Boden kämpfte.

Doch das war nicht das heutige "Problem des Tages". Das bestand nämlich darin, dass ich mir in den Kopf gesetzt hatte "Fetapralinen" nach einem bereits länger beäugten Rezept zu basteln. Als Vorspeise zu einem Feldsalat. Die Fetamasse war schnell hergestellt, sollte aber dann in Weinblätter eingepackt werden. Und genau da tauchte das bereits erwähnte Problem auf. Weinblätter...

Die drei Märkte, die ich aufsuchte, boten jeweils nur gefüllte Weinblätter an. Nebenbei löste ich allerdings ein altes "Problem des Tages": die Beschaffung von Tonka-Bohnen. Da wanderten gleich mal welche in meinen Einkaufswagen. Die nächste Panna cotta wird sich freuen. Beim Türken, der an seinem Antipasti-Stand gefüllte Peperoni, eingelegte Auberginen und allerlei andere Leckereien anbot, stieß ich auf Unverständnis. Wie? Ungefüllt? Wieso denn? Die hier sind doch schon fertig! Am Ende erwarb ich sechs gefüllte Exemplare. Mein Plan: aufwickeln, Füllung entfernen, meine Füllung einwickeln.

Toller Plan! Zu Hause ging es an die Umsetzung. Nicht einfach, aus den empfindlichen Blättern die doofe Reisfüllung herauszupopeln, aber es gelang. Nach dem Abwaschen und Trockentupfen (der türkische Verkäufer hätte sich dabei wahrscheinlich vor Abscheu angesichts meines Tuns übergeben...) wickelte ich das wertvolle Grün um meine Fetafüllung. Wehe, das schmeckt nachher nicht!

Eine Sichtung der Vorräte und mein neues Nahrungsmittelverbrauchsprogramm (Weggeworfen wird nix!) sorgten dafür, dass es heute zu einer seltsamen Speisefolge kommen wird. Den Fetapralinen mit mediterranen Freunden folgt eine Lauch-Zwiebel-Quiche. Egal. Prinzipien gehen schließlich über eine korrekte Speisenfolge. Pah!

Fotos und Rezepte - je nach Zufriedenheitsgrad - gibt es gegebenenfalls morgen. Schönen Abend!

von MrsFlax - veröffentlicht in: Am Herd
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Saturday, 22. october 2011 6 22 /10 /Okt. /2011 13:12

quitten - liköransatzDer Freitag war ganz schön flott vorüber. Da blieb nicht mal Zeit zum Bloggen. Am späten Abend waren dann allerdings auch nur noch fünf fette Quitten übrig. Alle anderen Exemplare befanden sich am Ende - auf unterschiedliche Weisen verarbeitet - in fest verschlossenen Gläsern. Puh! Die letzten Exemplare verschob ich auf Samstag. Das Abendessen wurde wegen Zeitmangels ersatzlos gestrichen. Gemein. Ich weiß.

Heute morgen machte ich mich dann noch ans Quittengelée. Zeit für einen Blick zurück. Was aus den angeschleppten 13 Kilo Früchten wurde: Die Schalen und Kerngehäuse landeten in sieben Litern Wodka und dürfen jetzt in zwei riesigen Gläsern ein Jahr lang auf ihre Weiterverarbeitung warten. Dann gab es Quittenkompott mit Lavendel, Quittenmarmelade bzw. eine 'Marmelada de Marmelo' nach portugiesischem Vorbild, Quittenmus mit Rosmarin und Chili und das Quittengelée mit Zitrone.

Der Liköransatz ruht sich nach folgendem Rezept (Chefkoch: "Quittenlikör für ganz Geduldige") erstmal eine Weile aus, bevor er weiterverarbeitet wird. Die Marmelade entstand etwa nach folgendem Rezept: "Marmelada de Marmelo". Sie ist ziemlich fest, aber das scheint der Sinn der Sache zu sein. Dünne Scheiben davon mit einem Stück Käse - ich bin gespannt. Das Quittenkompott wurde nach dem folgenden Muster gebastelt. Rezepte für Mus und Gelée (ohne Entsafter) lege ich auch mal - berechnet für jeweils ein Kilo Quitten - nach.
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Quittenkompott mit Lavendel
Zutaten:
1 kg Quitten
Saft zweier Zitronen
8 Nelken
1 l Apfelsaft
500 g Zucker
10 Lavendelblüten
Zubereitung:
Quitten "entflaumen", schälen, entkernen, würfeln und mit dem Zitronensaft übergießen. Quittenstücke in einem Topf geben und mit dem Apfelsaft übergießen. Eventuell noch Wasser zugeben. Die Fruchtstücke sollten bedeckt sein. Einkochen, bis die Quitten weich sind.
Nelken, Zucker und Lavendelblüten in etwa einem Liter Wasser zu Sirup einkochen. Quittenstücke noch heiß in Twist-off-Gläser füllen und mit dem ebenfalls heißen Sirup übergießen. Fest verschließen.
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Quittenmus
Zutaten:
1 kg Quitten
50 g Zucker
1 Flasche Weißwein
Rosmarin
Salz
Zitronensaft
Chili
Zubereitung:
Auch hier wieder: Quitten vom lästigen Flaum befreien, schälen, entkernen und würfeln. In einem Sud aus Zucker, Weißwein und Rosmarin weich kochen. Pürierstab rein und fein zerkleinern. Mit Salz, Zitronensaft und Chili abschmecken. Und ab in die Gläser!
Passt gut zu angebratenen Chorizo-Scheiben oder Schinken. Auch auf geröstetem Weißbrot.
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Quittengelée mit Zitrone
Zutaten:
1 kg Quitten
Saft einer Zitrone
1 Pfd Gelierzucker 1:2
Zubereitung:
Das gleiche Spiel nochmal: Quitten entflaumen, schälen, entkernen und würfeln. In einem Topf mit Wasser (bis Oberkante Quittenwürfel) weich kochen. Alles durch ein feines Sieb drücken. Anschließend nochmals durch ein Tuch oder ein Stück Küchenrolle filtern, sodass nur der reine Saft übrig bleibt.
Mit Zitronensaft und Gelierzucker aufkochen und noch heiß in Gläser füllen. Fest verschließen.
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Ich habe jetzt zwei Blasen am rechten Zeigefinger und bin froh, dass die flauschigen, ungestalten Dinger aus der Küche verschwunden sind. So lecker sie am Ende auch schmecken mögen - ihre Verarbeitung ist extrem nervend. Auch wenn sie mit Abstand betrachtet wirklich sympathisch sind. Optisch sind sie irgendwie wie Früchte aus einer anderen Zeit. Die Dinosaurier unter den heimischen Obstsorten sozusagen. Als ob selbst die Evolution sie konsequent ignoriert hätte. Hätte ich im übrigen auch besser getan, wenn es nach dem Bauherren gegangen wäre.

Als ich ihm eben meine Quittenkollektion vorführte, meinte er süffisant: "Na, dann kann ja der Dritte Weltkrieg jetzt kommen. Wir können uns monatelang von Quitten ernähren. Quittengeschnetzeltes, Quittengulasch, Quittenknödel, Quittenbrot..." Irgendwann - das weiß ich ganz genau - wird er mir dankbar sein. Ich werde ihm dann in Zeiten größter Not mit Hilfe eines Quittenlikörs, ein paar schwarzer Nüsse und einem generösen Lächeln das Leben retten. Grrrr...

Apropos 'Leben retten': Was ist eigentlich plötzlich mit Hugo los? Er verkriecht sich neuerdings in ein Abflussrohr und beginnt bei der Erwähnung des Wortes "Krankenwagen" zu zittern und zu weinen. Es scheint ihm wirklich schlecht zu gehen und ich habe keine Ahnung, wie ich ihm helfen kann. Ich glaube, ich stricke ihm zum Trost eine tolle Phantasieuniform mit Mützchen für den Winter.

Vorher bekommt aber erstmal der Bauherr ein schönes Abendessen. Das Schnitzelschwein köchelt seit knapp zwei Stunden vor sich hin, der Knödelteig wird gleich zubereitet, und als Vorspeise plane ich etwas, in das man unauffällig ein kleines Quittenprodukt integrieren kann.

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Thursday, 20. october 2011 4 20 /10 /Okt. /2011 19:37

quitten - materialAls ich heute morgen an meinen Schreibtisch trat, war mir schlagartig klar, dass ich bei meiner Heimkehr die Geduld des Bauherrn und unsere Ehe auf eine harte Probe stellen würde. Da standen zwei Eimer Quitten! Ein Geschenk meiner Lieblingskollegin. Nett... Verdammt...

Der Tag musste im Fiasko enden. Das war bereits zu diesem Zeitpunkt klar. Ich checkte gleich mal, ob Max' Heimflug bereits gecancelled worden war. Nö. Sah noch gut aus. Ruhig, Brauner!

Ich ignorierte die Quitten erstmal. Quitten. Nix da. Eine Stunde später erwischte ich mich dabei, im weltweiten Netz nach Rezepten zu suchen. Ich Schwein! Da stand fest: Die Beute musste nach Hause geschleppt werden.

Und dort begann dann die Schinderei. Mittlerweile sind fünf Kilo Quitten in Gläsern verstaut. Etwa zwei Liter Sud warten darauf, zu Gelée verarbeitet zu werden. Und die verbliebenen acht Kilo sind morgen fällig. Am Ende sollten dabei Likör, Gelée, Kompott und Mus herauskommen. Rezepte folgen.

Max landete am Ende sogar mit zehn Minuten Verfrühung in Hahn, erreichte den Shuttle-Bus nach Mainz und muss gleich eingesammelt werden. Das ganze Haus riecht nach Quitten. Und ich beende das jetzt mal, ohne über die urwüchsige Schönheit der Quitte an sich zu philosophieren. Ich mag sie. Morgen mehr.   

von MrsFlax - veröffentlicht in: Am Herd
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Tuesday, 18. october 2011 2 18 /10 /Okt. /2011 21:39

33 - Grünliches 7658... Forgiveness is the attribute of the strong." - Mahatma Gandhi

Das dachte ich mir heute auch, als mich ein Murmeltiertag-Moment eiskalt erwischte. Wir erinnern uns an diesen Tag: "Makulma Gunalki" Beim erneuten Erfassen des gleichen Straftatbestands (es handelt sich übrigens eine Straße in Zagreb, die 'Mathama Gandhija') - nur das diesmal statt 'Makulma Gunalki' da 'Dakotna Ganalhi'. Und da soll man noch an friedliche Koexistenz glauben. Ja, wie denn?!

Der Rest des Arbeitstages war so lang wie ermüdend. Aber irgendwann war auch er zu Ende. Und um die Tage bis zu Max' Rückkehr zu nutzen, hatte ich beschlossen, an jedem Tag bis dahin etwas zu kochen, das er hasst. Das verringert sein Leiden natürlich anschließend extrem. Für heute hatte ich Pfifferlinge eingeplant.

Und nachdem die eigentlich seit zwei Wochen ständig überall herumliegen, wo ich einkaufe, war ich der Meinung, dass ich mich eigentlich nur nach einem leckeren Rezept umsehen müsse. Weit gefehlt! Das Rezept war flott gefunden, aber es gab plötzlich keine Pfifferlinge mehr. Seltsam...

Am Ende erwarb ich in meiner Verzweiflung ein Pfund braune Bio-Champignons, um nicht mit leeren Händen am Herd zu stehen. Geplant war eigentlich ein Frank-Rosin-Rezept aus "essen&trinken". Ich bin eigentlich kein Rosin-Fan, aber das Video aus 2006 hat mich dann überzeugt. Lustisch! Und ich revidiere alles, was ich jemals Fieses über ihn gedacht habe. Die Spinatknödel waren absolut köstlich und werden sicher in mein Standardrepertoire eingehen. Wirklich sehr, sehr lecker. Hier mein leicht abgewandeltes Rezept:
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Spinatknödel
Zutaten:
2 altbackene Brötchen
150 ml lauwarme Milch
150 g junger Spinat
Salz
2 Schalotten
50 g Butter
Muskat
150 g Ricotta
1 EL gehackte glatte Petersilie
1 EL gehackter Kerbel
100 g Bergkäse
1 Ei
1 Eigelb
Paniermehl nach Gefühl
Zubereitung:
Brötchen fein würfeln und mit lauwarmer Milch übergießen. Spinat putzen, waschen, blanchieren, abschrecken und abtropfen lassen. Anscließend mit den Händern fest ausdrücken und fein hacken. Schalotten sehr fein würfeln und in der Butter glasig dünsten. Spinat zugeben, kurz durchschwenken, mit Salz und Muskat abschmecken. Ricotta ausdrücken, Kräuter fein hacken. Alle Zutaten mit Ei, Eigelb und Paniermehl (Menge nach Bedarf) verkneten. Zugedeckt etwas 30 Minuten durchziehen lassen.
Anschließend zu Knödeln formen und in siedendes Salzwasser geben. Zehn Minuten bei reduzierter Hitze ziehen lassen.
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Die Rote Beete ließ ich weg, aus dem Pfifferlingsragout wurde ein Champignonragout, dem ich zusätzlich - angesichts des etwas 'harmloseren' Eigengeschmacks der Champignons - ein paar Schinkelwürfel gönnte. Damit war das Ganze ein komplettes Abendessen. Wenn man denn Pilze mag. Ich werde bei Gelegenheit eine Wiederholung mit Pfifferlingen anberaumen. Am besten wochenends, wenn Maxulma Ganalhi, der Pilzhasser, nicht darunter leiden muss.

"I think it qould be a good idea." - Mahatma Gandhi   

von MrsFlax - veröffentlicht in: Am Herd
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