Lieber Dr. Michael Rützler,

Was hast du eigentlich angestellt, dass in den letzten beiden Tagen ungewöhnlich viele Google-Suchanfragen zu deinem Namen Menschen auf mein Blog gelotst haben? Warst du etwa böse?
Die Klicks kamen alle zu einem alten Artikel („Little Shop of Horrors“), in dem dein Name in Bezug auf meine Beobachtungen hinsichtlich verschiedener Gartenkataloge im allgemeinen und der Wu-Wei-Zi-Beere im besonderen erwähnt wurde. Das hat mich natürlich neugierig gemacht.
Die Google-Suche nach „Dr. Michael Rützler“ bringt genau zwei Seiten mit Treffern. Ziemlich wenig für einen „Internisten aus Cambridge“, oder meinst du nicht? Über welches Thema hast du promoviert? Etwa die Wu-Wei-Zi-Beere? Oder vielleicht doch eher gar nicht, du Schelm?
Wieso bist du laut dem hier bereits zitierten „Gong“-Artikel „Internist aus Cambridge“ und gleichzeitig bei „Long Life – Länger Leben“ ‚Organisator und Kontrolleur eines wechselnden Beratungsteams aus diversen freien Ärzten‘? Hat dich der Job in Cambridge gelangweilt? Oder irgendwie nicht mehr erfüllt? War da eine tiefe innere Leere in dir? Gibt es dagegen nicht ein schwachsinniges und völlig überteuertes Produkt, das man über „Sinclair Distribution“ beziehen kann?
Und jetzt? Den tollen Job in Cambridge aufgegeben, um medizinische Kundenfragen „meist aus Irland“ zu beantworten? Ja, bist du denn irre?!
Am Rande bemerkt gefällt mir deine Kollegin Dr. Silvia Reinhold (in dem „Gong“-Artikel bereits als „Wissenschaftlerin aus Amerika“ angepriesen) kein bißchen. Sieht aus wie Mireille Mathieu im Domina-Studio. Schlägt sie dich? Kennt ihr euch schon lange? Immerhin habt ihr beide Wu-Wei-Zi-Beeren-Experimente an euren Patienten vorgenommen. Da kennt man sich doch – in der Wu-Wei-Zi-Szene!
Egal! Jedenfalls habe ich mir Gedanken über deinen Job bei „Long Life – Länger Leben“ gemacht. Ich finde das nicht gut, weil ich der Meinung bin, dass du dich unter deinen Fähigkeiten verkaufst. Was machst du denn da schon Tolles? Angeblich leitest du also jetzt ein „wechselndes Beraterteam aus freien Ärzten“. Aha… Mmmmhhhh… „Freie Ärzte“. Ist das sowas wie „freie Journalisten“? Transplantieren die heute im „Chicago Hope“ eine Niere, um morgen „Dr. House“ bei der Diagnose zu assistieren? Oder wie muss ich mir das vorstellen?
Merkwürdig überhaupt, dass es ein Ärzteteam für Telefonanfragen gibt, wo eure Kunden doch gleich auf der Seite mit deinem Foto erfahren müssen:
Das Büro in Salzburg kann aus rechtlichen Gründen (Beratungsgesetz) keine medizinischen Fragen beantworten, daher alle Fragen bitte nur schriftlich stellen“. Häh?! Wie jetzt?!
Und was ist das für ein seltsames Unternehmen, dessen Firmensitz in Salzburg ist, während die Mitarbeiter in Irland ans Telefon gehen? Die Zahlungen gehen jedenfalls allesamt nach Luxemburg. Kommt dir das nicht merkwürdig vor, lieber Michael? Ich glaube fast, es war tatsächlich keine gute Idee, den Internisten-Job in Cambridge an den Nagel zu hängen. Denk‘ mal drüber nach!
Deine MrsFlax

So. nun zu den ernsten Dingen des Lebens: Eigenleistungen.
In seiner letzten Mail schrieb der Wolfinator „Schönes Wochenende – oder planen Sie Eigenleistungen?“ Ich las „… oder planen Sie Entgleisungen?“ Das sagt ja wohl alles. Das Haus schafft mich! Und: Ja. Auch heute standen wieder „Entgleisungen“ auf dem Plan. Nach meinen Grundierungsarbeiten von gestern konnten wir heute frohgemut mit Kalkfarbe vorstreichen. Was wir auch taten. Der Luftraum, der obere Flur, das Treppenhaus, Max‘ Zimmer, das Esszimmer und die Küche sind „geweißelt“.
Morgen stehen die Überführung von des Bauherrn Habseligkeiten und das Verputzen des Luftraums und des Treppenhauses an, damit Lubor am Montag seine Podeste wieder abbasteln und die Löcher verspachteln kann.
Das wird also wieder ein echter Knochenjob. Wie gerne wäre man da ein Internist aus Cambridge statt Kisten zu schleppen. Heute habe ich übrigens Habermas ins Haus getragen. Er war gar nicht in der Kiste, die den Sturz verursacht hat. Ich entschuldige mich in aller Form! Sorry, Jürgen…

2 Kommentare

  1. Herr Dr.Michael Rützler macht nun auch noch Werbung für ein Buch, welches ein Heilpraktiker herausgegeben hat! Er verkauft es zu einem Sonderpreis: statt 23,90 für 19,90€. Das Buch heißt „entgiften
    statt vergiften“ und gibt es nicht im Buchhandel. Statt Cambridge werden Bücher verkauft.
    Sollten wir den Armen nicht unterstützen?
    Aber woher hat er denn unsere Adresse? Das wäre eigentlich das Wichtigste!

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