Abgemeldet

So. Seit heute bin ich nun kein bißchen Mainzerin mehr. Ein wenig Wehmut war schon dabei, als ich die Abmeldung beim Bürgerservice unterschrieben habe. Nach 22 Jahren zu gehen fiel nicht so leicht, war aber ja jetzt im Prinzip nur ein bürokratischer Akt. Tschüss, moi goldisch Meenz am Rhoi!
Und wo ich schon mal mit Behördengängen beschäftigt war, machte ich gleich weiter. Wichtige Briefe wollten zur Post gebracht werden und eine neue Feinstaubplakette musste her. Herrn Flax war nämlich unlängst aufgefallen, dass das Kennzeichen auf der alten ja nun mit dem auf dem neuen Nummernschild nicht mehr übereinstimmt.
Der Briefkastengang verlief unproblematisch, beim TÜV wurde es lustisch. Auf meine unbedarfte Nachfrage, ob ich denn nun wegen des Kennzeichenwechsels eine neue Plakette benötigen würde, erhielt ich folgende Antwort: „Das kimmt druff an, Fräuleinche. Wenn Sie nur doh in Meenz un Wissbade erumfahre wolle, dann net. Wenn Sie aber noh Frankfurt wolle, dann brauche Sie e neues Plakettche.“ Damit war das dann geklärt. Möglicherweise will man ja auch mal nach Frankfurt. Oder zum Baseball nach Mannheim. Oder so…
Ich begab mich also – wie mir geheißen – zu dem Herrn an der Kasse, um schon wieder EUR 5,50 für so ein blödes Ding zu bezahlen. Die Ausgabe lohnte sich. Es wurde sehr unterhaltsam. Ich geriet nämlich genau in die TÜV-Prüfung des Wagens zweier älterer Damen, die sich das Fahrzeug offensichtlich teilten. Zumindest entnahm ich das ihrem aufgeregt-flügelschlagenden Gebahren, mit dem sie ihr Schätzchen umkreisten.
Der TÜV-Mann war recht nervenstark. Auch noch, als ihm die beiden Damen entsetzt über den Rechnungsbetrag mitteilten, dass das aber vor 60 Jahren deutlich günstiger gewesen sei. Anschließend fuhr er ihnen noch das Auto aus der Halle, obwohl sie der Meinung waren, das eigentlich allein zu schaffen. Währenddessen wurde heftigst über Preissteigerungen im allgemeinen und die Unverschämtheit von Politikerinnen, die sich im Spanienurlaub Dienstwagen klauen lassen, im besonderen diskutiert. Fazit war, dass das alles so nicht weiterginge und früher ohnehin alles besser war.
Der TÜV-Mann winkte ihnen zum Abschied und meinte nur: „Wenn ich dess schon hör’… 60 Jahr‘ Auto fahren… Und dann jammern… Da wo die hiewolle, fährt och de Stadtbus hie… 10.000 Kilometer in fünf Jahr’… Do muss ich lache…“ Anschließend verkaufte er mir noch die Plakette und gab mir gute Tipps zur Entfernung der alten. Teste ich morgen. Danke!
Da ich gerade in der Nähe meines Stammfriseurs war, dachte ich, ich könne gleich mal noch einen Termin vereinbaren. Einen Termin, der wirklich längst überfällig gewesen wäre. Übermorgen darf ich zur Verschönerung erscheinen. Vielleicht ist doch noch nicht alles verloren.
Zu Hause wurden noch zwei Maschinen Wäsche gewaschen und diverser Kleinkram erledigt. Als der Bauherr erschien, machten wir uns an die Bestückung der Wohnwand. Mir blutete das Herzchen, als ich ein Stück Rückwand heraussägen musste, um die Kabel für die Stereoanlage zu verlegen. Die Alternative wäre gewesen, die ganze Anlage außerhalb des Schranks zu platzieren. Keine echte Alternative. Anschließend wurden Schallplatten eingeräumt. Und dann noch DVDs. Meine CDs hat sich momentan alle Max unter den Nagel gerissen.
Immerhin kam ich bei der heutigen Fahrt endlich auch dazu, ein paar Fotos von meiner nun täglichen Fahrstrecke zu machen. Das wollte ich schon die ganze Zeit über mal tun. Meine Lieblingsstelle sieht man oben. Die hier ist auch nicht schlecht. Davon gibt es bei Gelegenheit mal mehr.
Morgen erwarten wir erstmal unseren Herrn Bauleiter. Natürlich nur, falls der Bauherr das mit dem Termin nicht mal wieder „falsch verstanden“ hat… 

6 Kommentare

    1. bald gibt es terrasse – hoffen wir zumindest. und die outdoor-möbel-preise befinden sich gerade im freien fall 😀
      danke für den link, aber bei näherem hinschauen scheint das nicht ganz unsere preisklasse zu sein. kostet am ende ja mehr als die terrasse 😀

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