„Schönen Urlaub!“

Das waren die letzten Worte, die ich heute beim Verlassen des Büros hörte, und sie gefielen mir ausgesprochen gut. Vier freie Tage liegen vor mir. Wenn das mal keine guten Aussichten sind!
In der Mittagspause wurden bereits die wichtigsten Zutaten für die Wehnachtsbäckerei eingekauft. Um bereits im Vorfeld dem schlechten Hüftgewissen entgegenzuwirken, ging es aus dem Büro gleich in den Volkspark zu einem Heike-Läufchen. Wieder drei Punkte. Geht doch!
Das Auspacken der Plätzchenzutaten in der heimischen Küche motivierte mich dann derartig, dass ich beschloss, heute schon zu starten. Mit  einem gar köstlichen Honigkuchen.
Das Rezept brachte vor etlichen Jahren eine Freundin der Bauherrinnenmutter – ihres Zeichens die beste mir bekannte Bäckerin und Köchin – aus Israel mit. Fortan gab es eben diesen Honigkuchen Jahr für Jahr in der Advents- und Weihnachtszeit.
Ich schäme mich ehrlich etwas zu erwähnen, dass wir ihn zeitweise mit Butterscheiben (!) belegt gegessen haen. Falls ich damit wieder anfangen sollte, ist davon auszugehen, dass ich anschließend alle Punkterekorde im Winterpokal brechen werde. Allein schon aus der Panik heraus, deren kleine, aber durchdringende Stimme mir permanent „Zehn Minuten im Mund – zehn Jahre auf den Hüften!!!“ zuruft.
Das Honigkuchenrezept fiel mir jedenfalls letzthin unverhofft bei der Suche nach Plätzchenrezepten in die Hände, und die Zutaten landeten gleich mit auf der Shoppingliste. Darunter auch ein Tütchen Natron in seit Jahrzehnten unverändertem Design. So etwas begeistert mich immer wieder. Wenn er nicht so widerlich schmecken würde (zumindest für meinen Geschmack…), gäbe es wegen des Packungsdesigns hier ausschließlich Linde-Kaffee.
Und während der Honigkuchen im Ofen vor sich hin schmurgelt und hoffentlich ordnungsgemäß aufgeht, verrate ich hier das Traditionsrezept:
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Honigkuchen
Zutaten:
2 Eier
200 ml Honig
10 EL Zucker
200 ml Sprudelwasser
6 cl Cognac
1 – 2 TL Natron
1 P. Trockenhefe o. 1/2 Würfel Frischhefe
100 ml Öl
1 1/2 TL gemahlene Nelken
2 P. Vanillzucker
1 1/2 TL Zimt
500 g Mehl
Zubereitung: Eier, Honig, Zucker, Sprudelwasser, Cognac, Natron und Hefe nacheinander zugeben und gründlich verrühren. Restliche Zutaten unterrühren. Zuletzt gesiebtes Mehl unterheben.
In einer gefetteten und gemehlten Kastenform bei 180 – 190° C etwa 60 Minuten (eher etwas länger) abbacken.
Der Teig muss nach Zugabe aller Zutaten von der Konsistenz her wie Biskuit sein. Gegebenenfalls etwas mehr Mehl beifügen.
In Frischhalte- oder Alufolie eingewickelt hält sich der fertige Kuchen übrigens recht lange – und wird mit der Zeit nicht schlechter. Eher im Gegenteil.
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Ein Foto des fertigen Kuchens lege ich morgen nach, wenn er abgekühlt und aufgeschnitten ist. Allein der Geruch, der hier gerade aus Richtung Küche durchs Haus zieht, ist köstlich. Und sehr, sehr weihnachtlich.
Mjam!
Bei der Gelegenheit habe ich gleich mal eine neue Kategorie angelegt: „Am Herd“ heißt die neue Heimat für Rezepte aller Art.

Nachtrag: das versprochene Foto.

6 Kommentare

  1. Oh Prima!
    Neue Kategorie heißt, sinkende Gefahr von Blog-Ende nur weil Bau-Ende.
    🙂
    UND das Rezept klingt toll. Leider müßte ich den wohl ganz alleine essen, da der Meinige nicht so süß ist und schon gar nicht mit Honig… ich hingegen habe zur Zeit 6 Honigsorten im Haus und
    musste der 7. gestern stark wiederstehen.
    Honigkuchen also. Und dazu Harry Rowohlt hören… guter Plan fürs Wochenenende! Danke!

    1. bitte sehr. da bin ich aber mal gespannt, ob du den honigkuchen allein essen musst. der ist unbedingt nicht das, was man unter „unerträglich süß“ einstufen würde. der bauherr war auch eher
      anti-honigkuchen eingestellt und fand ihn dann doch lecker.
      gutes gelingen – und ein angenehmes wochenende. klingt gut =)

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