Sonnenaufgang im Schnee

skmo03Und schon wieder hat es über Nacht geschneit. Und das nicht zu knapp. Bis auf weiteres scheinen unsere Pflasterarbeiten sich erstmal erledigt zu haben. Zur Verdeutlichung: Gestern sahen die Stellplätze so aus. Heute sieht man nichts mehr als das hier – schemenhafte, schneebedeckte Palettenumrisse. Es ist zum Heulen.
Um mich vom weißen Elend abzulenken, begab ich mich an die Herstellung eines sonnigen Desserts für heute und morgen. Bei dem miesen Wetter braucht der Körper dringend Vitamin C. Was läge da näher, als zum Spass auf grausamste Weise ein paar Orangen zu filetieren?
Der Nachtisch ist praktisch aus medizinischer Sicht ein Muss, will heißen: wichtige Vitamine und Stressabbau – was will man mehr?! Verstößt natürlich auch keinesfalls gegen die Regeln der Fastenzeit. Nein, nein…
Das bißchen Schoki muss ja schließlich auch sein, da Vitamin C bekanntlich die Fettverbrennung fördert – und da ist es ja sozusagen eine moralische Verpflichtung, seine Bemühungen nicht ins Leere laufen zu lassen, sondern ihm auch etwas zum Verbrennen anzubieten.
Genug der faulen Ausreden! Hier das Rezept (die Mousse ist mal wieder eine Lafer-Kreation aus dem österlichen Lindt-Magazin „
Chocoladen Seiten“ – allerdings nicht mit Heidelbeersoße wie im Originalrezept, sondern eben mit den bereits ausgiebig erwähnten Orangen):
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Luftige Mousse auf Orangenfilets
Zutaten:
4 Orangen
200 g Vollmilch-Schokolade
2 TL wasserlösliches Espresso- bzw. Mokkapulver
150 ml Milch
4 Eier
1 Prise Salz
75 g Zucker
3 Blatt Gelatine
150 ml Sahne
Zubereitung:
Orangen filetieren, Filets in geschlossenem Schüsselchen beiseite stellen.
Schokolade hacken und in einer Schüssel über einem heißen Wasserbad schmelzen. Kaffeepulver mit der Milch in einen kleinen Topf geben, aufkochen, dann vom Herd nehmen und zehn Minuten ziehen lassen.
Eier trennen. Eiweiße mit einer Prise Salz zu steifem Schnee schlagen. Dabei langsam den Zucker einrieseln lassen. Gelatine fünf Minuten in kaltem Wasser einweichen. Mokkamilch mit den Eigelben in einer Schüssel verrühren und über heißem Wasserbad zu dickflüssig-crèmiger Konsistenz aufschlagen. Gelatine ausdrücken und darin auflösen. Flüssige Schokolade unterrühren.
Sahne steif schlagen und unter die Schokoladencrème heben. Danach den Eischnee unterheben. Mousse in eine Schüssel umfüllen und zugedeckt für etwa sechs Stunden in den Kühlschrank stellen.
Vor dem Servieren Orangenfilets fächerförmig auf Kuchenteller legenMit einem in heißes Wasser getauchten Löffel Nocken aus der Mousse stechen und auf den Orangen anrichten.
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Ich habe Vollmilch-Schokolade genommen, werde es aber bei Gelegenheit einmal mit Zartbitter probieren, da ich mir das auch etwas herber gut vorstellen kann. Espressopulver hatte ich nicht im Haus. Stattdessen habe ich drei Teelöffel löslichen Kaffee genommen. Sollte keinen großen Unterschied machen. Zudem wurde bei uns bereits nach ca. drei Stunden der erste Löffel in der Mousse versenkt. Danke, niedrige Außentemperaturen!
Das Rezept geht mengenmäßig von sechs Personen aus. Ich denke aber, dass das durchaus auch für acht Personen ausreichend sein sollte. Meistens sitzt man ja eher nicht ausgehungert vor dem Dessertteller, sondern hat im Vorfeld bereits etwas zu sich genommen.
Bei uns waren das heute zwei Welsfilets, die zur Feier des Tages aus dem ewigen Eis des Gefrierschranks befreit und mit einer Erdnusskruste versehen auf Rahmwirsing angerichtet wurden. Sehr lecker – und unkompliziert. Die Herstellung des Nachtischs war da deutlich zeitaufwendiger und vor allem spülintensiver.
Heute im Laufe des Abends werde ich einen zweiten Versuch mit einer Knabberei aus Blätterteig wagen. Die gestrige Variante (auf dem Foto noch im Ofen) mit gefüllten grünen Oliven hat mich nicht ganz überzeugt. Durch die Farbe der Oliven wirken die Stangen zwar relativ spektakulär, aber ausgebacken sind sie durch den relativ großen Durchmesser der Füllung doch wenig dezent in ihren endgültigen Ausmaßen. Die Anchovi-Variante hat da deutlich mehr überzeugt.
Nachher gibt es nochmals „Sardellenkräcker“, wie die Dinger im Originalrezept aus Michel Roux‚ Kochbuch „Nur das Beste“ heißen (die Olivenvariante ist aus „Ofenfrisch“). Zwei weitere Abwandlungen werde ich mit halbgetrockneten Tomaten und schwarzen Oliven ausprobieren. Die plane ich aber in Streifen zu schneiden, besser: Spiralen. Mal sehen. Bericht folgt.  

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