„Tell me why…

30 - Blumiges 4075b… I don’t like Mondays
Tell me why?
I don’t like Mondays
Tell me why?
I don’t like Mondays
I wanna shoot
the whole day down down down shoot it all down…“
– The Boomtown Rats

Wieder so ein verschwendeter Tag, an dem man die ganze Zeit über nur auf die Uhr schaut und darauf wartet, dass er endlich vorbei sein wird. Traurig eigentlich. Da muss man sich wirklich nicht fragen, wieso die Zeit mit den Jahren immer schneller vergeht…

Vielleicht tröstet mich ein Blick auf Menschen, deren Tag heute noch schlechter lief als meiner. Für eine Lkw-Fahrerin aus Vechta (hr-online-Link) zum Beispiel fing der Tag wirklich nicht gut an. Einem Tier ausgewichen und dabei 6.500 andere Tiere getötet? Ziemlich gelungene Aktion, würde ich mal sagen. Das müssen wir aber dringend nochmal üben. Dabei bin ich mir gar nicht mal sicher, welcher Aspekt der Sache am Ende am lustigsten ist. Als Mann würde ich wahrscheinlich stundenlang über „Frau am Steuer, das wird teuer!“ lachen. Als Rheinland-Pfälzerin käme mir wahrscheinlich „Wer sich in die Gefahr begibt, kommt darin um“ in den Sinn. Mit 6.500 Hühnern durch Hessen zu fahren scheint mir schon eine irgendwie ziemlich gewagte Aktion zu sein. Da ich aber weder das eine noch das andere (mehr) bin, fällt mir als erstes „Fuchs, du hast das Huhn gestohlen“ ein. Oder war das ein anderes Federvieh? Mmmhhh… Egal! Wieso erfährt man eigentlich nicht, was aus dem Fuchs wurde?

Auch ziemlich bescheiden verlief der heutige Tag für Theo Zwanziger (Kicker-Link). Jetzt darf er Herrn Amerell nicht mehr in einem Atemzug mit den von Bild so genannten „Sexpatern“ nennen. Menno. Spielverderber. Die ganze Affäre um das Schiedsrichter-Getatsche nimmt ohnehin seltsame Formen an. Mittlerweile wird an so vielen Fronten prozessiert und diskutiert und verlautbart und mit Wattebäuschen geworfen, dass man schon leicht den Überblick verlieren kann. Wenn da jetzt Hunderte von Berufungsverfahren hinzukommen, blicken am Ende wahrscheinlich nicht mal die mehr die Beteiligten und ihre Ehefrauen durch.

Blöd lief es auch für meinen Freund Walter Mixa. Mensch, was waren das schöne Jahre, als er noch Kinder ohrfeigen und sich anschließend den Ring küssen lassen durfte. Und jetzt? Die Blagen sind erwachsen und beschweren sich! Unverschämtheit! Die werden noch sehen, was sie davon haben… Und jetzt muss er tatsächlich auch noch erklären (Focus-Link), wieso er sich ein paar hübsche Antiquitäten auf Kosten der Waisenhausstiftung gegönnt hat. Das ist ja ungeheuerlich. Wahrscheinlich wegen infamer Verleumdungen von denselben Linken, die mit ihrer „sexuellen Revolution“ dem Mißbrauch erst Tür und Tor geöffnet haben? Oder vielleicht doch eine Verschwörung von Befürwortern der Abtreibung, die mit seinem Holocaust-Vorwurf nicht klarkamen? Über all den hanebüchenen Unsinn, den er in den letzten Jahrzehnten schon von sich gegeben hat, ist er nicht gestolpert, und jetzt gibt es Ärger wegen eines Kupferstichs. Irgendwie hat die Sache schon auch eine tragikomische Seite. 

Währenddessen hatte der Bild-Leser heute wirklich andere Probleme. „Lena Meyer-Landrut: Wie kurz wird ihr Rock in Oslo?“. Angesichts dieser wahrhaft geschichtsträchtigen Frage tritt natürlich vieles andere in den Hintergrund. Ach, übrigens: Noch 47 Tage bis „Eurovision Song Contest“! Die Spannung steigt. Ich werde natürlich auch in diesem Jahr wieder gebannt vor dem Bildschirm sitzen. In diesem Zusammenhang auch klasse: ein weiterer Bild-Artikel mit dem Titel „Ludert Paris Hilton ihren Liebeskummer weg?“. Hammer! „Wegludern“!!! Ich bin begeistert. Da staunt der Leser, und der Germanist wundert sich. Wer denkt sich nur immer diese grandiosen Neologismen aus? Und jetzt noch ein Wort an meinen „Freund“ F. J. Wagner: „Noch ist Polen nicht verloren“… Geht’s noch? Ich weiß. Es ist billig. Und vielleicht geschmacklos, aber wer von uns beiden ist das nicht bisweilen? Ich bin jedenfalls echt mal gespannt, wie lange es dauert, bis sein „Brief von Wagner“ sich mit billiger Polemik und den Worten „Jetzt ist Polen offen!“ an die Spargel- und Erdbeerernte-Helfer aus dem Nachbarland wendet. Nur zu, Wagner!

Nach Sichtung all der Probleme, die andere Menschen heute hatten, und in Anbetracht des miesen Wetters war der eigentlich wirklich grauenvolle Bürotag vielleicht doch gar nicht so übel. Wie sehr hätte ich mich erst geärgert, wenn ich an so einem doofen Tag Urlaub gehabt hätte?!

9 Kommentare

  1. Das Foto begeistert mich. Besonders in der großen Version.

    Fast hätte ich ein :chick: dahintergesetzt – aber aus Pietät mal besser nicht… :coffee:

    1. das abfallprodukt eines baseball-sonntags. eine frechheit allerdings, dass es so frühlingshaft wirkt, während ich stundenlang neben dem baum stand und gefroren habe… :zeter:

      zum unfallbericht hätte eigentlich gut ein coq-au-vin-rezept gepasst, aber damit könnte man ja eventuell mitlesende hühner in ihrer trauer stören :ich: 😀

  2. Ach, dieser ganze Osterscheiß geht einem als Huhn sowieso total an die Substanz. Erst die ganze Eierlegerei, dann überall billigste Imitationen von Artgenossen an geschmacklosen Osterzweigen
    aufgehängt – psychologische Kriegführung! – und am Ende wird auch noch behauptet, ein Hase würde die ganzen Dinger verstecken! :mecry: Und dann das mit dem Laster. :mind: Aber Massentierschlachtung
    sind wir ja gewohnt. :noe:

    Da wird man doch schon lieber in Wein ersäuft. :skol:

    1. ach, gottchen. da macht man sich ja alles außenstehender wirklich kein bild von der schrecklichkeit dieses fests. danke für den erschütternden einblick 😀

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