„Die Wasser der Hügel“

535816274 58a2705559 oNein, wie auf dem Foto sieht es natürlich noch nicht aus. Das zeigt den Lavendelhang am Mainzer Hauptbahnhof. Aber immerhin ist seit heute ein Anfang gemacht. Nachdem die Böschung hinter dem Haus seit ein paar Tagen in herrlichster Klatschmohnblüte steht (völlig freiwillig und ohne bauherrschaftliches Zutun), ist nun auch ihre Schwester am wertvollen Zaun kein Stiefkind mehr.

Ich habe sie nämlich heute endlich „lavendelisiert“. Siebzig Pflanzen sind im Laufe des Vormittags vom Töpfchen in die Erde gewandert. Zwischendurch waren noch einige Geländebegradigungen erforderlich, so dass sich die Aktion über fast vier Stunden hinzog.

Ich habe dann in Linien gepflanzt, die zumindest auf diesem Foto von oben einigermaßen zu erkennen sind. Es wird wohl eine Weile dauern, bis das Ganze wirklich schön aussieht. Immerhin ist der erste Schritt in Richtung Böschungsbefestigung getan. Jetzt bitte ordentlich Wurzelwerk bilden, lieber Lavendel!

Bei der Gelegenheit möchte ich unbedingt einen Buchtipp loswerden. Kein Buchtipp eigentlich, sondern eher ein Autorentipp: Marcel Pagnol. Und wer nichts liest, was es in Dolby-Stereo gibt, dem seien unbedingt zwei Filme ans Herz gelegt: „Der Ruhm meines Vaters“ und „Das Schloss meiner Mutter“ (Regie: Yves Robert). Die gibt es mittlerweile in der deutschen Synchronfassung sehr günstig in einer gemeinsamen Ausgabe (Amazon-Link). Zwei wirklich ganz wundervolle Filme, die ich vor Jahren noch im Kino sehen durfte. Und wer noch nicht genug hat, legt die Verfilmung des heutigen Blogtitels (mit Yves Montand) nach. Die Bücher sind toll – die Verfilmungen genial!

Eigentlich sah es nach der Pflanzaktion nach Regen aus, sodass ich beschloss, bis zum Abend mit Gießen zu warten, falls sich das bis dahin nicht ohnehin erledigt haben würde. Es erledigte sich natürlich nicht von selbst. Merke: Regen gibt es nur, wenn man ihn nicht brauchen kann!

Zweites Projekt des Tages war ein Testlauf der neuen Eismaschine. Nachdem ich bereits seit längerer Zeit über die Anschaffung einer solchen nachgedacht hatte, schlug ich beim letzten Discounter-Angebot einfach mal zu. Der Sommer kommt! Die Zeit der kalten Desserts! Nicht bedacht hatte ich, dass der Kühlbehälter des Geräts vorher ins Gefrierfach muss. In der Anleitung war von 24 Stunden die Rede. Ich hielt das natürlich für maßlos übertrieben und beschloss, dass 12 Stunden ausreichen müssten. Da sich außer tiefgefrorenen Mangos kein anderes geeignetes Obst im Haushalt befand, beschloss ich die Herstellung eines Mangoeises. Ohne Eigelb. Die Bedienungsanleitung hatte eine kurzfristige Salmonellenpanik bei mir ausgelöst.

Nachdem ich diesen grandiosen Beschluss gefasst hatte, ließ ich die Eissache erstmal vor sich hinfrieren und widmete ich mich dem Spiel meiner Paraguayos gegen die Slowaken. Das Ergebnis ging natürlich vollkommen in Ordnung, obwohl ich tippspieltechnisch den Slowaken doch ein Törchen zugetraut hatte. Egal. Tolles Spiel – vor allem in der ersten Halbzeit.

Anschließend ging es nach Mainz. Max abholen. Immerhin hatte ich dadurch eine gute Ausrede, mir das Italien-Spiel nicht anschauen zu müssen. Irgendwie praktisch. Weinerliche Reklamierer und arrogante Schauspieler gibt es garantiert auch gleich noch in gelb zu sehen. Und vielleicht spielen die wenigstens Fußball. Mein Sympathietipp (1:0 für die Kiwis) hat natürlich nichts gebracht, aber das isses mir wert gewesen.

Mittlerweile habe ich mir ein Schüsselchen Mangoeis einverleibt. Das tröstet über vieles hinweg. Es ist köstlich und absolut simpel. Funktioniert sicher auch ohne Eismaschine. Hier mein Rezept, das ich aus verschiedenen Fremdrezepten zusammengebastelt habe):

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Mangoeis
Zutaten:
300 g Mango (reines Fruchtfleischgewicht, dürften schätzungsweise zwei entkernte Mangos sein)
50 g Zucker
100 ml Schlagsahne
2 TL Limettensaft
2 TL Cointreau
Zubereitung:
Mango würfeln. Alle Zutaten zusammen in eine hohe Rührschüssel geben und gründlich pürieren. Sollten fasrige Mangoreste sichtbar sein, notfalls alles durch ein Sieb streichen. In die Eismaschine geben. Anschalten. Rühren lassen. Fertisch!
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Den Cointreau kann man auch weglassen. Ich hatte von vergangenen Desserts noch welchen da, und mag ihn ganz gerne in Verbindung mit Mango. Geschmackssache. Ich habe das Eis übrigens nicht auf Eisdielenfestigkeit rühren lassen, weil ich es leckerer finde, wenn es kalt, aber noch nicht hart ist. Ebenfalls Geschmackssache.

Mahlzeit!   

4 Kommentare

  1. Guten Morgen.

    Hatte auch schon einmal über solch ein Teil wie eure/ deine, oder umgekehrt, jedenfalls Eismaschine nachgedacht. Ich meine was die Anschaffung betrifft. Bin am Ende allerdings bei dem „Chefmaker“ –
    oder so ähnlich – von Tooper hängen geblieben. Muss zwar mindestens „10“ Mal die Kurbel oben drehen, habe aber dafür das selbe Resultat. Dazu nehme ich einfach gefrorene Früchte aus der Truhe, gebe
    je nach Frucht und Geschmack etwas Zucker bei und je nach Konsitenz süsse Sahne. Diese Mischung wie gesagt so lange drehen – ca. 10 Mal – und ich habe das beste Fruchteismus in der ganzen Gegend.
    😉 Jedenfalls laut Aussage meiner Damen hier. 🙂
    Dann wünsche ich dir eine angenehme „Eiszeit“ noch, jedenfalls schön fruchtig, und viel Nervenkitzel am Mittwoch gegen 20:30 Uhr. 😉 Mein Tipp 3:2 für die bessere Mannschaft. 😉

    LG rolf

    1. pah! selbst rühren! ich LASSE rühren 😀

      wobei die sache mit den tk-früchten eine wirklich gute ist. ich bin im besitz eines esge-zauberstabs, mit dem sich innerhalb weniger sekunden auf tk-himbeeren (o.ä.) und milch ein hervorragendes
      eis herstellen lässt.

      „3:2 für die bessere mannschaft“? wie gehässig! 😀

      was soll’s?! zur strafe habt ihr ja jetzt hitzfeld ^^

  2. Das heisst also, IHR guckt auf die Hecke und die Schönrrasennachbarn gucken auf den schönen Lavendel?
    und wie erntest du den dann? (Lavendelsäckchen in jedem Schrank?) durch die Hecke klettern?
    Rätselhafter Gartenbau. Faszinierend, solange ich nur zugucken muss…

    1. im prinzip schon, aber da die lavendelseite des grundstücks auf längere sicht unverbaut bleiben wird, haben wir ja auch etwas davon. im prinzip dient die lavendelisierung ja der stabilisierung
      der böschung. wenn nebenan irgendwann einmal gebaut (und aufgeschüttet) werden wird, kann man ja immer noch die provence woanders hin verlegen 😀

      die lavendelsäckchen-sache habe ich auch schon bedacht. „ernten“ kann man von unterhalb noch.

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