Beschwipster Sonntag

35 - Nettes 4117Heute ging es also an die Kräuterreste von gestern. Und beim Abtauen des Gefrierfachs waren uns zusätzlich einige TK-Obstbeutel ins Auge gefallen, die dringend vernichtet werden mussten. Mal ernsthaft: Was kann sich eine tiefgefrorene Erdbeere Schöneres wünschen, als in Zucker und Rum zu treiben? Den Traum wollte ich ihr gerne erfüllen. So gesellten sich zu den geplanten Kräuterlikör-Ansätzen noch drei verschiedene Sorten Fruchtlikör.

Die Erdbeeren und Himbeeren taten sich zusammen und bildeten die Grundlage für einen Beerenlikör. Zwei weitere Sorten entstanden aus Sauerkirschen und Mango. Alle drei kann man sicher als Aperitif-Grundlage benutzen und mit Secco aufgießen kann. Das testen wir bei Gelegenheit.

Die Fruchtliköre entstanden auf Grundlage des Brombeerlikörrezepts meiner Mutter, das bereits an dieser Stelle Blogthema war. Allerdings reduzierte ich die Zuckermenge etwas, verwendete Rohrohrzucker, der sich wirklich gut machte, und drittelte die Mengenangaben. Aus einer Flasche Rum entstanden so am Ende drei verschiedene Liköre, die auch gleich mal probiert wurden, was dafür sorgte, dass das fiese Wetter draußen irgendwann nicht mehr ganz so schrecklich wirkte.

Etwas langfristiger angelegt waren die anderen beiden hochprozentigen Ansätze – mit Salbei und Pfefferminz. Die müssen allerdings jeweils noch eine Weile ziehen, bis sie verkostet werden können. Hier die Rezepte:

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Salbei-Likör
Zutaten:
1 Flasche Grappa (0.5 l)
3 Stengel Thymian
25 Salbeiblätter
1 Stengel Pfefferminze
1 Stengel Rosmarin
125 g Rohrrohrzucker
Zubereitung:
Alle Zutaten in ein dicht schließendes Gefäß geben und mindestens vier Wochen durchziehen lassen. Schließlich abseihen und in Flaschen abfüllen.

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Pfefferminz-Likör
Zutaten:
5 größere Zweige frische Pfefferminze
2 Gewürznelken
1 Flasche Wodka
250 g Zucker
Zubereitung:
Pfefferminze bündeln und in eine gut verschließbare Flasche (IKEA hat z.B. welche mit „Plopp!“-Verschluss zu 1,99 €) quetschen. Ich habe sie mit Zwirn an den Stielenden zusammengebunden, damit ich sie hinterher leichter wieder rausbekomme. Nelken dazugeben und alles mit dem Wodka übergießen. Flasche verschließen und mindestens vier Wochen an einem nicht zu kalten Ort ziehen lassen. Dann Kräuter entfernen und Ansatz filtern. Zucker in einem Topf mit 150 ml Wasser unter Rühren und Erwärmen auflösen und die Lösung zum Liköransatz geben. Nochmals eine Weile lagern.

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Bis Weihnachten sollte also alles gründlich gereift sein. Wenn die Ansätze am Ende funktionieren, lasse ich sie im kommenden Jahr in Serie gehen. Sobald der Waldmeister-Sirup von gestern ordentlich durchgezogen ist, werde ich auch aus einem Teil dieses Sirups noch einen Likör herstellen.

Nebenbei muss noch berichtet werden, dass das Rucola-Pesto mich gestern abend auf einer Portion Bandnudeln hocherfreut hat. Das war wirklich oberköstlich! An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank an Frau Bleistifterin, die mich auf diese Idee brachte. Hammer! Und das halbe Glas ist noch voll. Wie schön.

Der Rest des Tages ging dann mit dem Blanchieren und Einfrieren einer weiteren Ladung Spinat, dem Herstellen von Etiketten für meine Erzeugnisse und einer Grundreinigung der Küche drauf. Das war aber nach den ausgiebigen Likörtests des Vormittags nicht mal schlimm. Die verschönerten nämlich die Arbeit ungemein, und selbst der gestern beim Zitronen schneiden halb amputierte linke Zeigefinger tat nur noch ein bißchen weh – der bekannte Rosa-rote-Brillen-Effekt eben. Hicks!

10 Kommentare

  1. Was will uns das Foto mit dem unglücklichen Mädchen sagen? „Eines Tages werde ich mich hierfür furchtbar schämen, aber ich habe keine Wahl… ich bin jung und brauche den Schnaps…“ ?(

    1. die war auch kein bißchen unglücklich, sondern fand sich ganz schön schlau mit der fremden brille 8) 😀

      und dann dachte ich, ich nehme es fürs blog, weil es dem blogpost trotz des alkoholisierten titels etwas seriosität verleiht. ist doch so? oder? 😀

  2. Und vielleicht sollte ich auch erst alle posts lesen, bevor ich chronologisch von hinten poste. hier steht meine Antwort, pinie macht sich gut.
    *erleichtert*
    und wo ich gerade meine Freude am Einkochen ausleben kann ohne selbst einen Finger dazu zu rühren, rege ich einen weiteren Einkauf an:
    http://shop.ebay.de/i.html?_trkparms=65%253A12%257C66%253A2%257C39%253A1%257C72%253A3355&_nkw=rumtopf&_sop=2&_trksid=p3286.c0.m14
    und dann nächstes Jahr schön im Mai damit anfangen. Bis Weihnachten schmeckt es lecker.
    Der Meinige bezweifelt übrigens, ob Pfefferminz dem schönen Wodka guttut. Hmm.

    1. ein rumtopf stand früher immer zu hause im treppenhaus. ich müsste mal sehen, ob meine mutter das ding noch irgendwo hat. benutzt hat sie ihn jedenfalls meines wissens seit jahren nicht mehr.

      was aus der minze und dem wodka wird… man muss wohl abwarten. ich habe heute mal die nase drüber gehalten und es roch nicht wirklich abstoßend. und grün wird es auch so langsam. falls es
      schmeckt, liefere ich ein fläschchen zu weihnachten =)

  3. Von wegen etwas „seriöser“ und so. Das Bild hat mich dermassen abgelenkt, dass ich wahrscheinlich bei den Rezepten etwas leicht durcheinander gekommen bin und zweimal lesen musste. Ausserdem
    stellte sich mir die Frage, wie alt die Brille wohl sein dürfte. Also Fillemann hatte auch schon mal bessere „Brillenständer“.

    Um mich aber wieder ein wenig bei dir ein zu schleimen, verleihe ich dir heute und im Augenblick „Live“ den ersten von mir zu vergebenden „Blogrezeptestern“.. Ich glaube 4 gibt es insgesamt. Muss
    mal in Ruhe darüber nachdenken. 😉
    Nein im Ernst. Dein „gestorbener“ Hausbau, oder ises sogar ein „Bauhausblog“?…. hat eine wunderbare Wende in Richtung Küche, Herd und Tiefkühlkost….harrrr…. genommen. Also gibt es auch nun
    den ersten von mir zu verleihenden „Rezeptestern“.

    In der Lautatio könnten unter anderem solche Sachen stehen wie:“… irgend wie spielt Alkohol immer eine „kleine“ Rolle dabei, aber es scheint zumindest bei einigen Rezepten nicht nur zu
    funktionieren, sondern auch zu schmecken. Dafür gilt „unser“ Dank. Es reichte zwar dieses Jahr nicht für den Nobelpreis, aber zumindest für eine „Sternschnuppe“ von uns…“ Genau. So könnte es
    heissen.Sollte wirklich mal einen „Award“ kreieren. Nur für dich. 😉
    Mit Alkohol oder ohne? 🙂

    Schönen Mittloch noch übrigens,

    LG rolf

    PS: Sorry. Ich weis das das arme Kind wahrscheinlich damals dazu genötigt, gezwungen usw. wurde. Aber die Brille sieht ja wirklich Sch….. ähm…respektlos aus. Genau. Scheisse. Ups. 😉

    1. 1. frechheit! die brille steht dem überaus netten, freundlichen, charmanten und intelligenten mädchen ganz ausgezeichnet. i.ü. ist es natürlich nicht ihre brille. sie hat sie sich nur kurz
      ausgeliehen, weil sie auf dem tisch lag. war die brille einer nachbarin, wenn ich nicht ganz daneben liege. dem mädchen stand sie natürlich deutlich besser als der besitzerin. klar.

      2. danke für den preis. ehrungen werden stets gerne genommen =)

  4. „…netten, freundlichen, charmanten und intelligenten mädchen…“ diese „Sagaaufzählung“ lässt schlussfolgern, dass jene „Quitschende“ die dasitzt als wenn sie gerade ne Schulelle verschluckt
    hätte, Gentechnisch gesehen sehr mit deiner DNA verwandt sein könnte. 😉 Der Blick lässt mich vermuten, dass du damals schon eine sehr „zielstrebige“ junge Dame warst, welche wusste, wie man
    Pfefferminzlikör einmal machen würde. Und schon bin ich bei meinem Hauptanliegen. Und das nur Dank der Nasenacht in deinem „jungfräulichem“ Gesicht von Anna Domina.
    Also zu Thema Likör habe ich auch ein Rezept, welches sehr einfach zu bewerkstelligen ist und mit etwas Geschick an eine bekannte, hier nicht näher zu bennenente Likörmarke geschmacklich reicht.
    😉 Was für ein Satz. Muss erst mal nen Schluck nehmen und Luft holen…..so.

    Also. Gezuckerten Kaffeerahm in Büchsen ( die von Bärenmarke eignet sich sehr gut dazu ) ca. 1 bis 2 Stunden in einem Wasserbad und geschlossenen Zustand kochen lassen. Anschliessend das Karamel
    herrauslöffeln in entsprechende Menge Wodka ertränken und mit einem Rürmixer schön kräftig zur Vereinigung kommen lassen. Abfüllen, auskühlen lassen und später sich selber damit wieder
    „Zurückabfüllen“. Wirklich sehr lecker. Die Kochzeit ist ausschlaggebend für die entsprechende Konsistenz des Karamels. Es kann von leicht flüssig und hellbraun, bis ziemlich fest und sehr
    kräftiger dunkler Farbe reichen. 😉 Muss jeder selber ausprobieren. Meine Erfahrung liegt bei 70 Minuten. 😉

    Abert das wollte ich dir schon gestern sagen. Nur wie gesagt das Nasengestell hat mich dermassen abgelenkt…. 😉

    Schönen Abend übrigens noch.

    LG rolf

    PS: Ach ja. Und warum ist dein Waldmeister den nun nicht grün? Muss er sich noch „ärgern“? 🙂

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