Oops! Glatteis! Hicks!

26 - Schriftliches 4694Beim Verlassen des Hauses mit einem vollen Kaffee-to-go-Becher in der Hand auf dem Bauch zu landen, ist sicher nicht der perfekteste Beginn für einen Tag. Gottlob blieb mir das heute erspart. Allerdings nur knapp. Unsere Straße bedeckte eine zentimeterdicke Eisschicht, deren Existenz man erst bemerkte, wenn man sie fast schon geküsst hatte. Ich schlufte schließlich mit einem Bein durchs Rhododendrenbeet, um irgendwie zum Auto zu gelangen.

Dieses freizukratzen war dann allerdings auch nicht sehr lustig, aber irgendwann saß ich dann drin und versuchte schliddernd, fluchend und ungehemmt rutschend zur Bundesstraße vorzudringen. Der kurze Ausflug auf ein unbebautes Grundstück während eines Bremsvorgangs richtete glücklicherweise keinen größeren Schaden an. Pünktlich war ich dann natürlich nicht mehr – aber immerhin hatte ich ja den Kaffee nicht verschüttet. Und den trank ich beseelt, während ich bis Wiesbaden hinter einem Räumfahrzeug herglitt.

Die Verspätung holte ich nach Feierabend locker wieder rein, da mich ein verzweifelter Kollegenanruf ca. zwanzig Minuten kostete. Immerhin war das Problem dann gelöst. Und ich auf dem Heimweg. Ein Zwischenstopp bei der „Villa Culinaria“ in Orlen brachte mir u.a. einige Gläser Wildfond zum Schnäppchenpreis ein. Rind war aus, aber ich trug mich in die neuerdings ausliegende Mailingliste ein, um gleich eine Info zu erhalten, wenn der Rinderfond wieder verfügbar sein würde. Vielleicht sollte ich beginnen, selbst welchen einzukochen. Bei dem Verbrauch, den ich in den letzten Wochen hatte, könnte das durchaus lohnend sein. Andererseits bekomme ich dort Lacroix für einen Euro das Glas. Ob sich das dann am Ende wirklich rechnet?

Immerhin habe ich jetzt eine Kollegin gefunden, die mir die zahllosen leeren Gläser für ihre Marmeladenproduktion abnimmt. Ich finde es immer etwas schade, die zum Glascontainer zu bringen, habe aber mittlerweile reichlich für den Eigenbedarf gehortet. Selbst wenn unsere winzigen Obstbäume unfassbare Ernten abwerfen sollten, werde ich kaum in Bedrängnis geraten. Und bis zum Sommer wird sicher noch einiges an Altglas anfallen.

Möglicherweise könnte noch deutlich mehr Altglas anfallen, und ich könnte nochdeutlich aktiver gegen den Winter vorgehen, wenn ich die von BILD empfohlene „Volks.Arznei“ zu günstigen 9,99 € einnehmen würde. Hat Klosterfrau Melissengeist tatsächlich 79 Vol.-% Alkoholgehalt?! Das wäre ja Stroh-Rum-Level! Da zieht sich der Regulator ja freiwillig weinend in die Softdrink-Ecke zurück! Apropos Stroh Rum: Lustig die Kommentare zum Produkt auf www.spirituosen-superbillig.com: Im Urlaub in Österreich kennen gelernt und lieben gelernt trinken ihn eiskalt mit absinth gemischt“ oder Ein Rum von aussergewöhnlichem Alkoholgehalt doch ansonsten ein reinrassiger Megafusel. Selbst in kräftigem Tee dominieren lange anhaltende Aromen uralter, in Phenol aufgelöster, staubiger Fernsehgeräte. Ein Hauch polychlorierter Biphenyle im Abgang bereiten schonend auf das folglich eintretende edle Sodbrennen vor und erinnern an tagelange Migräne, welche wohl nur durch intensiven Konsum verbotener Schädlingsbekämpfungsmittel übertroffen werden könnte.“ oder auch Super und nur zum pur geniessen. am Morgen nen Schluck und der Tag ist gerettet. Mein Lieblingsrum, da er viele % hat…“.

Das sollte doch den potentiellen „Volks-Produkte“-Käufer mehr als motivieren. Besonders angesichts der Tatsache, dass er für den Liter Rum 26,05 € (zzgl. 4,90 € Versandkosten) berappen muss, während er fürs das gleiche Geld gleich drei Packungen „Volks-Arznei“ bekommt! Den Tee, den Honig und den Löffel kann man ja gleich vor der Apotheke in den Mülleimer werfen.

Schön, dass BILD keinen Hehl daraus macht, welchem Zweck die „Volks.Produkte“ eigentlich dienen: 365 Tage Fußball-WM pro Jahr! Ansonsten untragbare politische Entscheidungen lassen sich sicher auch deutlich besser tolerieren, wenn man mit reichlich Alkohol an der Besserung des Allgemeinbefindens (bzw. Stärkung oder Kräftigung) bei Belastung von Nerven und Herz und Kreislauf mit innerer Unruhe und Nervosität“ gearbeitet hat. Vielleicht ein Tipp für die nächste Neujahrsansprache der Kanzlerin?

Runter mit dem Kram! Am besten vor dem Frühstück! Und anschließend noch je einen kräftigen Schluck auf Rosi Mittermaier und Christian Neureuther hinterher! Nervige Chefs, Hartz-IV-Kürzungen, dummes TV-Programm, allgemein freudloser Alltag – ein Fläschchen Klosterfrau auf nüchternen Magen sorgt für einen angenehm sorglosen Tag. Danke, BILD! Danke, Rosi! Danke, Christian! Hicks!!!

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