Unkraut auf dem Teller

löwenzahnsalat - fertig!Sonntag. Der perfekte Tag, um etwas Unkraut auf den Tisch zu bringen. Da ich heute morgen ohnehin die Südseite des Grundstücks hinter der Hecke von Disteln, Löwenzahn und anderen schnell nachwachsenden Rohstoffen befreite, lag es nahe, zumindest den Löwenzahn nicht in den Kompost, sondern auf den Tisch zu bringen. Im Schatten der Hecke war er ordentlich fett geworden und blühte noch nicht, während das unbebaute Nachbargrundstück ein einziges gelbes Blütenmeer ist. Nach der Blüte werden die Blätter zu bitter. Jetzt ist sind sie perfekt.

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Löwenzahnsalat mit Kartoffeln, Schinken und Ei
Zutaten (für zwei Personen):
3 ordentlich fette Büschel Löwenzahn (Menge siehe Foto)
2 Kartoffeln
2 Schalotten
Butter
Traubenkernoel
Essig
Weißwein
Schinken (im Original hatten wir Speckseiten, aber ich bin da ja etwas empfindlich…)
Brühe
2 Eier
Zubereitung:
Kartoffeln kochen, abkühlen, pellen. Eier wachsweich garen. Löwenzahn putzen und in mundgerechte Stücke zupfen. Schalotten in etwas Butter glasig anschwitzen. Schinken(speck) in der Pfanne auslassen, knusprige Würfel herausnehmen. Zu den Schalotten nach Geschmack Traubenkernoel, weißen Balsamico und Weißwein geben und mit aufkochen. Kartoffeln durchdrücken und zugeben. Mit Muskat, Salz und Pfeffer abschmecken. Alles (Salat, Kartoffelsoße und Schinkenwürfel) mischen und zuletzt die wachsweich gegarten Eier mit den Händen einkneten. Kurz durchziehen lassen. Lauwarm servieren.
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Nicht das ansehnlichste Gericht aller Zeiten, aber sehr, sehr schmackhaft. Geeignet für alle eher etwas bitteren Salatsorten mit reichlich Eigengeschmack, z.B. Frisée oder Endivie oder auch Kulturlöwenzahn (‚Catalogna‘ – beim italienischen Gemüseladen). Ich werde mal schauen müssen, ob ich davon irgendwo Samen auftreiben kann. Auch wenn der Bauherr befürchtet, dass ihn wiederholter Löwenzahnkonsum am Ende zum Kuschelhäschen mutieren ließe.

Was anderes: Wo war eigentlich der von allen Wetterfröschen fürs Wochenende fest zugesagte Sonnenschein? Hier jedenfalls nicht. Die zwei bis drei zaghaften Versuche am Nachmittag lassen wir mal unerwähnt. Wenn es stattdessen wenigstens geregnet hätte, wäre es ja noch erträglich gewesen, aber so… Blödes Wetter UND Garten wässern? Na, danke…

Immerhin stehen die Tulpen im Fukushimabeet nun in voller Blüte und machen es einem leichter, die immer noch fast kahlen Hibiskusreaktoren zu ignorieren. Und mit ein wenig Bildbearbeitung sieht unser Pflaster hinter den Kaiserkronen aus wie ein Swimmingpool. Meisen und Finken haben sich offensichtlich geeinigt, nachdem es in der letzten Woche etwas Stunk gab. Die Finken nehmen die grüne Futterstelle, die Meisen die schicke Neue, die wir zu Weihnachten bekommen haben.

Gute Nachricht des Tages: In der kommenden Woche gibt es beim tegut-Metzger Bio-Lammfleisch. Da wird dann auch zu Hause ein Tier aus dem Streichelzoo auf den Tellern landen. Oder zumindest Teile davon. Den Rest des Tages habe ich übrigens mit dem Entziffern, dem Ordnen und der Reinschrift meiner Küchennotizen von Freitag verbracht. Nachdem ich gestern bereits kleine Teile davon unter Wasser gesetzt und bis zur Unkenntlichkeit verschmiert hatte, war das wohl eine gute Idee.

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