Heute: Floristentag

30 - Blumiges 1298Nachdem der Garten in den letzten Wochen von Gelb, Orange und Rot dominiert wurde, haben in den letzten Tagen Lila und Rosa ihre Vorgänger abgelöst. Zierlauch, Saponaria (da fiel mir gestern doch der Name für die wild wuchernden Dinger wieder ein!) und Polsterphlox stehen in voller Blüte.

Freundlicherweise exakt zum höchsten Floristenfeiertag. Da braucht wenigstens Max diese Branche nicht unnötig über den Kauf fetter Sträuße reich zu machen. Und den Muttertag im gebärfreudigen Eva-Hermanschen Sinne lassen wir mal lieber gleich stecken. Das „Ehrenkreuz der deutschen Mutter“ steht mir ja mit einem einzigen Kind ohnehin nicht zu.

Zurück in den Garten also. Einen perfekteren Tag für Gartenarbeit kann es eigentlich nicht geben. O.k. – ein Schauer am Abend würde ihn unsterblich machen, aber damit ist ja nun nicht zu rechnen. Regen? Keine Ahnung? Das ist dieses Nasse, das irgendwann mal (vielleicht erinnern sich die Älteren unter uns?) vom Himmel fiel und Gießen überflüssig machte.

Die Hauptarbeit wurde jedenfalls bereits morgens im Kräuterbeet erledigt. Bodenlockerung, Unkrautvernichtung und anschließende Bepflanzung mit den auf dem Küchenfensterbank gezogenen Kräuternachwuchs (z.B. Chianti-Basilikum, Zitronenmelisse, Kerbel, Pimpinelle und Koriander). Insgesamt betrachtet sah das hinterher recht ordentlich aus. Nichtsdestotrotz wird nach der Verpflanzung der beiden Rhododendren an die Stellplätze der neu entstandene Platz zu allerlei Umstrukturierungen führen.

Die Pfefferminze braucht dringend eine Wurzelsperre, damit sie sich nicht weiter so zwanglos ausbreitet. Zudem würde ich auch gerne die Gojibeere wieder loswerden, die dort eigentlich nur gepflanzt wurde, weil sich gerade kein besserer Platz bot, und weil ich der Meinung war, dass sie den ersten Winter eh nicht überlebt. Inzwischen wuchert sie allerdings ähnlich wie die Minze und rückt der Petersilie zu nah auf die Pelle. Abgang, Goji! Zumal das Ding nach allem aussieht – bloß nicht nach Erträgen.

Blieben noch die Stangensellerie- und Kohlrabipflänzchen. Während der Bauherr mit dem Rad unterwegs ins Wispertal war, wanderten sie aus den Töpfen in die Beete. Mit Frost ist – denke und hoffe ich – jetzt nicht mehr zu rechnen. Und mittlerweile sollte ich sie auch so weit abgehärtet haben, dass sie bei ein wenig Sonne und Trockenheit (gut… das ist jetzt mehr als „ein wenig“…) nicht gleich die Grätsche machen. Das einzige, das jetzt noch in Töpfchen sitzt, sind sechs meiner zuletzt gesäten Tomatenpflanzen. Denen gönne ich aber noch eine Woche Schatten unter dem Terrassentisch. 

Unter dem Terrassentisch sind wahrscheinlich auch die Mütter von Menschen versteckt, von denen man denkt, dass nur eine Mutter sie lieben kann. Thilo Sarrazin zum Beispiel. Hat der überhaupt eine Mutter?! Und wenn ja: Schämt sie sich? Das Merkel hat witzigerweise eine – und die unterrichtet Englisch an einer VHS in der Uckermark. Mit über achtzig Jahren. Vielleicht ein Tipp für den noch amtierenden Außenminister? Von dessen Mutter fand ich übrigens ein Foto, an dem Samy Molcho sicher seine Freude hätte.

Das Gute an Müttern, die nicht selbst in irgendeiner Art und Weise „prominent“ sind, ist ja, dass sie ihren Kindern erträgliche Namen geben. Dafür sollten wir dankbar sein. Eine Kanzlerin namens Monroe Merkel und einen Vizekanzler namens Moroccan Westerwelle hätte diese Republik sicher nicht verkraftet. Nicht mal als Zwillinge der dauerhaft in preßwurstartige Schlauchkleider eingenähten Mariah Carey.

Bei der Gelegenheit möchte ich übrigens einmal – was ich schon seit geraumer Zeit tun wollte – anmerken, dass Fleischkleider absolut nichts revolutionär Neues sind. Sorry an Lady Gagas Mutter (falls sie eine hat..)! Oder erinnert sich mittlerweile wirklich niemand mehr an Undertones-Plattencover?! Wahrscheinlich nur deshalb, weil Jeder, der alt genug wäre, sich zu erinnern, jetzt Englisch an einer abgelegenen VHS unterrichtet. 

Aber das schweift jetzt wirklich stark vom Thema ab. Ich beende das hier dann auch einmal und wende mich dem Abendessen zu. Der Bauherr bringt den Fisch, ich bringe den Rest. Das ist zumindest der Plan.    

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