Lustige Zucchinispielchen

33 - Grünliches 7731Und während das von Andy Klödi und Karsten Migels – den obersten Pressewächtern – angezettelte ARD/ZDF-Bashing in die nächste Runde geht, widme ich mich mal der momentan einzigen in unserem Garten gereiften Zucchini.

In Bezug auf Erstgenanntes frage ich mich allerdings, warum der Bauherr eigentlich noch mit mir redet. Schließlich habe ich im vergangenen Jahr die Schnecken entdeckt. Und ist nicht immer der Überbringer der schlechten Nachricht der Schuldige? Der, der allen anderen den Spass verdirbt? Und werden die Schnecken im Salat weniger, wenn man nicht darüber redet? Oder sich mit ihnen gemein macht? Ich glaube nicht.

Aber zurück zu meiner Zucchini. Das Ding war in den letzten Tagen zu veritabler Größe herangereift und schrie förmlich danach, vor dem Urlaub noch vernascht zu werden. Bitte! Dann halt heute. 671 Gramm sollten für zwei Personen auch noch zu einer kleinen Vorspeise reichen. In der aktuellen „Lust auf Genuss“ (8/2011) fand sich ein hübsches Rezept, das den Bastler in mir ansprach:
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Feta-Käse im Zucchini-Mantel
Zutaten (umgerechnet auf zwei Personen und leicht variiert):
1 Zucchini (ca. 300 g)
1 handelsübliches Stück Feta
Pfeffer
4 Radieschen
gemischte Kräuter
Olivenoel
Weißweinessig
Zitronensaft
Zubereitung:
Zucchini waschen, putzen und in feine Streifen hobeln. Hier bewährte sich der Sparschäler – immer schön rundum, damit jeweils ein ganz schmaler Streifen Schale sichtbar bleibt. Für die Optik. Zucchinistreifen in kochendem Salzwasser kurz blanchieren. Herausheben, abschrecken und auf Küchenkrepp abtropfen lassen. Aus den Streifen ein hübsches Flechtwerk herstellen.
Feta längs halbieren, von allen Seiten pfeffern und in das Zucchinikunstwerk hüllen. Vinaigrette herstellen. Radieschen waschen, putzen und in feine Scheiben schneiden. Kräuter zerkleinern und mit den Radieschen und der Vinaigrette mischen. Anrichten. Dazu nahm ich je eine Ringelblumen- und zwei Borretschblüten und in feine Streifen geschnittene Kresse.
Umwickelte Käse in einer beschichteten Pfanne kurz in Olivenoel von beiden Seiten anbraten und zum Radieschensalat auf den Teller geben.
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Die Vinaigrette sparte ich mir, da noch ein Rest Balsamicoreduktion im Kühlschrank war – und der schien mir perfekt zum Feta zu passen. Bei Gelegenheit werde ich etwas Ähnliches mit Ziegenkäse testen. Aus dem Rest meiner Zucchini stellte ich anschließend ein Gratin her, das mit in Butter geschwenkten Gnocchi hervorragend zu den vorgestern erworbenen Räucherforellenfilets passte. Vielleicht der Vollständigkeit halber (scheint auf Eurosport ja neuerdings die Standardeinleitung zur knappen Vermeldung aktueller Dopingfälle zu sein…) noch eine Kurzbeschreibung der Herstellungsweise des Gratins:
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Zucchinigratin
Zutaten (für zwei Personen):
etwa 400 g Zucchini
2 EL Butter
200 ml Sahne
2 frische Thymianzweige
1 Knoblauchzehe
1 Schuss trockener Weißwein oder Sekt
Salz und Muskat
etwa 150 g Parmesan, gehobelt
Zubereitung:
Zucchini waschen, putzen und in feine Scheiben schneiden. Fächerförmig in einer ofenfesten Form auslegen. Butter schmelzen und mit Sahne und Wein aufgießen. Knoblauchzehe zerdrücken und mit den Thymianzweigen in die Sahne-Butter-Mischung geben. Alles kurz aufkochen und eine Weile ziehen lassen. Knoblauch und Thymian herausfischen, kräftig salzen, mit geriebenen Muskat würzen und über die Zucchinischeiben geben. Gehobelten Parmesan darauf verteilen. Für 30 Minuten bei 180° C Umluft in den Ofen geben.  
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Insgesamt betrachtet denke ich, der Zucchini ein würdiges Ende bereitet zu haben. Viel leckerer kann ein Gemüse mit solch minimalem Eigengeschmack nicht werden.

Apropos „minimaler Eigengeschmack“: Greipel hat die heutige TdF-Etappe gewonnen. Meine Freude kennt keine Grenzen. Endlich ein Etappensieg in Frankreich. Denn hat er sich wirklich redlich ermobbt. Congrats…

4 Kommentare

  1. Der Zucchino sieht ja fast aus wie Zonen-Gabis erste Banane!

    Solche Monster-Exemplare gibt es hier zwar nicht zu kaufen, aber ich stehe nun mal auf „minimalen Eigengeschmack“ ^^ Das heisst, die werden am Wochenende auch erstmal im Eisschrank frierenden
    Feta-Käse bemanteln. :hach:

    Dagegen verschiebe ich den Gratin auf später – viel später. Zu dieser Jahreszeit wird bei mir der Backofen grundsätzlich nicht angeworfen. :schwitz:

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