Mutantengarten reloaded

spargoli - grünEs klingt wie aus dem Gartenkatalog: „Neu! Sensationell! Spargoli – der feine Spargel-Broccoli“. Ich fand ihn bei REWE, als ich auf der Suche nach einer Steinbeißer-Beilage die Gemüseregale abscannte.

Im Prinzip ist es so wahnsinnig sensationell nicht – einfach Broccoli mit sehr langen Stielen. Ich nahm ihn mit und bastelte eben einen Auflauf daraus. Mit Schmand, Eiern, Salz, Pfeffer, Muskat und geriebenem Gouda sollte er genießbar sein. Hoffte ich.

Am Ende stellte sich heraus, dass ich das genmanipulierte Gesindel einfach doppelt so lange hätte blanchieren müssen, als ich gefühlsmäßig für ausreichend gehalten hatte. So war es etwas sehr bissfest. Gelinde ausgedrückt.

Der Bauherr gab dazu exakt zwei Kommentare ab. Der erste lautete „Mmmhhh… Schmeckt nach Diät…“, der zweite „Das Zeugs würde besser ‚Broccel‘ als „Spargoli‘ heißen…“.

Diese beiden Kommentare sagen eigentlich alles aus. Mögen sich daran Andere versuchen. Menschen, die nicht verzweifelt versuchen, schnelle Kohlenhydrate am Abend zu sparen. Und Menschen, die bessere Zähne haben. Am Ende ist es einfach nur mutierter Broccoli mit überkandideltem Namen. Doofer Blender!

Der Steinbeißer war wirklich lecker, hatte aber am Ende keine Chance gegen die Beilage. Geschmacklich jedenfalls. Er ging sang- und klanglos unter. Der nächste landet wieder in Senfsoße auf einem Bett aus leckerem, eigenem Gemüse. So jedenfalls wird das nichts! Nicht mit uns, Spargoli.

Ähnlich schockiert war ich heute nur, als ich Pitis Lieblingsbriefkasten lieblos im Matsch liegen sah. Ein Akt sinnvollen Vandalismusses? Nein. Auf den zweiten Blick erkannte ich, dass sich die Herrschaften an die Gestaltung ihrer Außenanlagen gemacht hatten. Bisher beschränkte sich ihr Ehrgeiz in dieser Hinsicht auf drei im Schlamm vegetierende, ziemlich zerfledderte Buchskugeln und drei mit Lavendel bepflanzte Terracottakästen, die in ihrer Anordnung offensichtlich dazu bestimmt schienen, eine Anmutung von Terasse hinter das Haus zu zaubern. Fail!

Jedenfalls liegt der Briefkasten erst einmal darnieder. Mir soll es recht sein. Von mir aus kann er da bis zum Jüngsten Gericht liegen bleiben. Flach auf dem Boden liegend schändet er das Auge des Vorüberfahrenden nur halb so schlimm, als wenn man ihm Aug‘ in Aug‘ begegnet. Mit Spannung erwarte ich den Fortschritt der Arbeiten. Gibt es eigentlich flamingofarbene Pflanzringe? Wahrscheinlich gibt es nichts, mit dem ich nicht irgendwie rechnen würde.

Flamingos… Pflanzringe… Spargoli… Was für ein Tag… Pah!

4 Kommentare

    1. der blöde flamingo kann von mir aus ruhig in eine hühnerfarm integriert werden. dumm rumstehen sollte er schaffen. und vielleicht tritt ihn ja ein liebloser leiharbeiter gegen die wand… ein
      derartig hässlicher briefkasten hat nichts besseres vedient. er liegt übrigens immer noch im dreck 😀

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