„Noch e‘ Schöppche, bitte!“

41 - Nutzgarten 1551Was ist denn da los? Da treten ja gerade sämtliche alteingesessenen Oberbürgermeister in Rhein-Main zurück. Nicht, dass es bei Herrn Beutel in Mainz (Sonderausgabe der AZ als pdf) nicht ohnehin überfällig gewesen wäre. Jetzt auch noch die schwarze Frau Roth in Frankfurt. 

Für Beutel – offensichtlich mit meist leerem Beutel unterwegs – wurden jetzt drei Gläschen Rotwein offensichtlich zum sprichwörtlichen Tropfen auf den heißen Stein. An der Poolbar in Kigali. Wie soll man auch wissen, dass diese undankbaren Kellner im rheinland-pfälzischen Partnerland Ruanda beim weißen Gönner tatsächlich abkassieren wollen. Vor allem, wenn man sich selbst so weit von der Realität entfernt hat, dass einen Getränkerechnungen nun wirklich nicht mehr belasten sollten.

Am Ende zahlte der Parteigenosse die Zeche. Und ärgerte sich darüber und plauderte. Die Empörung war groß. Der OB ein Zechpreller! Oh mein Gott! Dass er unter partieller Amnesie leidet, weiß man doch spätestens seit seinen Zeugenaussagen im Wohnbau-Prozess. Der Mann kann gar nichts dafür. Der ist einfach ans „Dschango zahlt heute nicht“ gewöhnt.

Ratlos bleibt man nur angesichts der Tatsache, dass er alle vorher aufgeflogenen Klüngeleien mit der Handkäs-Mafia – ob VIP-Tribüne am Bruchweg, ob Wohnbau-Pleite, ob Erbpacht oder private 15(!)-Gänge-Menues im „Mollers“ (uff meenzerisch: „Lieber de Mage verrenkt, als em Wert was geschenkt!“) oder Vergnügungsreisen mit der Frau Gemahlin nach Capri oder zum Tegernsee – bisher locker überlebt hat.

Petra Roths Rücktritt wurde dann heute vom feinen Herrn Bouffier als „innerhalb der CDU abgesprochen“ bezeichnet. Als Nachfolger wurde gleich Boris Rhein präsentiert. Der hat wohl endgültig die Schnauze voll davon, in Wiesbaden hinter Bouffier herzuräumen. Und – wie praktisch – Frankfurt hat dann auch einen Rhein. Glückwunsch!

Von Rotwein und Roth zu den (roten) Tomaten – und damit zum gestrigen Abendessen. Sehr empfehlenswert! Ich hatte Seelachs, und ich hatte Tomaten – das wurde daraus:
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Ofenseelachs mit Cherrytomaten
Zutaten (für 4 Personen):
3 frische Seelachsfilets
Olivenoel
Salz, Pfeffer, Zitrone, Senf
500 g Kirschtomaten
4 mittelgroße Zwiebeln
1 Knoblauchzehe
Basilikum, Oregano, Majoran, Thymian, Rosmarin
etwas Chiliwürzsoße
etwas Zitronensaft
200 ml Crème fraîche
geriebener Käse
Zubereitung:
Fischfilets waschen, trocken tupfen und in eine mit Olivenoel gefettete Auflaufform geben. Mit etwas mittelscharfem Senf einreiben, kräftig mit Meersalz, frisch gemahlenem Pfeffer und etwas Zitrone würzen. Tomaten halbieren, Zwiebeln in halbe Ringe schneiden, Kräuter hacken.
Olivenoel in einer Pfanne erhitzen, Zwiebeln darin glasig anschwitzen. Tomaten und Kräuter nach Geschmack zugeben und mit etwas Zitronensaft und Chilisoße abschmecken. Nur kurz in der Pfanne lassen, damit die Tomaten nicht matschig werden. Crème fraîche unterrühren und alles über den Fisch geben.
Mit dem geriebenen Käse bestreuen und ab in den Ofen. Bei 200° C Ober-/Unterhitze etwa 30 Minuten garen lassen, bis der Käse verlaufen und gebräunt ist.
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Das war sehr lecker – auch ohne jegliche Sättigungsbeilagen. Und die Arbeitszeit hielt sich auch in überschaubaren Grenzen. Zur Nachahmung empfohlen! Die Reste gibt es heute Abend. Es soll ja nichts Gutes verkommen.

Da ich nun nicht kochen musste, verarbeitete ich die vor ein paar Tagen eigentlich zu einem anderen Zweck erworbenen Bio-Pflaumen zu einem Pflaumencrumble. Und wehe, das schmeckt nicht wie mein letztes Crumble in Irland! Ich glaube, ich gönne ihm noch eine Ladung Schlagsahne oder ähnliches.

Und auch wenn es nicht wirklich zum Fisch passt: Wir trinken heute drei Gläschen Rotwein. Zwar nicht an der Poolbar, sondern am eigenen Esstisch, aber wir zahlen trotzdem nicht.    

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