Kaffeekrise

am endgültigen platzDas war heute der erste Morgen, an dem ich ohne Kaffee das Haus verlassen musste. Nachdem das Maschinchen bereits seit ein paar Tagen gezickt hatte und einer gründlichen Untersuchung unterzogen worden war, gab es mindestens einmal pro Benutzung einen totalen Blackout im gesamten Haus.

Unsere Verzweiflung bekamen wir dann gestern wieder unter Kontrolle, als der Bauherr feststellte, dass die Garantie für das Ding noch ein halbes Jahr läuft. Bis zur Reparatur werden wir uns nun mit regulärem Kaffeemaschinenkaffee behelfen müssen. Grmpf!

Glücklicherweise kann ich ja unter der Woche im Büro auf guten Kaffee zurückgreifen. Für die in unserem Haushalt befindliche Krups T8 – meiner Meinung nach die beste Kaffeemaschine abseits von Vollautomaten und Siebträgermaschinen – muss ich erstmal Filter besorgen.

Das einzige, das uns härter hätte treffen können, wäre der Exitus der Spülmaschine gewesen. Ich möchte an dieser Stelle einmal ausdrücklich feststellen, dass ich noch immer ohne Murren das Ding ein- und ausräume. Nach vierzig Jahren des Spülens in Spülbecken bin ich an jedem einzelnen Tag begeistert, dass ich eine Spülmaschine in meiner Küche habe.

Nicht zu vergessen: Danke, Erfinder der Wasch- und Nähmaschine! Danke, Erfinder des Handrührgeräts! Danke, Erfinder des Küchenkrepps! Auf manche Dinge will man einfach nicht mehr verzichten, obwohl es sicher auch ohne sie ginge. Und manchmal bin ich mir auch gar nicht so schlüssig, ob es wirklich gut und wichtig ist, das alles zu besitzen. Aber das würde jetzt wirklich zu weit führen.

Was auch definitiv zu weit führen würde, wäre eine Schilderung der Büroszenen der letzten Tage. Manchmal bin ich mir wirklich nicht sicher, ob die Menschen um mich herum im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte sind. Viel mehr möchte ich dazu dann auch nicht sagen. Aber langsam sollte ich vielleicht tatsächlich nach einem alternativen Broterwerb Ausschau halten. Es spielen sich wirklich teilweise völlig absurde, ja fast Eugène-Ionesco-reife Szenen ab. 

Nebenbei bemerkt: Ich warte immer noch auf mein Zwischenzeugnis, dass ich bereits vor etwa drei Monaten angefordert habe. So langsam finde ich das tatsächlich etwas seltsam. Das fällt dann auch irgendwie schon nicht mehr unter „Was lange währt, wird endlich gut„. So gut kann das nämlich gar nicht werden.

Andererseits wäre ich momentan ja bereits mit einer funktionierenden Kaffeemaschine zufrieden. Man sollte ja nicht gleich unbescheiden werden.

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