Ja, der Max…

26 - Schriftliches 8432Manchmal… – ach, was sage ich! – … fast immer ist er einfach genial. Schickte er mir doch gestern eine Mail, die mich heute in aller Frühe im Büro erreichte. Eine Mail mit einem Link. Und eine Aufforderung, das Verlinkte auf seine Kosten zu erwerben. Und was war es – fragt sich da der noch uninformierte Leser? Es handelte sich um Tickets für ein Billy-Bragg-Konzert im Mai im Wiesbadener Schlachthof! Das brachte den Tag dann gleich mal in die richtige Spur.

Da ich das arme Kind ja nicht völlig ausnehmen will, erwarb ich zwei Tickets auf meine Kosten. Allein der Hinweis erfreute das Mutterherz extrem. Vor allem nach den deprimierenden Erlebnissen des vergangenen Abends. Der Grund, warum ich die Mail nicht bereits da gelesen hatte, war nämlich der, dass ich während des Abbackens eines Brotes im wahrsten Sinne des Wortes ins Koma gefallen war.

Nach etwa fünfeinhalb Stunden bei 200°C gleicht es jetzt mehr einer Waffe oder einem Bodenbelag als einem Brot. Vielleicht wäre „Sicht-Brot“ statt Sicht-Beton eine coole Geschäftsidee. Ein Bodenbelag für Menschen, die schon alles haben und auf der Suche nach dem ultimativen Baustoffkick sind. Ich besorgte mir am Wiesbadener Hauptbahnhof dann sicherheitshalber zwei Brötchen. Das Brot wäre sicher der Tod meiner ohnehin angeschlagenen Zahnsubstanz gewesen.

Aber beenden wir dieses unselige Thema jetzt lieber mal. Den Heimweg trat ich mit der etwas verspäteten S-Bahn an, die ich auch nur deshalb noch erreichte, weil sie eben verspätet war. In Wiesbaden hätte ich dann sogar den Partybus-out-of-hell noch erwischen können, ließ ihn aber ganz cool abfahren, da der nachfolgende Schnellbus zur gleichen Zeit in heimischen Gefilden andocken würde. Kurz zog ich die verlängerte Fahrtzeit allerdings als Chance in Betracht, hatte ich doch den neuen Javier Marías („Die sterblich Verliebten“) im Gepäck.

Ich las dann allerdings lieber an der Haltestelle. Das ersparte mir möglicherweise die brutale Schlagerbeschallung, die mich ohnehin nur aus der Fassung und vom Buch abgebracht hätte. Das erste Viertel ist schon mal sehr fesselnd. Ich bin begeistert.

Um dem Tag dann noch ein Sahnehäubchen zu verpassen, habe ich eben einen Rosenkohlauflauf in den Ofen geschoben. Und ich bin sicher, das ich nicht einschlafe, bevor er fertig sein wird. Sichtrosenkohl klingt auch irgendwie nicht gerade nach einer Revolution der Baustoffindustrie. Und: Ich hab‘ Hunger.

2 Kommentare

  1. Ich will ja nicht hetzen (neeeiiin :engel:), aber wenn ich sehe, wer dich im WP inzwischen überholt hat, hättest du besser mal dich selbst auf dem Hamsterrad als das Brot im Ofen vergessen. X(

    Wenn du mal in dich gehst: Sind nicht vielleicht noch ein paar Michelinpunkte, z.B. für den ein oder anderen morgendlichen Cross-Country-Lauf, nachzutragen? Nicht dass du noch mit Alternativsport
    Oberschenkeltrommeln anfangen musst. :fg:

    1. ja, ja, … ich weiß es ja…

      und ich schäme mich… zutiefst… ungefähr so wie wulff beim zapfenstreich.

      möglicherweise kann ich mich am wochenende ja nochmal motivieren… *wall*

Kommentar verfassen