Wir verstehen eine Anspielung, …

26 - Schriftliches 4141… wenn sie uns gefaxt wird. Der neue Chef und die Sekretärin testeten heute offensichtlich Datenleitungen oder ähnliches. Kurz nach der Frühstückspause klingelte mein Telefon und mir wurde befohlen, ans Fax zu gehen. Heraus kam ein Rezept für „Zucchini-Frikadellen mit Mozzarella“. Hmmmm…

Unserer Sekretärin genügte die Mitteilung des ordnungsgemäßen Faxempfangs, der Chef fügte noch eine Bemerkung an, dass er das gerne probieren würde, falls es zufällig jemand in nächster Zeit zuzubereiten gedächte. Da er nett ist, beschlossen wir kurzerhand, morgen ein außerplanmäßiges Fressgelage anzuberaumen.

Eine Kollegin wurde beauftragt, frische Brötchen zu organisieren, eine andere sorgt für einen Salat. Ich besorgte in der Mittagspause das Hackfleisch und die Zucchini. Eine kurze Internet-Recherche ergab übrigens, dass das etwas hausbackene Rezept aus dem „Netto-Kochstudio“ stammt. Bisher war mir nicht einmal klar, dass etwas Derartiges überhaupt existiert!

Eine Wissenslücke, mit der ich leben kann. Ein Rezept, indem ein Satz wie „Jetzt schneiden wir den Mozzarella in acht gleich große Stücke…“ vorkommt, reizt mich nicht gerade zum Ausprobieren. An dieser Stelle sei übrigens bemerkt, dass „Zucchini“ bereits ein Plural ist. Der von „Zucchino“ nämlich. „Vermischen Sie nun die Zucchinis mit den Semmelbröseln…“ lasse ich mal unkommentiert im Raum stehen… Wenigstens kommt kein Beutel irgendeiner hauseigenen Würzmischung zum Einsatz!

Nachdem die Hackfleischmasse eben wirklich einen guten Eindruck machte, dachte ich, ich könnte ja das in einigen Punkten – vor allem, was die Formulierungen angeht – abgewandelte und zu einem Hackbraten (leichterer Transport in öffentlichen Verkehrsmitteln!) verhackstückte Rezept einfach mal posten. Gibt ja heute auch sonst wenig Interessantes zu berichten.
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Zucchini-Hackbraten mit Mozzarella-Füllung
Zutaten (für eine Kastenform):
1 kg Hackfleisch, gemischt
2 Eier
5 Zweige frischer Oregano
1/2 Bund Bärlauch
2 Frühlingszwiebeln
300 g Paniermehl
600 g Zucchini
1 altbackenes Brötchen
100 ml Milch
Salz, Pfeffer
Oel
Paniermehl für die Form
Zubereitung:
Oregano, Frühlingszwiebeln und Bärlauch sehr fein hacken, Zucchini in feine Würfelchen schneiden.
Brötchen würfeln und in der erhitzten Milch aufweichen lassen. Frühlingszwiebeln in Oel anschwitzen, Kräuter und Zucchini zugeben, salzen und pfeffern und mit anbraten. Abkühlen lassen.
Hackfleisch mit den Eiern und dem Paniermehl in eine große Schüssel geben, Zucchinimasse und aufgeweichte Brötchen zugeben, nochmals kräftig salzen und pfeffern und durchkneten.
Eine Kastenform fetten und mehlen und die Hälfte der Masse hineindrücken. Mittig die aufgeschnittenen Mozzarellakugeln in die Hackmasse drücken. Restliches Hack darauf geben und festdrücken.
Bei 180°C etwa 60 Minuten backen, bis die Oberfläche braun und leicht knusprig ist.
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Wegen zu befürchtender Evakuierung unserer gesamten Abteilung habe ich auf den Knoblauch verzichtet und ihn durch Bärlauch und Frühlingszwiebeln ersetzt. Den Knoblauchsenf aus dem „Netto“-Rezept habe ich gleich ganz weggelassen. Der klang wirklich furchterregend. Und die Brötchenmatschmenge habe ich ebenfalls auf die Hälfte reduziert. Die Unmengen von Paniermehl schienen mir ohnehin schon etwas überdimensioniert.

Mal gespannt, wie das morgen schmeckt. Fest steht: Provozieren kann man uns mit sowas nicht. Uns nicht! Über solche Herausforderungen lachen wir nur. Schwierig würde es allenfalls mit mehreren warmen Gängen. Herdplatten und Backofen fehlen nämlich leider in unserer Abteilungsküche.

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