„Yes, my little girly, that might be, …

nokia 027… but there ain’t nobody that can sing like me,
ain’t nobody that can sing like me…“ – Billy Bragg

Mann, das war richtig schön gestern abend. Und sehr, sehr spät. Und wenn ich geahnt hätte, dass mich niemand davon abhalten würde, mit dem Telezoom und der Kamera in der Tasche die Ringkirche in Wiesbaden zu betreten, hätte ich getrost auf meine Skrupel wegen des Warnhinweises auf der Eintrittskarte pfeifen können. Hätte ich mal bloß…

Gut… Versuch macht kluch… Beim nächsten Mal riskiere ich es einfach. Mit ausreichend fettem Equipment fragt am Ende ohnehin keiner nach einem Presseausweis. Wie gesagt: Das passiert mir nicht nochmal. Andererseits weiß ich jetzt immerhin, was die Kamera meines Mobiltelefons taugt – nämlich nix. Wobei „nix“ noch reichlich nett formuliert ist.

Man erkennt eigentlich nur etwas Weißes vor etwas Dunklem. Besser: das Foto von des Bauherren Handykamera (siehe oben). Man sieht immerhin, dass das Weiße eine Gitarre dabei hat. Als Zusammenfassung des Abends taugt übrigens dieser Artikel sehr gut: „Triumph des Sozialisten in der Kirche“. Und die Fotos sind auch deutlich besser…

Sehr witzig übrigens der Augenblick als er von seinen Gefühlen während des Elfmeterschießens am Vorabend berichtet. Da hatte er wohl einen Gig in Hannover (!). In einem Heavy-Metal-Club (!). Man erlaubte ihm 90 Minuten Konzertdauer, da anschließend die „Disco“ begänne. Nach dem Konzert und mehr als einer Stunde mit Gesprächen am T-Shirt-Shop kam er wohl gerade noch rechtzeitig zum Highlight des Abends in die Nähe eines hannoveranischen Fernsehgerätes.

Seine Begeisterung ob der Erkenntnis, dass ein englisches Team ein deutsches Team tatsächlich im Elfmeterschießen besiegen kann, gipfelte in der Offenbarung, dass er am liebsten zu dem völlig erstarrten Schweinsteiger hingegangen wäre und seinen Arm um ihn gelegt hätte, um ihm leise, aber eindringlich den Satz „Now you know how it feels, you little bastard“ ins Ohr zu knurren.

Es war wirklich ein rundum toller Abend. Und wir mussten nicht mal nach London fliegen dafür. Die Ringkirche war übrigens ein ähnlich faszinierender Ort für ein Bragg-Konzert wie damals das „Hackney Empire“. Einzig vermisst habe ich den wahnsinnigen Engländer hinter uns, der permanent an unpassenden Stellen „Stop Racism!“ oder „Kill Capitalism!“ oder ähnliche Parolen in den Raum rief. Aber da gab es ja auch massenhaft „pints of beer“…

Was übrigens unverzeihlicherweise in dem oben verlinkten Artikel nicht erwähnt wird, ist die Tatsache, dass sein Gesang sich dramatisch verbessert hat. Nicht, dass es mich jemals gestört hätte, WIE er gesungen hat, weil ich immer darauf konzentriert war, WAS er gesungen hat – aber das war jetzt wirklich richtig toll. „The good news: My singing has improved since the last time“ – wir recht er doch hat!

„… Now I have walked a long long ways
And I still look back to my Tanglewood days
I’ve led lots of girlies since then to stray
Saying, ain’t nobody that can sing like me…“

2 Kommentare

  1. Die Faust ein Metal-Club? War mir neu. 😀

    Was das (!) hinter Hannover soll, während hinter Wiesbaden (!) keines steht, versteh‘ ich auch nicht so recht. :fg:

    1. was ein engländer so für einen heavy-metal-club hält. er sprach von schwarzen handtüchern in schwarzen räumen auf einem schwarzen tisch 😀

      ja, o.k…. vielleicht hätte hinter wiesbaden auch ein (!) gehört, aber andererseits: hannover… das ist schon ein anderes kaliber ^^

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