Das Ende der Meisengeschichte

37b---Mehr-Vogelchen 0418So kann man sich täuschen. Nach dem Ausfliegen der ersten drei Meisenküken befanden sich noch sechs weitere im Nistkasten.

Die gute Nachricht: Drei davon flogen noch aus. Hier die Fotos: Nr. 4, Nr. 5 und Nr. 6. Macht’s gut, Jungs – und Mädels natürlich. Vielleicht sieht man sich ja mal wieder. 

Die schlechte Nachricht: Bevor die letzten drei das Nest verließen, tauchte der total durchgeknallte Spatz auf, benahm sich wie ein mit Testosteron vollgepumpter TdF-Etappensieger und drang in den Nistkasten ein. Ich verscheuchte ihn.

Zwischendurch musste ich allerdings kurz weg, um Basilikum fürs Abendessen zu besorgen. Er nutzte die Gelegenheit. Bei meiner Rückkehr versuchte er gerade, ein totes Meisenküken aus dem Nistkasten zu zerren. Die Meiseneltern veranstalteten ein Mordstheater am Zaun, das ihn aber nicht weiter zu beeindrucken schien.

Ich schlug ihn schließlich endgültig in die Flucht, überwachte das Ausfliegen der letzten drei Küken und überredete anschließend den Bauherren, den Nistkasten zu öffnen. Drei tote Meisenkinder befanden sich darin. Dieses Schwein! Das wird er mir büßen! Das nehme ich wirklich persönlich. Mit diesem Spatzen stimmt etwas nicht. Definitiv.

Nachdem ich in den letzten Wochen ständig ein spannendes Programm vor dem Küchenfenster hatte, ist es jetzt richtig langweilig da draußen. Keine Futteranflüge mehr, kein Piepsen aus dem Nistkasten… Immerhin haben die Eltern neun Meiseneier ausgebrütet und anschließend neun hungrige Schreihälse gefüttert. Respekt.

Seit gestern taucht übrigens auch das Grünfinkenpärchen wieder an der Futterstelle auf. Die lassen sich von den Spatzen wenigstens nichts gefallen und lassen – zumindest bis jetzt – die Meisen in Ruhe.

3 Kommentare

  1. Unter uns Anhängern der Unschuldsvermutung: Vielleicht waren die drei Meisenküken schon tot? Wenn unsere Balkonamseln einen großen Wurf hatten, lagen am Ende auch immer ein oder zwei tote Welpen im
    Nest. Ich kann mir nicht so recht vorstellen, dass die Eltern nicht eingreifen, wenn ein Spatz ihre Jungen killt.

    Dass ich auf deine Vogelfotos schwer neidisch bin, brauche ich wohl nicht extra zu erwähnen. Wichtige Erkenntnis: Meisenkitze sehen genauso unverschämt und übellaunig aus wie Amselwelpen. 😀

    1. die drei meisenfrischlinge waren definitiv noch nicht lange tot. und selbst unter berücksichtigung der unschuldsvermutung – die uns ja allen sehr am herzen liegt… – halte ich den spatz für
      wahnsinnig schuldig. ich dachte vorher auch nicht, dass er tatsächlich etwas fieses anrichten könnte. sonst wäre ich auch nicht in seelenruhe einkaufen gegangen. aber als ich sah, wie er das tote
      küken aus dem nistkasten zu zerren versuchte… das schwein war es! definitiv!

      diese heruntergzogenen mundwinkel. wie kleine bundeskanzlerinnen bei gemecker innerhalb der eigenen partei… das muss ihnen erst mal jemand nachmachen! 😀

  2. Da sieht man’s wieder, die vorurteilsbelastete Welt! Was für ein Krimi:
    Zuerst wird die arme Katze grundlos verdächtigt, dabei war’s in Wirklichkeit der augenscheinlich-harmlose Spatz!
    🙂

Kommentar verfassen