Der Agent mag Süßes

rhabarbermousse - rhabarberHeute war es soweit: Der erste Ertrag des Jahres wurde in die Küche befördert. Wobei man bei 250 Gramm Rhabarber ja eigentlich noch nicht von „Ertrag“ sprechen sollte. Immerhin. Besser als nix. Ich beschloss, meine karge Beute in einen Bestandteil des morgigen dreiteiligen Sonntagsdesserts zu investieren.

Für Teil zwei hatte ich bereits gestern Ingelheimer Erdbeeren organisiert. Und in Teil drei kommen Holunderblütensirupreste vom vergangenen Jahr zum Einsatz. So lange noch derart viel davon im HWR wertvollen Regalplatz blockiert, setze ich keinen neuen an. 

Was es insgesamt geben wird? Zum einen eine Rhabarbermousse, dann Erdbeeren in Winzersektgelee und schließlich noch ein Holunderblütensorbet oder -eis. Da bin ich mir noch nicht ganz sicher. 

Der Bauherr hat sich jedenfalls seinen Dessertteller verdient, hackte er doch heute den Unkrauthang frei und betätigte sich anschließend als „Agent Orange“. Wie heißt das alte Sprichwort nochmal? Ah, ja! Genau! „Entlaubungsmission am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen.“ Das wollen wir doch mal sehen, ob wir die Böschung unkrautfrei bekommen. Mit uns nicht.

Vom Gift zurück zu den Süßigkeiten. Zur Zeit befinden sich acht Sekt-Erdbeer-Gelees und eine Schüssel voller Rhabarbermousse im Kühlschrank, wo sie ihren Aggregatzustand von flüssig zu fest ändern sollen. Insgesamt elf Blatt Gelatine dürften für alles genügen. Elf Freunde müsst ihr sein!

Die ersten Tests wurden zwischen die beiden heutigen EM-Spiele verlegt. Dazu gibt es Schnitzelröllchen mit Basilikumpesto und weißen Spargel. Vom Pesto waren noch reichlich Reste von gestern übrig. Da hatte ich nämlich Rotbarschfilets gerollt. Mit Pesto bestrichen, mit Schinken belegt – und dann außen eine Scheibe Schinken rum. Dazu grünen Spargel mit einer Auflage aus Crème fraîche und Pesto. Das war improvisiert, aber köstlich.

Mein Zahnstocherverbrauch hat in den letzten Wochen beängstigende Ausmaße angenommen. Roularden, Involtini oder sonstiges Gestecktes und Gewickeltes ist aber auch einfach praktisch. Erst gefüllt nach jeweiliger Laune, dann kurz kräftig angebraten und schließlich schön weich geköchelt. Das ergibt zartes Fleisch und leckere Soße. Und dazu brauchen wir meistens dann auch nur noch eine Portion Ofenspargel in verschiedenen – möglichst passenden – Variationen. Nix Nudel, nix Kartoffel, nix Klößchen. Mjam!

Hier nun noch die beiden Dessertrezepte von heute:
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Rhabarbermousse
Zutaten (für etwa acht Nocken als Bestandteil eines mehrteiligen Desserts):
250 g Rhabarber
50 g Puderzucker
1 Spritzer Zitronensaft
150 l Sahne
1/2 Vanilleschote
3 Blatt Gelatine
Zubereitung:
Rhabarber schälen und in kleine Würfelchen schneiden. Mit etwas Wasser (wirklich wenig!) aufsetzen und weich dünsten.
Sobald er zerfallen ist, Zitronensaft, Puderzucker und das Mark einer halben Vanilleschote zugeben. Kurz mit einköcheln.
Sahne steif schlagen, Gelatine einweichen. Ausgedrückte Gelatine schließlich in das etwas abgekühlte Rhabarberkompott rühren. Masse weiter abkühlen (evtl. kaltes Wasserbad) und schließlich Sahne unterheben.
In eine Schüssel geben und für etwa vier Stunden im Kühlschrank fest werden lassen. Mit einem Suppenlöffel Nocken abstechen.
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Sektgelee mit Erdbeeren
– Quelle: „So isst Italien“ 04/2012 –
Zutaten (für acht Dessert- bzw- Vorspeisenförmchen):
500 g Erdbeeren
8 Blatt Gelatine
0,5 l Sekt
5 EL Zucker
Zubereitung:
Gelatine in kaltem Wasser zehn Minuten einweichen, dann ausdrücken und im Wasserbad auflösen. Den Zucker dazugeben und bei geringer Hitze erwärmen, bis sich der Zucker aufgelöst hat.
Die Erdbeeren würfeln und auf die Förmchen verteilen.
Den Sekt in die Gelatine einrühren und das noch flüssige Sektgelee auf die Erdbeeren geben. Die Dessertschalen für vier bis fünf Stunden in den Kühlschrank stellen, damit die Flüssigkeit fest werden kann.
Anmerkungen:
Ich verwendete diese halbkugelförmigen Edelstahldessertförmchen. Die Erdbeeren schnitt ich relativ fein, damit am Ende mehr davon in die Förmchen passen. So brauchte ich knapp 700 g Erdbeeren, aber dafür nur etwa 400 ml Sekt.
Beim Arbeitsschritt „Sekt in die Gelatine einrühren“ überkam mich kurz Verzweiflung, da natürlich (Hatte ich es mir nicht bereits vorher gedacht?!) die Gelatine im kalten Sekt klumpte. Da half nur ein beherztes Erwärmen des Sekts, ein Schneebesen und ein kräftiger rechter Oberarm.
Zwischendurch hatte ich Bedenken, aber jetzt scheint das Gelee doch noch steif zu werden. Schwitz!
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Fotos von den Endprodukten gibt es erst morgen, wenn sie neben dem Eis (oder dem Sorbet?) ihren Platz auf einem Dessertteller eingenommen haben.

Und jetzt is‘ erstma‘ Fußball. Bin wech…

4 Kommentare

    1. andere sorte. definitiv. es gibt den supersauren grünen – und dann verschiedene rote, die nicht ganz so sauer sind. meiner war ein blindkauf. ich hatte glück – genau den wollte ich =)

  1. Aha. Wieder was gelernt!
    Danke für die Auskunft. Nun muss ich nur noch herausfinden, wonach gneau ich suchen muss, denn bisher hieß es immer „Rhabarber“ halt… dabei mag ich geschmacklich alle Sorten, aber der
    „durchgefärbte“ eignet sich eben für manche farblichen Effekte besser. Sirup, Gelees etc… in diesem herrlichen pink!

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