„Keep calm and carry on!“

sticky toffee pudding - with vanilla ice creamMehr gibt es irgendwie zum Entstehen des heutigen Blogposts auch nicht zu sagen. Das Herstellen des ersten Sticky Toffee Puddings meines Lebens erwies sich als Bastelarbeit mit beträchtlicher emotionaler Bandbreite – zwischen „Waaaah! Das kann doch so nicht richtig sein!“ und „Mmmmhhh… Mümmel… Läggaaaaa…“ war alles dabei.

Prinzipiell wahrscheinlich von der Natur so vorgesehen, weil man durch Panik und Schweißausbrüche ja schon vorab einen Teil der Kalorien abbaut, die man später wieder zuführt.

Allem vorangegangen war allerdings das Aufspüren von ‚Self raising flour‘ und ‚Muscovado sugar‘ durch den Bauherren, das Memorieren der Tipps von Graham Harvey und eine ausgedehnte Rezeptesichtung im Internet. Am Ende kam das hier dabei heraus:

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Sticky Toffee Pudding
Zutaten (für 10 kleine Soufflé-Förmchen):
200 g getrocknete und entsteinte Datteln
300 ml Wasser
1 gestrichener Teelöffel Natron
85 g Butter
175 g self raising flour
175 g Puderzucker
2 Eier
150 g Muscovado Zucker
150 g Butter
200 ml Sahne
2 Teelöffel Aberlour a’bunadh
Zubereitung:
Datteln in kleine Stücke schneiden. Dabei war ich mir nicht ganz sicher, was „chopped“ genau bedeutet bzw. ob es etwas über die Größe der Stückchen aussagt. Bei mir sah das dann etwa so aus.
Gehackte Datteln und Wasser in einen kleinen Topf geben und aufkochen. Etwa zehn Minuten köcheln lassen, damit die Früchte aufweichen. Jetzt kommt der spannende Chemiebaukasteneffekt: Das Natron in den Topf geben und unterrühren. Wichtig: Nicht in Panik geraten, wenn es im Topf plötzlich so aussieht. Einfach ein bißchen rühren. Das beruhigt.
Hitze reduzieren und noch ein bißchen weiterköcheln lassen. Schließlich in einen hohen Rührbecher geben und mit dem Pürierstab zerkleinern. Das stand zwar in keinem Rezept, aber das habe ich dann einfach mal getan, da mir die Dattelstücke immer noch etwas überdimensioniert vorkamen. Hier wichtig: Nerven behalten, wenn das Ganze dann ungenießbar und gruselig aussieht. Alles wird gut!
Während die Dattelmasse dann etwas abkühlt, kann man sich hervorragend mit der Herstellung des Teigs beschäftigen: Butter und Puderzucker schaumig aufschlagen, nach und nach Eier und Mehl zugeben und kräftig weiterschlagen. Schließlich die Dattelmasse unterheben.
An diesem Punkt war ich dann schon wieder sicher, dass da irgend etwas nicht stimmt. Der Teig sah irgendwie grau aus. Jedenfalls nicht so golden wie ich mir das vorgestellt hatte. Ein Geschmackstest an dieser Stelle beruhigte mich dann wieder etwas. Die Sache war vielleicht doch nicht völlig hoffnungslos.
Den Teig schließlich auf gefettete Souffléförmchen verteilen – sie sollten jeweils etwa zu zwei Dritteln gefüllt sein – und bei 160°C (Umluft) für 30 Minuten dem Ofen anvertrauen.
Jetzt geht es an die Toffeesoße. Und das war dann wirklich sehr, sehr einfach. Muscovado, Butter und Sahne (möglichst völlig ungerührt angesichts der eigenen Kalorienbilanz) in einen Topf geben und bei kleiner Hitze simmern lassen, bis sich der Zucker komplett aufgelöst hat. Weiterköcheln, bis die Soße einen Zustand erreicht hat, den man mit „lovely toffee colour“ beschreiben könnte. Das tun dann auch die meisten britischen Rezepte. Zuletzt – kurz vor dem Anrichten – den Whisky einrühren.
Pudding nach dem Ende der Backzeit vorsichtig aus den Förmchen nehmen, jeweils einen noch warmen Pudding mit der Soße übergießen und mit einer Kugel Vanilleeis anrichten. Sofort servieren und genießen – ohne einen weiteren nutzlosen Gedanken an Brennwerte oder ähnlich Hässliches zu verschwenden.
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An diesem Rezept werde ich kein bißchen mehr verändern. Das ist absolut perfekt – zumindest für unseren Geschmack. Der Whisky gibt der Soße geschmacklich einen echten Kick. Genial. Und das Beste: Die kleinen Kuchen können problemlos nach dem Abkühlen wieder aufgewärmt und mit ebenfalls wieder aufgewärmter Soße übergossen werden. Schmeckt kein bißchen schlechter als frisch aus dem Ofen.

Was allerdings noch erwähnt werden muss: Ein Foto des fertigen Tellers verschiebt man am besten auf den Folgetag. Wenn man gerade das schweißtreibende Backabenteuer hinter sich und den köstlich duftenden Pudding vor sich hat, kann es passieren, dass die Gier dazu führt, dass das Foto davon am Ende so aussieht: Frikadelle mit Bratensoße und Kartoffelpüree.    

7 Kommentare

    1. kein wort gegen den sticky! da verstehe ich keinen spass! 😀

      tanker zog bereits – gemeinsam mit anchor – kurz nach tugboats tod bereits bei tyler ein. ich habe in DER liste auch ein hübsches foto gefunden: wuff!

      da stellt sich doch die frage: wo ist anchor?!

  1. 😀

    Könnte zu Verwirrungen führen, wenn sich Onkel Lance mal wieder meldet. ^^

    Immerhin ist mir jetzt klar, warum ein Bottle oder ein Knuddel ihre Hündchen ständig mit auf Tour schleppen. :rolleyes:

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