Angepflaumt…

35b - Netteres 2066Mitten in der Nacht schreckte uns der Rauchmelder im Schlafzimmer plötzlich auf. Wir überlegten verzweifelt, wie wir das Ding zum Schweigen bringen könnten. Übliches Prozedere beim Batteriewechsel: Matratze raus, Lattenrost raus, Riesenleiter aus dem Carport rein. Waaah!

Der Bauherr spielte kurz mit dem Gedanken, den Kasten einfach von der Decke zu kloppen. Plötzlich war der Spuk jedoch wieder vorbei. Keine Ahnung, woran das lag. Ermattet sanken wir erneut in die Kissen.

Heute morgen machte ich mich dann bereits in aller Frühe ans Abfüllen des Holunderlikörs. Das Anstrengendste dabei war, die Schraubverschlüsse von den riesigen Ansatzgläsern zu entfernen. Ich kämpfte eine verzweifelten Kampf in der Ständigen Angst, das Zeug über die Terrasse zu kippen. Am Ende waren die Deckel ab, das Zeug abgeseiht und insgesamt zehn Liter des wirklich außerordentlich leckeren Likörs in Flaschen abgefüllt und etikettiert.

Sodann ging es an die Verwertung der in der Küche zur Freude aller Fruchtfliegen offen herumstehenden Pflaumen. Der Hefeteig war flott hergestellt, die Pflaumen in Leiterchen geschnitten. Als noch Hefeteig und ein paar Pflaumen nach Belegen des Kuchens in der Tarteform übrig waren, bastelte ich noch vier kleine Tartes.

Dabei hatte ich schon das Gefühl, dass ich den restlichen Teig besser auf acht Förmchen aufgeteilt hätte, aber was solls?! Ab dafür. Und ab in den Ofen. Der große Kuchen sah dann auch recht ordentlich aus. Die kleinen Exemplare aber sorgten zwischenzeitlich für allerlei Kurzweil. Aus dem Backofen holte ich schließlich vier Hefebrötchen mit ein paar einsamen Pflaumenstückchen auf dem Gipfel. Der Rest lag abgerutscht am Boden des Backofens. Fotos davon gibt es nicht. Das war echt zu peinlich. Aber geschmeckt hat es. Besonders warm mit einer Kugel Vanilleeis.

Vom „Quetschekoche“ zum „Döbbekoche“: Während der Kuchen sich im Ofen befand, ging es an die Herstellung von Döbbekoche. Wurde mal wieder Zeit. Und da ab Montag Schmalhans bei uns Küchenmeister sein wird – die Waage schreit danach! -, musste heute nochmal etwas auf den Tisch, das es voraussichtlich erstmal nicht mehr geben wird. Und morgen quiekt zum Abschluss dann noch mal fröhlich das kleine Schnitzelschweinchen. Pah!

Und als der Bauherr zu einer Radrunde aufbrach und ich die übrigen fünf Pflaumen traurig und einsam auf der Arbeitsplatte liegen sah, musste ich sie doch noch verarbeiten. Dann halt auch noch ein Dessert. Heute gilt es!
______________________________________

Warme Whisky-Pflaumen-Galette mit Vanilleeiswhisky-pflaumen-galette mit vanilleeis
Zutaten (für zwei Personen):
80 g Weizenmehl
2 gehäufte TL Muscovado Zucker
1 Prise Salz
50 g kalte Butter in Flöckchen
3 EL kaltes Wasser
4 Pflaumen
1 TL Zitronensaft
60 ml Wasser
2 EL Muscovado Zucker
2 EL Ben Riach (Whisky)
Mark einer halben Vanilleschote, etwas Zimt
1 Eigelb + 1 TL Milch
Vanilleeis
Zubereitung:
Mehl, Zucker und Salz mischen, Butter von Hand einkneten. Wasser zugeben und einarbeiten. Teigkugel in Frischhaltefolie für etwa 60 Minuten in den Kühlschrank geben.
Kurz vor Ablauf der Kühlzeit des Teiges Pflaumen waschen und in sehr feine Scheibchen schneiden. Mit Zitronensaft beträufeln. Wasser und Zucker in einer kleinen Kasserolle kurz aufkochen und dann köcheln lassen, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Whisky, Vanillemark, Zimt und Butter zugeben und bei abgeschalteter Hitze schmelzen lassen. Flüssigkeit über die Pflaumen geben und etwa fünf Minuten durchziehen lassen.
Arbeitsplatte mehlen, Teig aus dem Küglschrank nehmen und halbieren. Beide Teile jeweils dünn ausrollen. Jeweils die Hälfte der Fruchtmischung auf jede Teighälfte geben, Rand zur Mitte etwas einrollen und mit dem mit der Milch verquirlten Eigelb bestreichen.
Bei 175°C etwa 25 Minuten ausbacken, auf einem Kuchenrost leicht auskühlen lassen und sofort – noch warm! – mit einer Vanilleeiskugel servieren.
______________________________________

So ähnlich schwebte mir das bereits eine Weile vor. Und es schmeckte gar köstlich. Die Herstellung ist absolut simpel. Das werde ich bei Gelegenheit mal mit Sauerkirschen testen. 

2 Kommentare

  1. Hallo Manuela,

    das mit dem Rauchmelder kommt mir bekannt vor. In der Wohnung unserer Mieter hat sich auch einer der Rauchmelder scheinbar grundlos immer wieder mal lautstark zu Wort gemeldet.
    Zur Behebung des Problems habe ich ihm dann mit dem Kompressor mal ordentlich den Marsch geblasen. Seither verhält er sich ruhig. 🙂 Vermutlich hatte sich ein böses Staubkorn oder ein winziges
    Krabbeltier hinein begeben und wurde falsch positiv als Rauch detektiert.

    Viele Grüße aus Dresden

    Marko

    1. danke für den tipp. sollte das ding nochmal unvermittelt losgehen, und sollte der chef das ding noch nicht beherzt von der decke geknüppelt haben, werde ich es mal mit einem druckluftspray
      versuchen.

      danke & gruß =)

Kommentar verfassen