Panem et circenses

weizen-dinkel-brötchen - körbchenDas beschreibt den heutigen Tag recht gut – allerdings in umgekehrter Reihenfolge. Die Spielchen habe ich mir selbst eingebrockt, bestieg ich doch im strömenden Regen in Wiesbaden den Partybus, der zwanzig Minuten vor dem Schnellbus abfuhr.

Und so langsam sollte ich es echt gelernt haben: Jeder zweite Bus dieser Linie endet fast vor meiner Haustür. Der jeweils andere in der Ortsmitte des Nachbardorfs. Aber irgendwie wollte ich nur noch nach Hause. Und es regnete. Da blieb keine Zeit, sich mit Nebensächlichkeiten wie der Anzeige an einem blöden Bus zu beschäftigen.

Am Ende schleppte ich mich – immerhin regnete es nicht mehr – mit einer fetten Einkaufstasche und meinem üblichen Marschgepäck etwa eine Viertelstunde lang an der Durchgangsstraße entlang Richtung Heimat. Nun gut. Gegen eine zusätzliche Trainingseinheit ist ja nun prinzipiell nichts einzuwenden…

Als mir irgendwann einfiel, dass der Bauherr erst recht spät eintreffen würde, und dass ich ihm eigentlich ein paar Brötchen mitbringen wollte, war die Wanderstimmung mit Einkaufstasche etwa am Nullpunkt angelangt. Da war noch Hefe im Kühlschrank! Wer braucht schon eine Bäckerei?!

Ich machte mich stattdessen an die Herstellung von Baguettebrötchen. Jedenfalls sowas in der Art. Am Ende wurden es dicke Knoten, die aber bisher einen sehr guten Eindruck machen. Testen wird sie der Chef bei seiner Rückkehr. Für mich ist Brot ja zur Zeit in den Abendstunden nicht mehr erlaubt.

Ich riskiere es trotzdem mal, das Rezept zu posten.
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Weizen-Dinkel-Brötchen
Zutaten (für acht Brötchen):
400 g Weizenmehl Type 405
400 g Dinkelmehl Type 630
1 Würfel Hefe (42 g)
1 TL Zucker
600 ml lauwarmes Wasser
2 TL Salz
Zubereitung:
Mehl in einer reichlich große Schüssel geben, eine Mulde in die Mitte drücken und die Hefe hineinbröseln. Den Zucker darüberstreuen und einen guten Schluck warmen Wasser zugeben. Mit einem Löffel die Hefe vorsichtig aufrühren, sodass auch etwas Mehl mit eingerührt wird. Abgedeckt für etwa 15 Minuten gehen lassen.
Salz auf dem Mehlrand verteilen, restliches Wasser nach und nach zugeben und den Teig ordentlich kneten. Möglicherweise nochmal die Mehlmenge erhöhen – je nach Konsistenz des Teigs. Meiner war bei diesen Mengenangaben recht ordentlich geraten. Mehl wurde nur noch zum Kneten und Ausrollen benötigt.
Teig wieder in die Schüssel geben, abdecken und nochmals etwa zwanzig Minuten gehen lassen. Anschließend wieder durchkneten und in acht gleiche Teile schneiden. Jeweils eine dicken Strang aus den Teigstücken rollen und verknoten. Die Teigknoten auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech geben, ein ofenfestes Schälchen Wasser dazustellen und die einzelnen Brötchen vor dem Backen mit Wasser abreiben.
Bei 200°C Umluft etwa eine halbe Stunde backen. Nach der Hälfte der Zeit die Oberflächen nochmals mit Wasser bestreichen.
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Die Brötchen haben eine schöne, knackige Kruste und sind innen sehr fluffig. So soll das sein! Leider dürfen Leute, die außen „sehr fluffig“ sind, sie nicht probieren. Da bleibt mir nur die Vorfreude auf die beiden Scheiben gestern bereits gebackenen Dinkelvollkornbrotes, die ich gleich mal in meine Arbeitstasche packen werde. Besser als nix!

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