„Well did you ever make Colcannon, …

colcannon… Made with lovely pickled cream?
With the greens and scallions mingled
Like a picture in a dream.

Did you ever make a hole on top
To hold the meltin‘ flake

Of the creamy, flavoured butter
That our mothers used to make? …“

– Irish Traditional

Im Prinzip beinhaltet der Songtext ja fast schon das Rezept, zumindest die wichtigsten Bestandteile. Zu Halloween kam bei uns nämlich „Colcannon“ auf den Tisch, ein traditioneller irischer Kartoffelbrei mit Grünkohl.

Colcannon ist allerdings nicht nur einfach ein Gericht, sondern es gibt auch einen irischen Folksong gleichen Namens, der in zahllosen Versionen durchs Netz geistert. Beginnen wir einfach mal mit der fantastischen Mary Black: „Colcannon“

„… Oh you did, so you did
So did he and so did I
And the more I think about it
Sure the nearer I’m to cry
Oh weren’t them the happy days
When troubles we knew not
And our mother made colcannon
In the little skillet pot…“

Angesichts der Tatsache, dass reichlich Grünkohl („Curly Cale“) im Garten steht, und dass wir im vorletzten Jahr in Irland und in diesem Jahr in Schottland Urlaub gemacht haben, war ein Colcannon-Versuch im Prinzip längst überfällig. Zutaten wie Ringe, Münzen oder Knöpfe (IrelandNow: Colcannon at Hallowe’en used to contain a plain gold ring, a sixpence, a thimble or button: finding the ring meant marriage within the year for the person who found it, the sixpence meant wealth, the thimble spinsterhood and the button bachelorhood.“) ließ ich bei der Zubereitung allerdings einfach weg. Wir konzentrieren uns hier mal nur aufs Essen.

„… Well, did you ever take potatoe cake
And boxty to the school
Tucked underneath your oxter with
Your books, your slate and rule
And when teacher wasn’t looking‘
Sure a great big bite you’d take
Of the creamy flavoured soft and meltin‘
Sweet potatoe cake…“

Zur kanadischen Bob-Hallett-Interpretation („Colcannon“) gibt es jetzt das Rezept (eine von mir zusammengebastelte Version nach dem Studium zahlloser Rezepte im Netz). Im Prinzip verhält es sich mit Colcannon wie mit allen regionalen Rezepten: Es gibt soviele Varianten wie Familien, bei denen es auf den Tisch kommt.

„… Well did you ever go a courtin‘ boys
when the evenin‘ sun went down
And the moon began a peepin‘
from behind the Hill O‘ Down
And you wandered down the boreen
where the clúrachán was seen
And you whispered lovin‘ praises to
your own dear sweet cáilín…“
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Colcannon
Zutaten:
1 kg mehlig kochende Kartoffeln
etwa 6 Blätter Grünkohl
1 Stange Lauch
1 Bund Frühlingszwiebeln
reichlich Butter
1 Schuss Milch
1 Schuss Sahne
Salz, Pfeffer, Muskat
Zubereitung:
Kartoffeln schälen und in Salzwasser weich kochen. Währenddessen Grünkohl und Lauch waschen und zerkleinern – Lauch in halbrunde Stücke schneiden, vom Grünkohl die Strünke entfernen und nur die Blätter in Stücke zupfen oder hacken.
Frühlingszwiebeln in Ringe schneiden und in einen Blender oder Pürierbecher geben. Grünkohl und Lauch in kochendes Wasser geben und etwa fünf Minuten köcheln lassen, bis beide weich sind. Dann zu den Frühlingszwiebeln geben.
Gemüse mit einem guten Stich nicht zu kalter Butter pürieren. Kartoffeln mit einem Kartoffelstampfer bearbeiten, püriertes Gemüse, Milch und Sahne zugeben, mit Salz, Pfeffer und – optional – Muskat abschmecken.
Colcannon in eine Schüssel geben, eine Mulde in die Mitte drücken und ein Stück Butter darin schmelzen lassen.
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Das ist wirklich außerordentlich lecker, eine passende Beilage zu allen möglichen Herbst- und Wintergerichten und eine prima Möglichkeit, Grünkohl auf den Tisch zu bringen. Und es erinnert mich an den Möhren-Petersilien-Kartoffelstampf meiner Mutter. Und deshalb singen wir jetzt alle nochmal mit Seamus O’Rourke den Refrain zu meiner Lieblingsversion des Colcannon-Songs:

„… Oh you did, so you did
So did he and so did I
And the more I think about it
Sure the nearer I’m to cry
Oh weren’t them the happy days
When troubles we knew not
And our mother made colcannon
In the little skillet pot…“

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