Nochmal nachgelegt

geschichtetes semifreddo mit maronen - nach dem ersten testHeute kam ich dann doch noch zu meiner Eiweißschwemme, die ich eigentlich bereits während der Weihnachtsbäckerei erwartet hatte. Sechs Stück blieben übrig. Die wurden dann gleich aufgeschlagen, gepuderzuckert und auf drei Bleche verteilt. Baisers! Die habe ich schon immer geliebt. Die genialste Resteverwertung aller Zeiten – auch außerhalb der Weihnachtszeit.

Wo die Eiweiße herkamen? Gute Frage. Und ich bin mir nicht sicher, ob ich sie hier so öffentlich beantworten soll, da es sich am Ende vielleicht um einen Bestandteil des diesjährigen Weihnachtsdesserts handeln könnte.

Andererseits: Die Welt wird nicht gleich untergehen, nur weil ein winziges Fitzelchen des Menues vorab bekannt wird, oder?

Ich springe also mal über meinen Schatten. Das ist der, der am 25.12. wieder Küchenhandtücher vor die Backöfen hängen wird. Immerhin weiß ja bis dahin niemand, wie es schmeckt. Und es schmeckt wirklich sehr, sehr gut. Und niemand weiß bis dahin, wie es aussieht. Das heutige Foto nach dem ersten Test sollte wohl nicht allzu viel verraten.

Das Rezept ist aus der aktuellen „So isst Italien“ und heißt „Geschichtetes Semifreddo mit Maronen“. Das sah schon auf dem Foto so verlockend aus…
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Geschichtetes Semifreddo mit Maronen
Zutaten (für die Maronen-Schicht):
400 ml Sahne
2 Eigelb
100 g Zucker (ich verwendete Puderzucker)
4 EL Maronencrème (ich fand bei Edeka Maronenpürée von Lacroix)
Zutaten (für die Orangenlikör-Schicht):
400 ml Sahne
2 Eigelb
100 g Zucker
3 EL Orangenlikör
Zutaten (für die Schokoladen-Nougat-Schicht):
400 ml Sahne
2 Eigelb
80 g Zucker
50 g Nougat
100 g Zartbitterschokolade
Zubereitung:
Die Schichten werden nacheinander zubereitet, da die Overfläche gefroren sein muss, bevor die nächste Schicht eingefüllt wird. Sie würden sich ansonsten vermischen. Die Zubereitung ist zeitintensiv, aber eigentlich ganz einfach.
Für die Maronen-Schicht die Sahne steif schlagen und in den Kühlschrank stellen. Eigelb und Zucker über dem heißen Wasserbad zu einer weißlichen, cremigen Masse aufschlagen, dann vom Herd nehmen und über einer mit Eiswürfeln gefüllten Schüssel kaltrühren (Anm.: Bei dieser recht kleinen Menge tut es auch eine größere Schüssel mit eiskaltem Wasser). Die Maronencreme einrühren, die Sahne unterheben und die Masse in eine mit Frischhaltefolie (Anm.: Silikonförmchen gehen auch ohne Folie) ausgelegte Kastenform gießen und für eine Stunde in den Gefrierschrank stellen.
Erst dann mit der Zubereitung der Orangenlikör-Masse beginnen. Dazu die Sahne steif schlagen und in den Kühlschrank stellen. Eigelb und Zucker über dem heißen Wasserbad zu einer weißlichen, cremigen Masse aufschlagen, dann vom Herd nehmen und über einer mit Eiswürfeln gefüllten Schüssel kaltrühren. Den Orangenlikör einrühren, die Sahne unterheben und die Masse auf die angefrorene Maronen-Schicht geben. Wieder in den Gefrierschrank stellen.
Nach einer Stunde Kühlzeit die letzte Schicht zubereiten. Dazu die Sahne steif schlagen und in den Kühlschrank stellen. Eigelb und Zucker über dem heißen Wasserbad zu einer weißlichen, cremigen Masse aufschlagen, dann vom Herd nehmen und über einer mit Eiswürfeln gefüllten Schüssel kaltrühren. Schokolade und Nougat über einem heißen Wasserbad schmelzen und unter ständigen Rühren in die Eimasse geben, dann die Sahne unterheben und die Masse als letzte Schicht in die Form füllen. Sechs Stunden gefrieren lassen.
Zehn Minuten vor dem Verzehr die Form aus dem Gefrierschrank nehmen und das Semifreddo etwas antauen lassen. Dann stürzen und in Scheiben geschnitten servieren.
(Anm.: In einen Teil der Orangenlikör-Schicht habe ich statt des Likörs für ein mitessendes Kind frisch gepressten Mandarinensaft gegeben. Schmeckte auch nicht schlecht.)
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Nochmal zurück zu den Baisers: Nichts falsch machen kann man, wenn man das Eiweiß mit einer Prise Salz zu steifem Schnee schlägt und dann pro Eiweiß 50 g Puderzucker mit unterschlägt. Auch ein Spritzer Zitronensaft schadet nicht. Anschließend bei 100°C Umluft mindestens drei Stunden trocknen lassen. Ich bin mittlerweile bei ganzen vier Stunden angelangt. Aber jetzt sind sie auch bald soweit.

Zu Abend gab es übrigens Wildschweingulasch. Mit Champignons und Steinpilzen. Eingekocht mit einem fetten Bouquet garni mit viel Rosmarin. Momentan stehe ich irgendwie total auf ordentlich geschmortes Fleisch. Je länger desto besser. Und dann gab es noch Schwarzwurzeln dazu. Viel besser kann ein Sonntagsessen nicht sein.     

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