„How do I make him less of an asshole?“

Paris 0605Eine gute Frage, die Lance‘ Mutter da 1993 gestellt hat, Und ich fürchte, sie hat immer noch keine Antwort darauf gefunden. Wie auch?! Seitdem hat er sich ja beständig in diese Richtung weiterentwickelt. Und sein „Geständnis“ ist auch nur ein schlechter Scherz.

Paul Kimmage hat wirklich jedes Recht dazu, sich auf seinem Guardian-Blog bei jedem einzelnen Wort ein Loch in den Bauch zu freuen: „A convincing 39 seconds, then back to the old Lance Armstrong“.

Wer da mehr als das wiederholte „Yes“ zu Beginn glaubt, dem ist nicht mehr zu helfen. Wirklich nicht. Es ist ja nicht – wie der Meister sagt – so, dass er sich da nur geschmeidig in eine Kultur des Dopens eingefügt hat.

Es ist ja so, dass er der Godfather der Radsport-Omertà wurde. Drohungen, Mobbing, Erpressung, Bestechung – man weiß gar nicht so recht wo man anfangen und aufhören soll…

Und ich mag mich auch gar nicht mehr so recht damit befassen. Wer Lesestoff mag, der jegliches Mitgefühl mit dem „reuigen Sünder“ vertreibt, dem sei dies hier angeboten: Christophe Bassons auf Bicycling.com,  Filippo Simeoni auf Cyclingnews.com,  Frankie Andreu auf ESPN, Betsy Andreu im Telegraph und eine nette Zusammenfassung in der NYDaily News: „Victims of Lance Armstrong…“

Wer es dann noch härter braucht, kann sich noch die Pressekonferenz anlässlich der ToC 2009 ansehen, während der er Paul Kimmage vor laufender Kamera sagt, dass dieser nicht den Stuhl wert sei, auf dem er sitze: „Excuse me. What’s your name?“

Ich meine: Wieso sollte irgendwer auch nur das geringste Verständnis aufbringen für einen offensichtlichen Soziopathen, der mit seinem gesamten bisherigen Leben nichts anderes angefangen hat, als für den eigenen Vorteil andere Menschen zu erniedrigen, bedrängen, bedrohen und herabzuwürdigen?! Und: Jeder, der sehen, hören und lesen kann, wird froh sein, diesem Menschen niemals im wirklichen Leben begegnet zu sein. Bisher dachte ich immer, er sei der klassische Fall Mensch, den ’nur eine Mutter lieben kann‘. Offensichtlich nicht einmal das…

Aber kommen wir zu etwas Erfreulicherem: dem heutigen Dessert. Bei unserem Aufenthalt auf der Isle of Skye haben wir es schändlicherweise verpasst, im „Three Chimneys“ einzukehren. Ein unverzeihlicher Fehler, der uns nur deshalb unterlaufen ist, weil uns – besonders mich – die Sticky-Gier praktisch an die Ostküste der Insel tackerte.

Um dies wenigstens ansatzweise nachzuholen, gab es heute dieses Dessert: „Hot marmalade pudding with Drambuie custard“. Versuchsweise hatten wir ihn mittags bereits mit mazerierten Orangenfilets und Vanilleeis (ohne Custard) ausprobiert. Abends gab es dann das volle Programm – da allerdings ohne Eis. Hier die Rezepte:
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009 20130120Hot marmalade pudding
Zutaten (für etwa 12 Portionen):
150 g dunkles Paniermehl
120 g feiner brauner Zucker (Muscovado)
25 g self-raising flour (Vollkornmehl, Weizen tut es aber auch)
120 g Butter plus etwas zum Fetten der Form
8 Esslöffel Orangenschalen-Marmelade
3 große Eier
1 gehäufter Teelöffel Natron
1 Esslöffel kaltes Wasser
Zubereitung:
Eine große Auflaufform fetten (oder wie ich: zwei kleine). Paniermehl, Mehl und Zucker in eine große Rührschüssel geben. Butter mit der Marmelade bei schwacher Hitze schmelzen. Marmeladenmischung in die Rührschüssel zu den Trockenzutaten geben und unterrühren. Eier schaumig aufschlagen und ebenfalls unterrühren.
Natron im kalten Wasser auflösen und unter den Teig rühren. Teig in die gefettete Form geben.
An dieser Stelle bin ich vom Originalrezept abgewichen, das besagt, die abgedeckte Form auf dem Herd im heißen Wasserbad zwei Stunden vor sich hin simmern zu lassen. Wozu hat man schließlich einen Dampfgarer, wenn man seine Vorteile nicht zu schätzen weiß?!
Die Aulaufformen landeten mit Alufolie verschlossen im 96°C heißen Biodampf und garten etwa 90 Minuten vor sich hin.
Der fertige Pudding kann im ganzen oder auch portionsweise eingefroren werden. Zum Aufwärmen einfach wieder in den Dampf, notfalls tut es auch – nach dem Auftauen – ein kurzer Aufenthalt in der Mikrowelle.
Empfehlung dazu: Vanilleeis, Schlagsahne oder Drambuie Custard. Damit serviert man es auf Skye.
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Drambuie Custard
Zutaten:
275 ml Milch
275 ml Crème double
6 Eigelb
100 g Puderzucker
2 Teelöffel Drambuie
Zubereitung:
Eigelbe mit dem Zucker schaumig aufschlagen. Bei geringer Hitze Milch und Sahne erhitzen – bis kurz vor dem Kochen. Ei-Zucker- und Sahnemischung zusammenrühren und zurück in den Topf geben. Langsam zum Kochen bringen, dabei ständig rühren.
Sobald die Masse fest wird, vom Herd nehmen. Den Drambuie unterrühren und sofort warm mit dem Pudding servieren.
Kann auch abgekühlt im Kühlschrank aufbewahrt und wieder aufgewärmt werden. Passt auch kalt zu Trifles und gefrorenen oder gekühlten Desserts.
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Für morgen lagern noch zwei Portionen im Kühlschrank. Sechs weitere Portionen wurden tiefgefroren für den nächsten Einsatz in nicht allzu ferner Zukunft. Das passt natürlich perfekt zu den am Samstag erworbenen 10 Kilo Orangen. Da werden noch einige dran glauben müssen.

Und was ergibt ein flüchtiger Blick in die ersten Hochrechnungen zur Niedersachsen-Wahl? Jaaa! Das Röslerlein bleibt uns noch ein wenig zur allgemeinen Erheiterung erhalten. Wäre auch zu schade gewesen, wenn man dieser völlig nutzlosen Partei und ihrem witzigen Parteichef nicht noch ein wenig länger beim Sterben hätte zuschauen dürfen…   

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