Housework Orange

ballindalloch orange tarte - mit drambuie-sahneUnd es wurde Abend, und es wurde Morgen: zweiter Tag. Die Orangenschwemme war gestern ja nun erst auf etwa zwei Drittel dezimiert worden. Und die mussten weg. Und zwar dringend. Hatte ich doch heute morgen bereits in aller Frühe eine weitere angegammelte Orange vorgefunden.

Die ersten Exemplare landeten in einem Orangenparfait. Und obwohl das am Ende zehn Muffinförmchen und gut eine halbe, kleine Stanniolform ausfüllte, war der Orangenberg kaum geschrumpft. Mmmmhhh…

Das Parfait wanderte in die Gefrierung, die gestern dort platzierten Orangenfilets wurden hinausbefördert. Und bei Zimmertemperatur aufgetaut. Ein anschließender Test ergab, dass sie sich recht ordentlich gehalten hatten. Fazit: Ich filierte zehn Orangen und deponierte die Filets, die mir sicherlich noch gute Dienste leisten werden, im Gefrierschrank.

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orangenparfait mit hot marmalade puddingOrangenparfait
Zutaten (für eine Kastenkuchenform):
Saft einer Zitrone
Saft und Zesten einer Orange
250 ml frisch gepresster Orangensaft
1 Esslöffel Orangenbütenhonig
ganz wenig Orangenbütenwasser (einige Tropfen genügen)
2 Eigelb
1 Ei
80 g Puderzucker
Zubereitung:
Zitronensaft, Orangensaft, Zesten und Honig in einem Topf kurz aufkochen, Orangenbütenwasser zugeben und abkühlen lassen.
Eigelbe, Ei und Zucker über einem Wasserbad aufschlagen. Die Saftmischung nach und nach unterschlagen. Schüssel in kaltem Wasser abschlagen. Steif geschlagene Sahne unterheben. Die Masse in Muffinförmchen oder eine Kastenform geben, abdecken und mindestens zehn Stunden gefrieren lassen. Eventuell vorher eine Weile in einer Eismaschine kalt rühren.
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Dem Orangenparfait gönnte ich einen Hot Marmalade Pudding. Das passte hervorragend. Filets waren zur Dekoration ja nun auch reichlich vorhanden. Der Orangenberg war allerdings immer noch heftig. Ohne Sauerstoffgerät hätte man ihn zu diesem Zeitpunkt sicher nicht besteigen können.

Der Bauherr entdeckte im aus Schottland anlässlich der Besichtigung von Ballindalloch Castle angeschleppten Kochbuch „I love food“ ein Rezept für eine ‚Orange Tart‘. Und was Clare Macpherson-Grant Russell, Lady Laird of Ballindalloch Castle, und dem Rest ihres edlen Clans schmeckt, sollte doch auch für uns an einem winterlichen Sonntag Nachmittag brauchbar sein. Zumal dabei vier weitere Orangen ihr junges Lebens aushauchten.
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ballindalloch orange tarteOrange Tart
Zutaten (für eine große Quicheform):
100 g Butter
150 g Weizenmehl
1 Teelöffel Puderzucker
180 ml frisch gepresster Orangensaft
225 g Zucker
5 große Eier
180 ml Crème double
Orangenfilets für die Dekoration
200 ml Sahne
1 TL Drambuie
etwas Puderzucker
Zubereitung:
Butter, Mehl und Zucker verkneten. Teig in einer gefetteten Quicheform bis zum oberen Rand ausdrücken und die Form für etwa eine Stunde in den Kühlschrank geben.
Bei 180°C Umluft gut zwanzig Minuten abbacken. Auskühlen lassen.4
Orangensaft in eine Schüssel geben und Zucker unter Rühren einrieseln lassen. Aufschlagen, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Eier cremig aufschlagen und darunterrühren. Crème double (ich nahm Crème fraîche) ebenfalls unterrühren.
Mischung auf den Teig geben und bei 170°C Umluft 40 bis 45 Minuten abbacken. Derweil Sahne steif schlagen, Drambuie und etwas Zucker unterrühren. Tarte mit Orangenfilets und der Drambuiesahne servieren.
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Am Ende blieben 14 Orangen übrig. Also im Prinzip immer noch genug, um ein Dirndl auszufüllen. Ich beschloss kurzerhand, sie zu einem Likör zu verarbeiten, der sicher auch den Lustgreisen aus der überflüssigsten Partei aller Zeit schmecken könnte. Immerhin hatte das mit Clementinen geklappt. Wieso also nicht mit Orangen?! Die weihnachtlichen Gewürze ließ ich weg bzw. ersetzte sie durch nicht ganz so weihnachtliche. So gibt es an den noch folgenden Wintertagen ab und an etwas Sonniges zum Mit-Sekt-aufgießen. Und die Orangen waren auch weg. Perfekt!

2 Kommentare

  1. Das mit dem Orangenlikör kann ich nur gutheißen. Unser Clementinenschnaps neigt sich leider schon dem Ende zu, ist aber köstlich. Mit Orangen wird es sicherlich unschlagbar!
    Übrigens: die #aufschrei Twitter-Timeline ist ein ganz schöner Trigger. Fühle mich zwar nach wie vor nicht besonders traumatisiert, aber je länger ich gestern gelesen habe, desto mehr fiel mir ein,
    was ich verdrängt hatte. Die Menge machts.

    1. die #aufschrei-sache hat bei mir vorrangig bewirkt, was ich niemals nicht für möglich gehalten hätte und was mich wirklich mit abscheu erfüllt: ich empfinde so etwas mitleid mit einem
      fdp-politiker 😀

      gottlob ist es am ende nur etwa ein liter orangenlikör geworden. mehr wäre nicht wirklich gut für mich. wie war das doch gleich in „koche und lebe gesund“? ah! genau! „Trinker sind
      willensschwach, oft arbeitsscheu, unzuverlässig. Im Rausch geschehen schwere Verbrechen und Unfälle!“ =)

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