Wir sind (bald) nicht mehr Papst!

031 20130211Mit einem herrlichen Sonnaufgang über dem Taunus begann der Tag. Sehr verheißungsvoll für einen Rosenmontag! Zu mehr Fassenacht als gestern konnte ich mich dann allerdings nicht mehr durchringen.

Doch dann kam die Meldung, die allen rheinisch-katholischen Fassenachtern den Atem nahm, über die Agenturen: Der Papst! Er verzichtet sozusagen auf den Heiligen Stuhl. Und das ganz alleine – ohne Merkel an seiner Seite – und auch noch in lateinischer Sprache.

Schwupp! Das ging flott. Und ganz ohne RatziPlag. Und das Merkel musste seinen Rücktritt nicht mal „annehmen“, weil ein Papst das so einfach selbst entscheiden kann. Und nicht mal dem Bundeskanzlerin Rechenschaft schuldet. Sagenhaft!

Trotzdem bezieht es natürlich Stellung: Der Papst ‚ist und bleibt einer der bedeutendsten religiösen Denker unserer Zeit'“ (Zeit-Link). Vorgestern die „anerkannteste und profilierteste Bildungspolitikerin unseres Landes“, heute gar der Heilige Vater. Wie werden wir nur weiterleben können?!

Auch Herr Gauck war schockiert. Er äußerte seine „große Überraschung und tiefe Bewegung“. „Überraschung“ und „Bewegung“?! Klingt so nach Ü-Ei im Fitnessstudio. Muss das nicht „Überraschtheit“ und „Bewegtheit“ heißen?! Die Endung „-heit“ ist nämlich nicht nur für „Freiheit“ reserviert, Herr Gauck. Ach, egal! Merkt eh keiner mehr…

Die Zeit schreibt weiterhin: „Der Bundespräsident hatte den Papst erst vor kurzem persönlich getroffen.“ Da besteht aber hoffentlich kein kausaler Zusammenhang?! Was hat er bloß zu ihm gesagt?!

Was soll’s? Der nächste Papst hat jedenfalls mein „volles Vertrauen“. Schon mal so vorab. Was mich allerdings bereits jetzt in den Wahnsinn treibt, ist die bevorstehende Massenhysterie angesichts des VSDS-Konklaves. Alle meine evangelischen und aus steuerlichen Gründen aus der Kirche ausgetretenen Kolleginnen werden wieder RTL einschalten, tagelang unausgeschlafen sein und auf weißen Rauch warten. Man hält es im Kopf nicht aus!

Und die Bild wird sicher wieder eine sensationelle Headline bringen. Memo to myself: Morgen die Kamera nicht vergessen und unbedingt ein Foto vom Zeitungsstand am Hauptbahnhof machen!

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