Nigella meets Lisa

064 20130316Klingt nach dem Friseurbesuch einer „Domestic Godess“. Wo sonst fasst man schon freiwillig eine „Lisa“ an?!

Es gibt nur eine Ausnahme. Nein, eigentlich gibt es vier Ausnahmen: die vier „Sweet Dreams“-Sonderhefte pro Jahr nämlich. Die sind gar nicht mal so übel. Das aktuelle – „Fruchtig-Beeriges in Frühlingslaune“ – gefällt mir sogar ausgesprochen gut.

Von den Rhabarber- und Erdbeerrezepten sollte man zwar saisonbedingt momentan noch besser die Finger lassen, aber die Sauereien mit Orange oder Zitrone kann man sich ja schon mal unauffällig anschauen. Und ausprobieren.

Das „Blutorangen-Posset“ hatte ich ja bereits getestet. Allerdings aus der Not heraus mit Crème fraîche statt Crème double. Und ich fand es doof. Beim heutigen Einkauf erbeutete ich dann allerdings vier Becher Crème double. Und gab dem Posset eine zweite Chance. Blutorangen waren allerdings wieder Fehlanzeige. Dafür nahm ich vier sehr appetitlich aussehende Bio-Orangen mit. Die Schale ist schließlich zum Wegwerfen viel zu schade.

Alleingelassen erschien mir das Posset etwas ärmlich. Schließlich ist Wochenende – und ich muss dank einer erneuten Bauherren-Pro-Linseneintopf-Entscheidung heute wieder mal nur aufwärmen und nicht kochen. Zeit für ein bißchen Spielerei mit Frucht und Sahne und Schoki.

Am Ende war dann auch noch Crème double übrig. Und bereits seit geraumer Zeit klebt ein Haftnotizzettel auf Seite 186 in Nigella Lawsons „Leckerbissen“. Und zwar genau auf dem Foto der „Schokoladentöpfchen“. Die Entscheidung fiel leicht: Orange und Schokolade – ein Traumpaar!

Ich passte das Rezept an meine Kombi an, indem ich Piment und Kardamom wegließ, und die Crème stattdessen mit Orangenschale aromatisierte. Die Mengenangaben behielt ich diesmal bei, nachdem ich sie beim „Sweet Dreams“-Rezept etwas reduziert habe. Hier die beiden Füllungen für die bereits vor längerer Zeit voller Begeisterung erstandenen Knickbecherchen im Plastiklook, die damit endlich mal zum Einsatz kommen:
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Orangen-Posset
Zutaten (für fünf kleine Förmchen):
250 g Crème double
50 g Zucker
50 ml frisch gepresster Orangensaft
Zubereitung:
Crème double mit Zucker unter Rühren aufkochen und bei schwacher Hitze etwa drei Minuten köcheln lassen.
Vom Herd nehmen und Saft in die Masse rühren. Etwas abkhlen lassen und auf die Förmchen verteilen.
Drei Stunden kühlen.
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Schokoladentöpfchen
Zutaten (für fünf kleine Förmchen):
175 g dunkle Schokolade
150 g Crème double (oder Sahne)
100 ml Milch
Mark einer 1/2 Vanilleschote
1 Ei
Zesten etwa vom Drittel einer Bioorange
Zubereitung:
Crème double (oder Sahne) mit der Milch erhitzen, bis die Flüssigkeit fast zu kochen beginnt. Vanillemark und Orangenzesten zugeben. Hitze auf ein Minimum reduzieren. Schokolade in kleinen Stückchen oder Schokotropfen in die heiße Flüssigkeit geben und unter Rühren darin schmelzen lassen.
Vom Herd nehmen, ggf. noch etwas abkühlen lassen, Ei hinein schlagen und kurz kräftig in der Masse aufschlagen.
Masse in kleine Förmchen gießen und für etwa sechs Stunden (besser über Nacht) in den Kühlschrank stellen.
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Derart lange Kühlzeiten kam natürlich nicht in Frage. Wozu ist es eigentlich draußen schon seit Ewigkeiten so erbärmlich kalt?! Eben. Das muss man ausnutzen. Norbertsicher verpackt landeten meine Becherchen auf der Terrasse. Drei Stunden – das musste ausreichen.

Und es reichte. Und es schmeckte. Was ich allerdings anschließend noch getan habe: den Zuckeranteil im Posset etwas reduziert. Das Rezept oben wurde angepasst. Das war nämlich immer noch etwas zu süß, obwohl ich einen Spritzer Zitronensaft dazugegeben hatte. Jetzt passt das.