Wenn morgens um sieben …

065 20130317… die Welt schon nicht mehr wirklich in Ordnung ist, dann ist man wahrscheinlich gerade aufgewacht, um rund ums Haus einen veritablen Schneesturm vorzufinden. Haaallooooo! Es ist Mitte März! Und eigentlich war heute ein Besuch der „Garten 2013“ im Frankfurter Palmengarten geplant. Der Plan starb im frühmorgendlichen Schneetreiben einen schnellen und grausamen Tod…

Ja, lieber Himmel, ist es denn wirklich nur das Merkel, das uns das Wetter versaut?! Seitdem Franziskus in Amt und Würden ist, ist es ja auch nicht gerade besser geworden. Und ob er nun ein Kollaborateur ist, oder nur ein peinlicher Leisetreter, ist ja nun wirklich auch egal.

Immerhin vertritt er zu Homosexualität und Empfängnisverhütung eine noch radikalere Meinung als Ratzinger. Man glaubt es kaum, aber immerhin lächelt er dabei freundlich. Na, danke! Jemand Interesse, eine Facebook-Gruppe gegen den Missbrauch des Namens des Heiligen Franz von Assisi zu gründen?! Ich würde es ja tun, aber das vertrüge sich mit meinem Facebookboykott nicht.

schokoladen-orangen-tarte - tarteSchnee… Papst… Ein Unentschieden für Mainz 05… Wie auch immer – es muss etwas Aufmunterndes her. Bei meiner Internetrecherche zum Thema „Wie verbrauche ich die übrigen Bioorangen unter Zuhilfenahme einer Menge stimmungsaufhellender Schokolade?!“ stieß ich auf dieses Rezept: „Schokoladen-Orangen-Tarte“ auf „Rock the Kitchen“. Das klang exakt wie das, was in diesem Haushalt jetzt dringend gebraucht wurde. Her damit!

Ich halbierte die Zutaten für die kleine 16-Zentimeter-Springform, die ich üblicherweise für unsere Zwei-Personen-Kuchen benutzte. Ein kapitaler Fehler. Wir hätten auch den Inhalt einer 22er-Springform vor Ablauf des virtuellen Verfallsdatums locker eliminiert bekommen.

Hier meine halbe Version des Rezepts mit kleinen Modifikationen:
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schokoladen-orangen-tarte - gabelSchokoladen-Orangen-Tarte
Zutaten (für eine kleine Springform mit 16 cm Durchmesser):
100 g Schokolade (mindestens 70 % Kakao)
75 g Butter
75 g Zucker
1 Päckchen Vanillezucker
2 Eier
1 Prise Salz
2 EL Cognac
Zesten einer Bioorange
Orangenblütenwasser
Zubereitung:
Orange gründlich mit heißem Wasser waschen und die Schale in Zesten abreißen. Schokolade und Butter bei geringer Hitze in einem Topf schmelzen und leicht abkühlen lassen.
Eier trennen. Eiweiß mit einer Prise Salz zu Schnee schlagen. Eigelb mit Vanillezucker, Orangenschale, einigen Tropfen Orangenblütenwasser (kann man notfalls auch ersatzlos streichen), Cognac und Zucker zu einer dicken, weißlichen Crème aufschlagen. Erst Schoko-Butter-Mischung, dann Eischnee unterheben.
Die Masse in eine gefettete und gemehlte Springform füllen und bei 160 Grad ca. 35-40 Minuten auf mittlerer Schiene backen. In der Form erkalten lassen.
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Durch den etwas höheren Orangenschalenanteil war die Tarte wirklich sehr ‚orangig‘. Sie war einfach köstlich – innen feucht, schokoladig, fruchtig. Einziges Manko: Ich vermute, es liegt an meiner kleinen Form, aber der Teig ging erst ordentlich auf und fiel dann ebenso ordentlich zusammen. Bei größerem Durchmesser wäre der Effekt sicher wesentlich moderater gewesen.

Allerdings hatte das dann auch zur Folge, dass zum feuchten Innenleben eine knusprige Kruste entstand. Das „Mundgefühl“ war einfach perfekt. Ich bin verliebt – trotz des Wetters, des Papstes und aller anderen Widrigkeiten dieses Tages.       

16 Kommentare

  1. Ich hab‘ nichts gegen einen Orthodoxen als geistliches Oberhaupt, im Gegenteil. Wer Religion für ein Wunschkonzert hält, muss selbst eine aufmachen. 🙂

    Als Freund guter Verschwörungstheorien bin ich mir sicher, der neue Papst wird mir eine Menge Freude bereiten. Hosianna! =)

    1. freut mich für dich. als nicht-katholik schämst du dich ja auch nur halb soviel bis gar nicht. im gegenteil: ich glaube schadenfreude aus deinen worten zu lesen!!! :fg: 😀

  2. Hey, es freut mich , dass Dir der Kuchen gut geschmeckt hat! Das Frühstück ist noch nicht lange her aber so ein Stück Schokokuchen hätte jetzt definitiv noch Platz! Liebe Grüße, Sylvia

    1. ein stück schokokuchen hat ja irgendwie auch immer noch platz. das rezept ist jedenfalls definitiv auf „wiedervorlage“ gelandet. danke nochmals dafür! =)

  3. Nicht-Katholik? Nix da, einmal Katholik, immer Katholik. Dagegen schützt nicht mal die Exkommunikation. 😀 Die Indoktrination seit frühester Kindheit lässt einen eh ein Leben lang nicht mehr
    los.

    Und ich freu mich wirklich über diesen Papst. Wenn auch aus sicherer Distanz. 😀

    1. du bist katholisch?! da hätte ich aber jetzt gewettet… muss an hannover liegen… 😀

      indokrination… erzähl‘ mir nix! ich habe gerade buch für buch in bus und bahn das gesamte lebenswerk von david lodge gelesen ^^:D

  4. In Wirklichkeit bin ich doch Vorder-RWRler. Mich mit einer besoffen im Phaeton durch Hannover knallenden Bischöfin zu assoziieren, erscheint mir irgendwie als Beleidigung. :think:

    Dann lieber noch dein First-class Jetset-Bischof. Franziskus sollte ihn zum Sonderbeauftragten für die „arme Kirche“ machen. Das kriegt er hin. 🙂

    Deine Lektüre kannte ich nicht, scheint mir für die Partybus-Vorhölle aber angemessen. =)

    1. das ist jetzt nicht dein ernst…!

      was bedeutet „vorder-rwrler“? schluchtensch***t du schon oder merkelst du noch? ^^

      zur lektüre: ich empfehle „paradise news“ oder „the british museum is falling down“ oder auch „think…“. da merkt man erst richtig, woran man all die jahre gelitten hat 😀

    1. waaaah!!! ich meine: ähemm… ja, dann… kein wunder, dass du dich nicht vor kutteln ekelst 😀

      du solltest vielleicht dafür sorgen, dass du eine möglichst lange anreise zur arbeit mit öffentlichen verkehrsmitteln hast. das bringt einen mal wieder so richtig zum buch =)

  5. Für überfüllte Dosen bin ich nicht mehr leidensfähig oder -willig genug. Öffi-Benutzer sind entweder Helden oder arme Schweine.

    Das Problem ist ja auch nicht das Lesen an sich, sondern dass dem stets ein halbmeterhoher Stapel Pflichtlektüre entgegensteht, der eigentlich schon lange hätte durchgearbeit sein sollen. :argh:

    1. dann ist nicht lesen das problem, sondern zeit, oder 😀

      ehrlich gesagt, dachte ich auch, dass ich den öpnv nicht überlebe – aber es geht. man kann es. sogar ich ^^

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