Gâteau oder Tarte?

26 - Schriftliches 2018Vielleicht ist es ja erlaubt, mal seiner Verwunderung über ein Dr.-Oetker-Produkt Ausdruck zu verleihen. Seit Monaten berichten meine Kolleginnen von Erfahrungen mit der Backmischung für „Tarte au Chocolat“. Ein zaghafter Hinweis meinerseits, dass es sich dabei keineswegs um eine „Tarte“ handelt, wurde bereits im Keim erstickt und als Klugscheißerei abgetan.

Und wenn mir im Büro schon niemand zuhören will, dann schreibe ich es halt hier: DAS ist keine Tarte au Chocolat, sondern ein Gâteau au Chocolat! Die Tarte besteht aus einem Mürbeteigboden mit einer Schokocreme als „Auflage“. Das sieht dann so in etwa aus wie das hier: Klick!

Ein Gâteau hingegen ist eine Art Rührkuchen – also das, was uns der Herr Doktor als Tarte verkaufen möchte. Es ist fluffig, innen feucht, außen knusprig – und sehr, sehr schokoladig. Und genau heute habe ich bei einem erneuten Versuch, den perfekten Gâteau au Chocolat zu backen, einen Volltreffer gelandet. Hier isser:
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Gâteau au Chocolat
für eine 26er Springform
gâteau au chocolat - perfekt!Zutaten:
250 g Butter
350 g dunkle Schokolade (70% aufwärts)
4 große Eier (Zimmertemperatur!)
1 Prise Salz
125 g Puderzucker
1 geh. EL Speisestärke
1 geh. EL Mehl
2 geh. EL Kakao
1 gestr. TL Backpulver
Zubereitung:
Butter und Schokolade im Wasserbad schmelzen. Anschließend etwas abkühlen lassen.
Eier trennen. Eigelbe mit Puderzucker schaumig aufschlagen. Eiweiße mit dem Salz zu Eischnee schlagen. Stärke, Mehl und Kakao mischen.
Etwas abgekühlte Schoko-Butter-Mischung zur Zucker-Eigelb-Mischung geben. Unterschlagen. Stärke, Mehl und Kakao zugeben und ebenfalls unterschlagen. Zuletzt Eischnee vorsichtig unterheben.
Alles in eine gefettete und gemehlte Springform füllen und bei 175°C Ober-/Unterhitze etwa 20 Minuten abbacken.
In der Form abkühlen lassen. Noch leicht warm servieren.
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084 20130405Unser heutiges „Juhuuuu! Wochenende!!!“-Dessert bestand aus einem Stückchen der Schokosünde, einer Kugel Vanilleeis und ein wenig heißem Rumtopf. Die Kombi war göttlich. Da freut man sich schon auf die – hoffentlich irgendwann beginnende – Erdbeerzeit. Dieser Kuchen passt dazu ebenfalls perfekt.

Vermutlich heißt das Ding beim Apotheker-Doktor auch nur deshalb Tarte, weil das einfach für Deutsche nicht zu unterschätzende Vorteile in der Aussprache bietet. Dieser suspekte Schnörkel über dem „A“ und die drei aufeinanderfolgenden Vokale in „Gâteau“ – das ist mehr als der gemeine mitteleuropäische Backmischungskunde ertragen kann.

Aber jetzt mal im Ernst: Wo braucht es eine Backmischung, wenn die Herstellung mit dieser auch nicht wesentlich länger dauert als die mit Einzelzutaten? Wasserbadschüssel gespart? Keine Ahnung. Mädels! Wir haben doch alle Spülmaschinen! Das weiß ich so genau, weil ich ja schließlich der letzte Mensch in ca. 600 Kilometern Umkreis ohne war.

Jedenfalls war das heute ein wirklich perfektes Dessert – zumindest für meinen Geschmack. Die bittere Schokolade, der säuerliche, warme Rumtopf, das kalte Vanilleeis. Waaaah!

2 Kommentare

  1. 10961 Berlin – 65xxx Hühnerhausen
    Entfernung 510,36 km

    Ich fürchte, du musst dein Spülmaschinen-Axiom nochmals überdenken. ^^

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