Ein Tag wie ein schlechter Witz…

089 20130410Es gibt Tage, auf die kann man im Nachhinein locker verzichten. Die sind einfach überflüssig. Und meistens beginnen sie bereits morgens mit Ärger. So ein Tag war heute. Und ich bin froh, dass er fast vorbei ist.

Dazu muss ich sagen, dass ich heute das Auto nahm, da ich im Anschluss an die regulären Arbeitsstunden noch einer – ebenfalls dinstlichen – Einladung zu folgen hatte. Aber das war dann am Ende nicht mal das Schlimmste.

Bereits um etwa 6:30 Uhr morgens wurde ich auf Wiesbadens zweitem Ring vom Fahrer eines silbernen Jeeps mit Mainzer Kennzeichen (!) angehupt, bedrängt, genötigt und dann in einem Tempo-30-Bereich rechts überholt.

Anschließend durfte ich dabei zuschauen, wie der offensichtlich hormonell schlecht eingestellte Fahrer zwei rote Fußgängerampeln überfuhr, um dann an der dritten Ampel neben mir zu stehen. Sympathischer Typ…

Die Parkplatzsuche endete mal wieder in mehreren sinnlosen Runden mit anschließendem ausgedehntem Fußmarsch vorbei an zwei freien Parkplätzen, die ich mir eigentlich die ganze Zeit gewünscht hatte. Grrrrr… Verbuchen wir das aber mal großzügig unter „Frühsport“.

Die Arbeitsstunden standen dann auch unter keinem wirklich glücklichen Stern. Die schlecht gelaunte Kundin am Telefon, die keinerlei Erklärungen zugänglich war, setzte am Ende dem ganzen Elend das Sahnehäubchen auf. Irgendwann war dann aber doch noch Feierabend. Gut… Nicht ganz… Die gesamte Abteilung begab sich zu einer – nennen wir es einmal „Besprechung“.

Nach einem Vortrag zum Thema Sozialdarwinismus und einem Unterpunkt „Konkretisierung“, der aber zu keiner Zeit konkretisiert wurde, ging es wieder zu den Autos und auf den Heimweg. Gerade ging mir ein „Puh! Geschafft!“ durch den Sinn, als ich an fast identischer Stelle wie am Morgen – nur in Gegenrichtung – von der Fahrerin des hinter mir an der Ampel stehenden Wagens angehupt, wild gestikulierend zum In-Luft-Auflösen aufgefordert und schließlich mit einem kräftigen Stoß gegen den hinteren Kotflügel zurechtgewiesen wurde.

Komplett gereizt verließ ich mein inzwischen warnblinkendes Puntili, um meinen über Stunden angestauten Ärger an der offensichtlich hirnamputierten Fahrerin mit MTK-Kennzeichen (…) auszulassen. Nachdem sie erst behauptete, nicht zu wissen, von was ich rede, wischelte sie anschließend hektisch stundenlang die Kunststoffspuren ihres Twingo-Stoßdämpfers von meinem Kotflügel.

Sie fand, dass es durchaus ihr Recht sei, mich dazu zu bringen, meinem Vordermann ins Heck zu fahren, damit sie etwa 30 Sekunden schneller auf ihre Abbiegespur kommen würde. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich dann aber wirklich schon die Schnauze voll von Zeitgenossen, die denken, ihr „Recht“ selbst in die Hand nehmen zu müssen. Und ich glaube, ich habe ihr meine Meinung an dieser Stelle dann auch wirklich verständlich machen können. Mir stellen sich jetzt noch die Nackenhaare auf, wenn ich nur daran denke.

Der einzige Moment des Tages, der irgendwie echt witzig war, fiel in die Mittagspause. Meine Kolleginnen teilten mir mit, dass Frau van der Vaart (Das ist ihre Entscheidung. Ich wünsche allen das Beste“) jetzt wohl etwas mit Satan… ähhh… Zlatan Ibrahimovic (Halt die Fresse!“) hätte. Wie praktisch, dass der van der Vaartsche Sohn zufällig „Damian“ heißt. Hier ein zartes: „Hihihi!“

Ud wo wir gerade beim Fußball sind: Der Tag könnte noch gerettet werden. Mit einem Untergang des FCB. Aber soviel Glück habe ich heute nicht…

2 Kommentare

  1. Bist du laut geworden? Bei mir hat vorgestern, als ich die Ärztekonferenz gesprengt habe, gereicht zu sagen: „Wenn es sein muss, kann ich auch sehr laut werden!“ Darauf kam sofort ein „Nein, das
    muss nicht sein.“ 😀

    1. ich habe das ganze ohne vorwarnung durchgezogen. eigentlich gar nicht meine art… und dann habe ich ihr gesagt, dass mir diese verkehrsegomanie tierisch auf die nerven geht, und ich immer noch
      auf vergeblich auf ein wort des bedauerns warte. antwort: „ja, dann hab‘ ich das wohl falsch gesehen. tut mir leid…“ der ton war allerdings so patzig wie bei „du kannst mich mal, du blöde kuh!“
      😀

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