Last Exit Lattwersch

252 20130919Was man hier „Lattwersch“ nennt, heißt in meiner alten Heimat „Quetscheschmeer“. Was dabei heraus kommt ist allerdings dann das Gleiche: Pflaumenmus.

Da immer noch ein Eimer Zwetschgen von der Mosel seit dem Wochenende im Carport stand, habe ich mich heute etwa der Hälfte dieser letzten Ladung angenommen. Zwei Netto-Kilos brutzeln gerade im Backofen vor sich hin. Mit Zucker, etwas Zitronensaft, Zimtstange und Sternanis. 

Je nach Wohlgefallen landet der Rest morgen Abend ebenfalls im Gänsebräter – oder als Eisgrundlage im Glas. Wir werden sehen. Die Zwetschgen sind in diesem Jahr wirklich sehr lecker und vor allem auch reichlich vorhanden. Und das muss ausgenutzt werden. Gnadenlos!

Hier mal eine grobe Anleitung, die man beliebig durch weitere Gewürze und / oder Rotwein o.ä. ergänzen kann:
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Lattwersch / Quetscheschmeer / Pflaumenmus
lattwersch - 30 minutenZutaten (für einen Gänsebräter voll):
2 kg Zwetschgen (Nettogewicht ohne Kerne)
250 g Zucker
4 EL Zitronensaft
1 Stange Zimt
2 Sternanis
2 schwarze Nüsse
Zubereitung:
Zwetschgen waschen, entkernen und achteln. In den Gänsebräter geben und mit dem Zucker bestreuen. Zitronensaft darübergießen, Zimstange in Stücke gebrochen und Sternanis zugeben.
Bei 175°C Umluft in den Ofen geben. Zwischendurch immer mal umrühren. Nach etwa einer Stunde Gewürze entfernen und schwarze Nüsse in kleine Stückchen geschnitten unterrühren. Weiter einkochen lassen, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist.
Sofort heiß in sterilisierte Gläser füllen und fest verschrauben.
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Momentan riecht das ganze Haus nach Zwetschgen. Es köchelt nämlich noch immer im Ofen. Allein das ist es schon wert. Und bei dem fiesen Wetter draußen kann man ja dann auch den Backofen mal wieder in Betrieb nehmen.

lattwersch - 90 minutenIm Dampfgarer stehen die Gläser zum Sterilisieren bereit. Dank meiner mittlerweile an einen anderen Standort versetzten, Schwartau-„Samt“-süchtigen Kollegin, die immer noch brav per Hauspost die leeren Gläser abliefert, gehen mir diese zur Zeit noch nicht aus.

Und die sind wirklich perfekt für alles – vom Sirup bis zum Gelee. Nicht zu groß und nicht zu klein. Brav weiter essen, Renate!

Die schwarzen Nüsse im Rezept können übrigens auch weggelassen werden. Einfach durch ein paar gehackte Walnüsse ersetzen und die Gewürze bis zum Ende der Garzeit in der Pflaumenmasse belassen.

Die Schreiberei schließe ich hiermit jetzt mal ab. Fotos von den abgefüllten Gläschen gibt es erst morgen. Ich rühre derweil noch ein wenig im Pflaumenmus. Habe ich schon erwähnt, wie gut das hier riecht?! Wie lange mein Einkochversuch letztendlich gedauert hat, steht dann eben auch erst morgen im Rezept. Gut Ding will schließlich Weile haben. 

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