Etikettiert und einsortiert

eingelegte zucchini - im glasSo. Da ich in der letzten Zeit nicht so richtig zu irgendwas kam, habe ich heute – an meinem ersten von drei Urlaubstagen – mal endlich die Konserven der letzten beiden Wochen mit Etiketten versehen und in den HWR geräumt. Strrrike!

Und damit ich am Ende noch nachvollziehen kann, was ich da getan habe, verblogge ich dann jetzt mal meine Zettelsammlung. Da blickt ja sonst am Ende niemand – vor allem ich nicht… – mehr durch.

Zuerst zwei Dinge, die ich ausprobiert habe, von denen ich aber noch nicht sicher weiß, ob sie schmecken. Vor einiger Zeit fiel mir „Die Einkochbibel“ von Ulrich Jakob Zeni in die Hand. Gier. Haben muss. Gekauft also.

Das Gute daran: Das Buch ist sortiert nach Dingen, die dringend konserviert werden müssen. Heißt: Ich habe Äpfel, schaue unter „A“ nach und finde mehrere Möglichkeiten, der Apfelschwemme Herr zu werden. Praktisch. Gefällt mir. Die „eingelegten Zucchini“ vom oberen Foto hatten wir ja bereits hier getestet. Heute wurden sie nur etikettiert.

Neu hinzu kamen „Äpfel in Rotweinmarinade“ und „Apfelkraut“. Aber der Reihe nach!
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Apfelkraut
apfelkrautZutaten:
1 kg säuerliche Äpfel
1/4 trockener Weißwein (evtl. Apfelwein oder Most)
ca. 750 g Kristallzucker
1/2 TL Zimt
etwas gemahlene Nelken
1 Prise geriebene Muskatnuss
Zubereitung:
Die Äpfel werden gewaschen und samt Schale und Kernhaus in Viertel geschnitten.
Die Apfelstücke gemeinsam mit dem Weißwein (ich musste auf trockenen Rosé ausweichen) zum Kochen bringen und so lange kochen, bis sie zerfallen. Diese Masse wird mit einem Kochlöffel durch ein Sieb gestrichen (empfehlenswert an dieser Stelle: eine Flotte Lotte… Nachdem ich die doppelte Rezeptmenge durch ein Sieb gestrichen hatte, durfte ich mich über einen nicht WP-kompatiblen Muskelkater freuen).
Das Mark wird nun mit dem Zucker (ich: reduzierte Zuckermenge, d.h. auf zwei Kilo Äpfel etwa ein Kilo Zucker) und den angeführten Gewürzen abermals zum Kochen gebracht und auf kleiner Stufe für ca. drei bis vier Stunden weitergeköchelt.
Das eingedickte Apfelkraut wird dann noch heiß in Gläser gefüllt, diese werden rasch verschlossen und zum Abkühlen ruhig stehen gelassen.
In den Wintermonaten zu einem kräftigen Wildgericht oder Rinderbraten ist das Apfelkraut aus Großmutters Küche eine ausgezeichnete Beilage. Der säuerliche Apfel mit dem Zucker und den Gewürzen rundet das Gericht hervorragend ab.
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Äpfel in Rotweinmarinade
äpfel in rotweinmarinadeZutaten:
1 kg Äpfel, geschält und entkernt
1 Prise Zimt
1 Prise Muskat
Saft von zwei Orangen
1/2 l kräftiger Rotwein
Schale einer Orange4150 g Blütenhonig
2 gestrichene EL Stärke
Zubereitung:
Die Äpfel werden in Spalten geschnitten, eine Prise Zimt und Muskat zugegeben und mit etwas Orangensaft beträufelt.
In einem Topf den Rotwein mit den Orangenschalen und dem Honig gut aufkochen. Das Stärkemehl wird im restlichen Orangensaft aufgelöst und dem kochenden Wein zugegeben.
Jetzt werden die Apfelspalten der kochenden Flüssigkeit zugegeben und für ca. vier Minuten leicht wallend weitergekocht.
Anschließend das Ganze kochend heiß in Gläser füllen und diese rasch verschließen. Die Gläser lässt man kühl und dunkel gelagert noch etwa vier Wochen ziehen, bevor man die Rotweinäpfel zu feinen Nachspeisen serviert.
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Was ich bisher mit Sicherheit sagen kann: Die Marinade der Rotweinäpfel ist köstlich. Wie ein sehr leckerer Glühwein. Nettweise blieb davon nämlich etwas übrig. Und Wegkippen ist ja doof… Harhar!

Kommen wir aber nun zur Gemüseabteilung: Nachdem der mir freundlicherweise überreichte Paprika-Brotaufstrich – den man allerdings auch für allerhand andere Schweinereien nutzen kann – aufgebraucht war, stellte ich fest, dass man Paprika gerade für extrem kleines Geld zu kaufen bekommt. Selbst die gute Bioware. Im heimischen Garten gibt es keine, da ich schätze, dass die hier bei uns niemals reif werden würden.

Und wie das so ist – wenn der „Will ich!“-Reflex einmal ausgelöst ist, gibt es kein Zurück. Endlose Internetrecherchen brachten zahllose Treffer. Am Ende entschied ich mich, versuchsweise „Lecsó“ herzustellen. Sollte es nicht das gewünschte Ergebnis bringen, könnte man es immer noch problemlos als Gulasch- und Soßenbeigabe verwenden. Gesagt, getan – aus den im Haushalt vorhandenen Zutaten und dem Studium unzähliger Rezepte entstand meine eigene Variante:
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Lecsó
lecsóZutaten:
2500 g rote Paprika
500 g Zwiebeln
Oel
800 g passierte und gestückelte Tomaten (hier: Resteverwertung)
1 Glas Ajvar, scharf
3 EL brauner Rohrzucker
3 EL weißer Balsamico
Salz, Pfeffer
Paprikapulver nach Geschmack
Zubereitung:
Paprika und Zwiebeln fein würfeln. Oel erhitzen und Zwiebelwürfel darin anschwitzen. Paprika zugeben und mit anschwitzen.
Tomaten, Ajvar und Zucker zugeben und mitdünsten. Etwa 30 Minuten köcheln lassen. Mit Essig, Salz, Pfeffer und Paprika abschmecken.
Noch heiß in sterisilierte Gläser füllen und fest verschrauben.
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Das war schon gut, aber halt anders als die Vorlage. Mittlerweile wurde es als Häppchenauflage mit Feta und als Nudelsoße getestet – beides echt brauchbar. Morgen starte ich einen neuen Versuch, mich der Vorlage anzunähern. Paprika in Gläsern kann man immer brauchen.

Am Ende des (Urlaubs-)Tages beduftete ich dann noch das ganze Haus bei der Herstellung der Franz-Keller-Gewürzmischung für dunkles Fleisch. Seit dem ersten Kochkurs auf dem Falkenhof stelle ich diese Mischung immer wieder her, wenn mein Vorratsglas leer ist. Und es lohnt sich. Wirklich ganz toll und vielgeliebt.
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gewürzmischung à la franz kellerGewürzmischung für dunkles Fleisch
à la Franz Keller
Zutaten:
schwarzer Pfeffer
Koriandersaat
Kümmel
Mischungsverhältnis 1:1:1
Zubereitung:
Gewürze ohne Zugabe von Oel o.ä. in eine beschichtete Pfanne geben und ordentlich anrösten.
Portionsweise – je nach Gesamtmenge – im Mörser zerkleinern und luftdicht lagern.
Perfekt für Wild und Rind.
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Gewürzschrank wieder komplettiert, Konserven etikettiert, den Ergometer gequält – ein gelungener Tag. Und morgen wartet der nächste Tag in Freiheit auf mich. Und nochmals 2,5 kg Paprika… 

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