Die Welt geht unter

189/365 20140708Zumindest hatte man in den letzten Tagen mehrfach beim Blick aus dem Fenster R.E.M.s „It’s the end of the world as we know it…“ auf den Lippen. Sonnenschein und tiefe Dunkelheit wechselten einander ab. Und es gab Regen. Sehr viel Regen. Der ausgetrocknete Gartenboden schmatzt und gluckst vor Begeisterung.

Ach, und dann war da ja auch noch das Halbfinale gegen Brasilien. Erschütternd. Mit einem Gesichtsausdruck meinerseits nahe am „Schrei“ von Edvard Munch sozusagen. Verdammter Jogi. Zieht auf so billige Art und Weise im letzten Augenblick seinen Kopf aus der Schlinge. Grrrr…

Und wenn ich jetzt noch ein einziges Mal Béla Réthys entmenscht-dämliches Geschrei aus dem Büroradio hören muss, werde ich wahnsinnig. Vermutlich wird das aber am Montag entweder vorbei sein – oder ein anderes entmenscht-dämliches Geschrei wird mich in den Wahnsinn treiben. Gulp!

192/365 20140711Dank des neuen Fernsehgerätes werde ich jedenfalls am Sonntag in der Lage sein, das Merkel und den Gauck, wie sie unbeholfen, aber frenetisch jubeln, absolut streifenlos zu fotografieren. Irgendein deutsches Tor wird es ja wohl geben. Vielleicht kann der Herr Pfarrer dann aber auch am Ende noch seelsorgerisch tätig werden, während das Merkel enttäuscht aufstampft und die deutsche Version der Airforce One besteigt.

Was mir wichtiger wäre: Dass die Niederlande mit ihrem Proll-Ersatztorwart und ihrem irren Trainer heute sang- und klanglos untergehen. Ich hoffe, das bleibt kein schöner Traum…

Kommen wir aber mal zu Netterem. Nämlich zu den niedlichen Johannisbeertörtchen vom vergangenen Wochenende. Die habe ich gestern nochmal nachgebastelt, um ein Rezept anbieten zu können. Das sollte übrigens auch mit roten Johannesbeeren funktionieren, ich kann es nur leider nicht testen, weil unser roter Strauch erbärmlich trägt in diesem Jahr.

Und wo ich gerade dabei war, habe ich noch Johannisbeereis hergestellt. Und am Ende den kompletten Trester mit Zucker in Wodka eingelegt. Ich erhoffe ein Cassis-artiges Ergebnis. Den brauche ich nämlich häufig für Desserts und auch für die Balsamicoreduktion. Wir werden sehen.
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Johannisbeer-Joghurt-Törtchen
johannisbeer-joghurt-törtchen - törtchenZutaten (für acht 8-cm-Dessertringe):
… für den Boden:
200 g Mürbeteigplätzchen
110 g Butter
1 Schuss Cognac
… für die Johannisbeermasse:
500 g schwarze Johannisbeeren
100 ml Wasser
150 g Zucker
100 ml Crème fraîche
200 ml Sahne
6 Blatt Gelatine
… für die Joghurtcrème:
300 g griechischer Joghurt
250 g Crème double
3 TL Zucker
Saft einer Zitrone
4 Blatt Gelatine
johannisbeer-joghurt-törtchen - johannisbeermousseZubereitung:
Vorab: Zwischen den drei Schritten sollte immer etwas Kühlzeit gelassen werden. Die Böden müssen fest sein, wenn die Johannisbeermasse eingefüllt wird. Bis zum Einfüllen mit der Joghurtcrème mindestens vier Stunden anziehen lassen. Und alles Zusammen am besten über Nacht durchkühlen vor dem Servieren. Also: Etwas Zeit einplanen!
Das Ganze kann natürlich auch in Gläschen hergestellt werden. Dann braucht es nicht so ausgedehnte Kühlzeiten.
Für die Boden Kekse fein zerkleinern, Butter auslassen. Kekskrümel mit der Butter mischen und eventuell einen Schluck Cognac mit unterrühren. Auf die Ringe verteilen und fest andrücken. Im Kühlschrank fest werden lassen.
Direkt im Anschluss kann mit der Johannisbeermasse begonnen werden. Die braucht nämlich ein wenig. Johannisbeeren verlesen und von den Stielen zupfen. Mit Wasser und Zucker auf dem Herd aufsetzen, wallend aufkochen und anschließend etwa 15 Minuten bei mittlerer Hitze einköcheln lassen. johannisbeer-joghurt-törtchen - fluffigkeitDurch ein Haarsieb oder ein Passiertuch geben, um die Kerne zu entfernen. Gut ausdrücken.
Eingeweichte Gelatine direkt in die heißen Johannisberen geben und unter Rühren auflösen. Bei Zimmertemperatur abkühlen lassen, bis die Masse beginnt anzuziehen. Dann Sahne schlagen und mit der Crème fraîche zusammen unterheben. Nochmals etwas abwarten, bis alles beginnt, fest zu werden. Masse auf die Ringe verteilen und glatt streichen. Ab in den Kühlschrank!
An dieser Stelle kann man sich erstmal mit spülen und aufräumen und sonstigen Arbeiten beschäftigen. Das dauert jetzt ein wenig, bis die Masse fest genug ist, um die zweite Schicht aufzufüllen.
Dazu wieder Gelatine einweichen und ausdrücken. Zitronensaft erwärmen und Gelatine darin unter Rühren auflösen. Joghurt und Crème double mit dem Zucker verrühren, bis dieser sich aufgelöst hat. Zwei Löffel der Crème zur Zitrone-Gelatine-Mischung geben und einrühren. Alles in die Crème geben und zügig verrühren. Masse auf die Ringe verteilen und wieder glatt streichen.
Jetzt ist die Arbeit der Hausfrau getan. Der Kühlschrank übernimmt an dieser Stelle. Nochmals kühlen, bis auch die Joghurtcrème steif ist. Mit Johannisbeeren und z. B. Zitronenmelisse- oder Pfefferminzblättchen garnieren. Fertisch!
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Bei meinem Testlauf hatte ich etwas zuviel Johannisbeermasse hergestellt. Die verteilte ich auf Gläschen. Schmeckt auch ohne Boden und Joghurtcrème gut. Auch beim Weltuntergang.

2 Kommentare

  1. Vielen Dank! Ich glaube, ich werde es demnächst mal ohne Boden ausprobieren. Schon deshalb, weil ich nicht weiß, was Mürbeteigplätzchen sind. :cuapio:

    Bei uns ist es mit den Johannisbeeren immer umgekehrt. Der rote Strauch trägt wie verrückt und der schwarze mickert rum.

    Holland… dem eingebildeten Kranken von Landsberg und seinem Blutdruck gönne ich das. Und dem blöden Mehmet auch. Hup Oranje hup!

    1. das geht auch locker ohne boden – dann aber besser im glas, denn die johannisbeermousse ist ziemlich flüssig. mürbeteigplätzchen… mürbeteiggebäck… nimm einfach irgend etwas, das gut bröselt
      und nicht obersüß ist. meine notlösung sind immer „hobbits“ 😀

      ich habe massenhaft weiße in diesem jahr, aber die sind optisch so unattraktiv… wobei eine weiße johannisbeermousse vielleicht überraschend schmeckt. mmmhhh… mal testen….

      grrr… was für ein grottenkick…

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