Können Kirschkernkissen töten?!

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Dieses Blogpost ist eine Warnung an alle Leser. Und auch an die, die es nicht lesen, aber die werden dann am Ende ihre Erfahrungen selbst machen müssen. Harhar!

In der Woche nach Weihnachten brannte die Wohnung unter der Wohnung einer Kollegin von mir aus. Die Kollegin lebt derzeit im Hotel. Und ihre Wellensittiche mussten innerfamiliär untergebracht werden. Wir waren alle schockiert. Als am Ende klar wurde, was den Brand verursacht hatte, amüsierten wir uns heimlich königlich. Bis ich als Suchbegriffe „Kirschkernkissen“ und „Brand“ bei Google eingab.

Da verging uns dann das Lachen. So ungewöhnlich scheint es also nicht zu sein, dass Kirschkernkissen zu schrecklichen Verwüstungen führen. Ooops! Deshalb: Sie wirken harmlos, sie tun gut – aber: Traue niemals einem Kirschkernkissen!!!

Gut… Im Falle meiner Kollegin kamen noch ungünstige Umstände hinzu. Die Nachbarin oben hatte ihr Kirschkernkissen in der Mikrowelle erwärmt (Teufelszeug! Sach ich ja!), sich kurz in den Nacken gelegt und dann aufs Sofa, um schnell mal etwas anderes zu erledigen. Als das Sofa in Flammen stand, war „das andere“ dann nicht mehr so wahnsinnig wichtig.

Blöderweise öffnete wohl exakt in dem Augenblick, als es oben kritisch wurde und die Kirschkernbesitzerin ihre Wohnungstür öffnete, eine der Mieterinnen im Geschoss darunter ebenfalls ihre Tür (bei geöffnetem Fenster in der Wohnung!) – und es machte „Wuff!“

Meine Güte, wir haben doch irgendwann alle mal „Backdraft“ gesehen – und sei es nur, um William Baldwin unter der Dusche bestaunen zu dürfen. Fassen wir es knapp zusammen: Shit happens!

Um es vorweg klarzustellen: Ich benutze keine Kirschkernkissen. Ich mag Wärmflaschen. Und der Gatte macht mir welche, wenn ich sie brauche. Mit Handtüchern drum. Und ohne Stichflammen oder sinnloses Rumgeglühe.

Trotzdem befanden sich bis heute morgen zwei Kirschkernkissen in diesem Haushalt. Brandgefährlich sozusagen. Die hatte ich letzthin im „Aldi Süd“-Angebot erworben, um daraus ein Bean-bag-Stativ für die Kamera herzustellen. Zwei Stück! Ein potentieller Doppelbrandherd also.

Ich hab‘ mich dann sicherheitshalber heute mal daran gemacht, sie zu verwursten bzw. zu entschärfen. Weil jetzt sind sie ja keine Kirschkernkissen mehr, sondern ein Bean-bag-Stativ. Und dessen Gefährlichkeit ist immerhin noch nicht erwiesen. 

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Das ist zudem auch äußerst nützlich, alldieweil es für Fotos von unten oder für Fotos, bei denen man kein Stativ mitschleppen möchte, extrem brauchbar ist. Ich nähte also einen 30 x 20 cm großen Beutel aus Baumwollstoff, ließ eine Ecke offen, füllte mittels eines Trichters die Kirschkerne aus beiden Kissen ein und nähte dann die offene Ecke zu.

Anschließend brauchte das ganze noch eine waschbare Hülle, die ich aus einer alten Jeans – wer die skinny Modelle in Size Zero trägt, muss halt mehr nähen – herstellte. Der untere Teil eines Beins einer Schlagjeans genügte. An der breiten Seite setzte ich einen Reißverschluss ein. Kirschkerninlet rein, Reißverschluss zu – fertig!

Ich hoffe, das Ding wird mir noch gute Dienste leisten. Etwas Angst hatte ich vor dem Gewicht – ich zog kurz in Erwägung statt der Kirschkerne den Inhalt eines Hueggli-Kissens zu nehmen -, aber bei mehreren Zwei-Kilo-Objektiven in der Fototasche kommt es auf 668 Gramm mehr oder weniger auch nicht mehr an. Und in die Mikrowelle werde ich es sicher auch nicht stecken. Da schlägt dann wahrscheinlich eh der Reißverschluss Funken. 

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