Take me tonight!

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Das war das, was mir die erste Biokiste dieses Haushalts vertraulich zuraunte. Sie enthielt – wie bestellt – „nur“ Grünkohl und Kartoffeln. Wobei das nicht nur Kartoffeln sind, sondern Bamberger Hörnchen. Juhuuuu!

Und der Grünkohl ist nicht nur Grünkohl, sondern der erste Grünkohl der Saison. Den galt es zu feiern. Ein neues, schickes Grünkohlrezept musste her. Nach längerem Hin und Her entschied ich mich, Grünkohlravioli herzustellen. Wirkte so attraktiv vor meinem inneren Auge.

Und es wirkte nicht nur so, es schmeckte hervorragend. Und obwohl ich mehr oder weniger experimentell unterwegs war – so… noch ein bißchen davon… und ein wenig davon… – habe ich es doch geschafft, das Rezept für die Füllung halbwegs zu rekonstruieren. Ich würde mal schätzen, dass die für etwa vier Portionen als Mahlzeit bzw. für acht Portionen als Vorspeise ausreicht.

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Grünkohlravioli
Zutaten
… für den Nudelteig:

150 g Weizenmehl Type 405
100 g Hartweizengrieß
2 Eigelb
1 Ei
1 EL Olivenoel
1 Prise Salz
2 EL Wasser (aufwärts – je nach Teigbeschaffenheit)
… für die Füllung:
200 g blanchierter und ausgedrückter Grünkohl
3 kleine Schalotten
Butter
1 EL Zucker
50 g grob gehackte, geröstete Pinienkerne
2 EL Senf (erste einen, dann probieren, dann evt. noch einen)
1 EL dunkler Balsamico
100 ml Sahne
50 g geriebener oder geschnippelter Parmesan
Salz, Szechuanpfeffer
Zubereitung:
Für den Nudelteig Mehl und Grieß in einer Schüssel vermengen, eine Mulde bilden, die Eigelbe und das Ei hineingeben. Salz, Oel und Wasser zugeben. Achtung! Jetzt folgt ein Workout! Teig so lange kneten (kann gefühlt Stunden dauern), bis er fest, aber nicht bröselig ist. Sollte er bröselig sein, Wassermenge erhöhen.
Teig zu einem Klumpen formen und in Frischhaltefolie in den Kühlschrank geben. Etwa eine halbe Stunde vergessen.
Währenddessen den blanchierten Grünkohl (gut ausdrücken!) fein hacken, Schalotten schälen und in feine Würfel schneiden. Pinienkerne hacken. Parmesan reiben oder fein schneiden.
Butter und Zucker erhitzen, bis ein nicht zu dunkler Karamell entsteht. Hitze reduzieren. Schalottenwürfel zugeben und langsam anschwitzen. Mit Balsamico und Sahne ablöschen, Senf und Pinienkerne zugeben. Zuletzt mit Salz und Szechuanpfeffer (zu dem entwickelt sich gerade eine „Verhängnisvolle Affäre“…) abschmecken und Parmesan unterrühren. Abkühlen lassen.
Nudelteig ausrollen, mit einem Ravioliausstecher oder -brett die groben Konturen markieren, Füllung teelöffelweise auflegen, zweite Lage Teig darüberklappen, Ravioli ausstechen.
Bei uns gab es dazu ein Sößchen aus der Selleriecrème vom Vortag mit Sahne und Weißwein aufgeschlagen.
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Raffiniertes Luder, das ich bin, habe ich natürlich gestern gleich die doppelte Menge Teig geknetet. Muss sich ja lohnen. Überzählige Ravioli lassen sich übrigens hervorragend sorgfältig getrennt voneinander einfrieren und bei passender Gelegenheit wieder ins Kochwasser werfen.

Der Teig selbst ist im Kühlschrank ein paar Tage haltbar, im Gefrierschrank deutlich länger. Heute habe ich dann mit des Gatten Hilfe – was brauch‘ ich eine Nudelmaschine mit Motor, wo ich doch einen Mann habe?! – eine Portion Teig zu Tagliatelle verarbeitet. Dazu gibt es eine Gorgonzolasoße mit Schinkenstreifen. Ein komplett vegetarisches Wochenende wäre auch übertrieben gewesen. 

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Gorgonzolasoße mit Schinken
Zutaten (für zwei Personen):
150 g Gorgonzola
2 kleine Zwiebeln oder Schalotten
1 Knoblauchzehe
3 größere Scheiben Schinken
30 g Butter
200 ml Sahne
Salz, Pfeffer
Petersilie
Zubereitung:
Gorgonzola in kleine Würfelchen schneiden. Zwiebeln und Knoblauchzehen ebenfalls fein zerkleinern. Schinken in feine Streifen schneiden. Butter auslassen und Zwiebel- und Knoblauchwürfel anschwitzen. Schinken zugeben und ebenfalls mit erhitzen.
Hitze reduzieren und Sahne angießen. Gorgonzolawürfel zugeben und unter Rühren langsam auflösen, bis die Soße Konsistenz bekommt. Mit fein gehackter Petersilie, Salz und Pfeffer abschmecken. Über die Nudeln geben.
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3 Kommentare

  1. Mhhhh sieht richtig lecker aus. Ich mach es auch immer so, das ich Nudeln und haltbares gleich in größerer Menge mache und dann einfriere oder in Gläser einkoche. Spart viel Zeit!

    1. so isses. habe eben den letzten klumpen nudelteig und die reste der füllung in einen gefrierbeutel gepackt und mit "grünkohlravioli-bausatz" beschriftet 😀
      es geht nichts über vorratshaltung =)

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