Über „innere Werte“

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„Don’t judge a book by the cover“. Was für Bücher gilt, gilt definitiv auch für Gemüse. Insbesondere für Rote Bete. Aus unerfindlichen Gründen mochte ich die schon immer. Und wenn sie auch „nur“ sauer eingelegt war. Mjam!

Nachdem ich gestern als Sonntagsessen die Schwarzwurzeln – noch sowas aus der „Sieht doof aus, schmeckt aber göttlich“-Abteilung übrigens – als Ragout mit Rinderrouladen, Knoblauch-Blattspinat und Bratvitelottes auf den Tisch gebracht hatte, war heute die nächste Stufe auf der äußerlichen Unscheinbarkeitsskala fällig.  

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Wer Rote Bete nur in Folie eingeschweißt kennt, hat ein echtes Geschmackserlebnis verpasst. Das sage ich jetzt mal ganz dreist so. Das ist nicht arrogant, sondern ein Schubser in die richtige Richtung.

In meiner Biokiste waren zwei Kilo Rote Bete – je ein Kilo bunte und ein Kilo rote. Für das heutige Rezept wählte ich aus optischen Gründen die rote bzw. zwei kleine Knollen davon. Vom Geschmack her tut sich das sicher nichts, aber optisch ist das folgende Essen in Volle-Kanne-Rot natürlich knalliger.

Es folgt ein Rezept, das ich bereits seit längerem hechelnd umschleiche. Da kommen zwei Sachen zusammen, die ich beide zum Reinknien finde: Rote Bete und Risotto. Und wenn dann noch ein Zander obendrauf liegt, muss man mich nicht mehr zum Essen rufen.

Kommt dazu, dass es sensationell aussieht. Das war dann am Ende zuviel, um es beim Umschleichen zu belassen. Und es hat sich gelohnt. Ich bin verliebt! 

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Rote-Bete-Risotto mit Zanderfilet
Zutaten (für zwei Personen):
2 kleine Rote Bete
150 g Risottoreis (hier: Arborio)
2 Schalotten
Olivenoel
1 ordentlicher Schuss trockener Weißwein
1 EL Honig
1 Spritzer Zitronensaft
Kräuter nach Wahl (hier: Rosmarin, Thymian, Majoran)
etwa 600 ml Geflügelfond (ectl. mehr / evtl. weniger)
Butter
Parmesan
Salz, Pfeffer aus der Mühle
2 Zanderfilets
etwas Mehl
Olivenoel zum Anbraten
Salz, Pfeffer
Zubereitung:
Rote Bete mit Gummihandschuhen (das Zeug färbt nicht nur den Reis, sondern auch alles andere! :D) schälen und in sehr kleine Stückchen schneiden. Schalotten fein würfeln.
Oel erhitzen. Schalotten und Rote Bete bei mittlerer Hitze anschwitzen. Reis zugeben. Unter Rühren ebenfalls kurz mit anschwitzen. Mit Weißwein ablöschen.
Kräuter zugeben und risottotechnisch nach dem üblichen Plan vorgehen: Heiße Brühe kellenweise zugeben, rühren, einköcheln lassen usw.
Zuletzt – falls gewünscht – etwas Honig und Zitronensaft zugeben. Wenn der Reis gerade noch so bißfest ist, Butter in Flöckchen unterrühren und Parmesan zugeben. Ebenfalls unterrühren.
Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Gegen Ende der Garzeit Zanderfilets in je zwei oder drei Stücke teilen (je nach Größe), auf der Hautseite mehlieren und langsam in einer Pfanne mit Olivenoel auf der Haut anbraten, bis diese gebräunt ist.
Risotto mit dem Zander anrichten.
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