Dieses Blogpost erdbeert nicht einer gewissen Spargeligkeit…

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Mein Ingelheimer Spargelstand hat endlich wieder geöffnet. Da wurde in den letzten Tagen bereits das ein oder andere Pfund angeschleppt. Dank des schönen Wetters sind die Preise auch nicht mehr wirklich unmenschlich.

Und nach langem, langem innerem Ringen nahm ich auch in der vergangenen Woche die ersten Erdbeeren mit nach Hause. Die waren klein und optisch weit entfernt von der bestrahlten Schönheit ihrer in Kisten aufgestellten Brüder und Schwestern, die es bereits seit Weihnachten allenthalben in den Supermärkten gibt.

Aber es handelt sich dafür um echte Erdbeeren. Erdbeeren aus der Pfalz. Erdbeeren, die tatsächlich nach Erdbeeren schmecken. Gestern schleppte ich gleich noch ein Kilo an.   

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Mit dem jetzt schon dreimal hergestellten Rhabarbertörtchen waren sie ein echter Genuss! Am Wochenende versuche ich es mal mit Erdbeertörtchen nach dem gleichen Rezept. Heute darf nochmal die ebenfalls bewährte Keller-Methode für Erdbeer-Dessert ran.

Vorgestern gab es weißen Ofenspargel und geschmorte Schnitzelröllchen mit Bärlauch-Frischkäse-Füllung. Auch das könnte ich problemlos jeden zweiten Tag vertilgen. Vielleicht sogar noch etwas hochfrequenter. 

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Und wo wir gerade so schön vor uns hin spargeln: Ich habe es heute mal mit Spargel einkochen versucht. Und ich hoffe sehr, dass das Ergebnis den Geschmack des Dosenspargels meiner Kindheit übertrifft, der regelmäßig im Hühnerfrikassée landete. Oder auch in Mehlschwitze.

Ein Kilo Spargel ergab vier Gläser. Aufgefüllt mit Spargelfond von grünem Spargel, den ich von letzter Woche übrig hatte. Mal gespannt. Schöner sähe das Ganze wohl aus, wenn die Spitzen oben wären, aber ich hab‘ mal „Köpfchen in das Wasser, Schwänzchen in die Höh'“ gespielt, damit bei der Entnahme später nicht die wertvollen Köpfe beschädigt werden.

Im vierten Glas habe ich die abgeschnittenen Reste der Stangen der anderen drei Gläser deponiert, die ich wegen der Passform kürzen musste. Was ich auch noch testen möchte, ist säuerlich eingelegter Spargel, aber dazu bietet sich sicher noch eine Gelegenheit. Die Spargelsaison ist ja noch jung!    

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Und für das heutige Abendessen musste ich es einfach mit einem Rezept aus der aktuellen „essen & trinken“ (05/2015, Seite 34f) versuchen, das mich bereits beim ersten Durchblättern verführerisch angelacht hatte: „Überbackene Spargel-Crêpes“.

Das Originalrezept ist auf zwei Portionen runtergerechnet. Bis auf die Hollandaise. Die erschien mir in halber Menge ein wenig mickrig. Beim Schinken habe ich diese ganz feinen, kleinen Scheiben genommen – davon vier pro Crêpe. Den Kerbel habe ich mit Petersilie und Bärlauch gestreckt. Der war noch nicht soweit, dass die Menge allein ausgereicht hätte.

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Überbackene Spargel-Crêpes
Zutaten (für zwei Portionen):
… für die Crêpes:
Kerbel, Petersilie, Bärlauch
15 g Butter
120 ml Milch
1 Ei
50 g Mehl

Salz
4 TL Oel
… für die Füllung:
300 g weißer Spargel
300 g grüner Spargel
4 TL Oel
8 dünne Scheiben gekochter Schinken
50 g Frischkäse
… für die Hollandaise:
100 g Butter
2 EL Orangensaft
1 TL Weißweinessig
40 ml Weißwein
2 Eigelb
1/2  Orange, die abgeriebene Schale
Cayennepfeffer
Zucker
Zubereitung:
Für die Crêpes Kräuter von den Stielen zupfen und grob hacken. 15 g Butter schmelzen und kurz abkühlen lassen. Kräuter mit Milch, Ei, Mehl und Salz in einen Pürierbecher geben und sehr fein pürieren. Flüssige Butter zugeben und untermixen. Teig abgedeckt im Kühlschrank 30 Minuten quellen lassen.
Spargel schälen – den weißen mehr, den grünen weniger – und Enden abbrechen. Weißen Spargel in kochendem Salzwasser acht Minuten garen, grünen Spargel nach vier Minuten zugeben. Spargel abgießen, abschrecken und abtropfen lassen. Spargelstangen längs halbieren und in vier gleich große Portionen teilen.
Etwas Oel in einer beschichteten Pfanne erhitzen. Ein Viertel des Teigs in die Pfanne geben, gleichmäßig verteilen und auf jeder Seite etwa ein bis zwei Minuten backen. Aus dem restlichen Oel und dem restlichen Teig vier weitere Crêpes herstellen. Auf einen flachen Teller geben. Crêpes mit Schinken belegen, mit Frischkäse bestreichen und jeweils eine Portion Spargel in die Mitte geben. Crêpes aufrollen und nebeneinander auf der Nahtseite in eine Auflaufform legen.
Für die Hollandaise 100 g Butter in einem Topf schmelzen und etwas abkühlen lassen. Orangensaft, Essig, Weißwein und die Eigelbe in einen Schlagkessel geben und leicht mit Salz würzen. Masse auf dem Wasserbad cremig aufschlagen. Nach und nach Butter unterschlagen und mit Zitronenschale, Pfeffer und Zucker würzen.
Sauce gleichmäßig über die Crêpes gießen und im vorgeheizten Backofen bei 220 Grad Ober-/Unterhitze auf der zweiten Schiene von oben in zehn bis zwölf Minuten goldbraun überbacken. Eventuell in den letzten beiden Minuten den Grill zuschalten, damit die Oberfläche schön goldbraun wird.
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