Ooopsie!

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Montag abend erfreute ich den Gatten noch mit obigem Dessert. Das Waldmeistereis legte sich brav neben ein Himbeer-Sahne-Törtchen. Dienstag Morgen um 4:30 Uhr musste ich ihm gestehen, dass ich gerade seine Brille platt getreten hatte. Dabei war ich etwa drei Sekunden vorher noch hoch erfreut gewesen, dass sie den Sturz vom Couchtisch unbeschadet überstanden hatte. Als ich sie aufheben wollte, trat ich drauf. Knirsch! Das erleichterte Lächeln war schlagartig verschwunden.

Das wurde dann auch insgesamt betrachtet nicht gerade die erfolgreichste Woche meines Lebens. Was erstaunlich gut lief, war am Dienstag Abend das Pochieren von Wachteleiern. Die landeten mit grünem Spargel, Bamberger Hörnchen, Kräuterseitlingen und karamellisierten Tomaten auf dem Teller und schmeckten hervorragend. 

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Die Hörnchen kamen aus dem Ofen. Ich kann mich beim besten Willen nicht mehr genau erinnern, wo ich in der vergangenen Woche die Idee aufgeschnappt hatte, aber die Zubereitung ist äußerst praktisch und wenig aufwendig. Und während die Dinger im Ofen garen, kann man sich in aller Ruhe anderen Bestandteilen des Tellers zuwenden.

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Bamberger Ofen-Hörnchen
Zutaten:
einige Bamberger Hörnchen
Olivenoel
eingelegter Knoblauch (fein geschnippelt)
eingelegter Chili (fein geschnippelt)
grobes Meersalz
frisch gemahlener Pfeffer
Zubereitung:
Hörnchen unter fließendem Wasser brüsten und mit Schale in Salzwasser gar kochen. Gut ausdampfen lassen.
Aus Oel , Knoblauch und Chili eine Art Marinade herstellen. Die Hörnchen in eine Auflaufform geben und mit einer Gabel andrücken oder ein wenig einschneiden. Oel darüber träufeln, salzen, pfeffern.
Bei 200°C in den Ofen schieben und knusprig ausbacken.
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Der Spargel war kurz vorgegart und dann in Stücken in der Pfanne angebraten. Die Tomaten erst karamellisiert und dann mit dunklem Balsamico abgelöscht. Die Kräuterseitlingen schmurgelten eine gute Weile in Knoblauchoel und Kräutern. Obendrauf ein pochiertes Ei – fertisch!

Eine ähnliche Zusammenstellung gab es tags darauf gleich nochmal – diesmal mit Garnelen. Auch „Mjam!“. Und unkompliziert.

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Leider war das Dessert – ein ausgesprochen hübsches und leckeres Erdbeertörtchen – zum Fototermin noch nicht ganz so durchgekühlt wie es sein sollte. Das tat dem Geschmack aber keinen Abbruch.

Blätterteig unten, halbierte Erdbeeren an den Rand, Sahne-Crème fraîche-Crème obendrauf. Dazu in pürierten Erdbeeren mit etwas Himbeergeist und wenig Zucker marinierte Erdbeerstücke. Die Brillenkrise sah schon deutlich weniger schlimm aus als noch am Vortag. 

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Donnerstag kam die neue Ökokiste. Diesmal an Bord: Auberginen, Rübstiel, Rhabarber und der letzte Lauch der Saison. Die Spannung stieg. Rübstiel! Nie gekocht, nie probiert.

Den Rübstiel gab es schließlich am Samstag Abend. Da lief gerade der ESC, den ich gefühlt das erste Mal seit 279 Jahren habe sausen lassen. Und in der hauseigenen Gemüsewertung hieß es am Ende auch für den Rübstiel: „Rübstiel – no points!“

Ich fand ihn jetzt nicht sooo schlecht, der Gatte fand, dass er ungefähr so attraktiv sei wie die Worte: „Ähemmm… Ich bin eben auf deine Brille getreten…“ Der Besuch war höflich – glaube ich.

Ich hatte das Zeugs in Stiele und grobe Blätter einerseits und andererseits in zartes Blattgrün aufgeteilt. Ersteres wurde fein geschnippelt in der Pfanne gebraten, letzteres nur roh mariniert. Dazu schon wieder pochierte Wachteleier und diesmal gebratene Hörnchen. Ich sach‘ ma‘: Nicht wirklich doof, aber unspektakulär… Also immer noch deutlich besser als Ann-Sophie, die eher in die Kategorie „wirklich doof UND unspektakulär“ gehört. 

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Leider hat das ZDF es nicht geschafft, die einzelnen Beiträge vor dem Morgengrauen in der Mediathek bereitzustellen, sodass unsere Mischung aus Neugier und Grusel zu nächtlicher Stunde nicht mehr gestillt werden konnte.

Und als ich mir am Sonntag nochmal einen Überblick verschaffen wollte, habe ich nach vier oder fünf Liedern aufgegeben. Vielleicht weiß jemand, was die eine Trulla mit dem Kopfhörer sollte?!

Was mich auch interessieren würde: Schreibt Ann-Sophie eigentlich nebenher für die Onlineausgabe des Spiegels? Das hier klingt genau so wie sie rüberkommt – affektiert, wirr, dämlich. Erst wird zeilenweise ihre Unschuld am Volks-Debakel beteuert. Und anschließend ergießt sich der ganze frustrierte Hass auf den gesamten Wettbewerb und die österreichische Tourismuswerbung. Als sei das jemals anders gewesen… 

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Und wenn man mal genau drüber nachdenkt, ist eigentlich die doofe Schöneberger schuld. Die idiotischste Spontanentscheidung aller Zeiten. Und das vor laufenden Kameras. Die „Kiwi“ des ESCs. Einfach blöd. Und niemand hat sie aufgehalten… Wie auch. Es ist die Schöneberger…

Gute Musik gab es dann gestern. Händels „Messiah“ in der Basilika des Klosters Eberbach mit der Schiersteiner Kantorei. Großartig! Wirklich. Und dankenswerterweise gab es auch keinen Jury- und Publikumsentscheid am Ende.

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Den ESC werde ich mir im kommenden Jahr natürlich wieder anschauen. Schon deshalb, weil sie dann irgendwann Peter Urban zeigen. Und ich finde es ein wirklich erfüllendes Erlebnis, ihn altern zu sehen. Das tut gut. Alles hat ein Ende. Das wird einem dabei so richtig klar. Selbst der Urban. Oder um mit Badesalz zu sprechen: „Nix hält mehr!“ Um es hier mal festzuhalten: Peter Urban zu überleben kann auch ein Ziel im Leben sein.

Vor allem, wenn man sich sonst keinen coolen Challenges aussetzt. An dieser Stelle: Worauf ich unbedingt bei Gelegenheit ausführlich zurückkommen muss, ist – man erinnere mich daran! – die „fitbit flex“-Fußfessel als großherziges Geschenk des Arbeitgebers. Nur so allgemein natürlich…

Falls jemand so ein Ding braucht: Ich habe eines günstig abzugeben.

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