… und dann stolperte die Revolution über die Fruchtendfäule!

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Was für ein blöder Tag! Erst eine zeitraubende und überflüssige Teamsitzung im Büro, die für nichts als Ärger sorgte, weil eine einfache Sachbearbeiterin der Meinung war, dass acht Stunden ihrer wertvollen Lebenszeit pro Tag für die Firma genügen müssten.

Und nach Ausführung ihrer Meinung fühlte sie sich ein ganz klein wenig wie ein weiblicher Spartakus für Arme. Und ausnahmsweise hielten mal nicht alle anderen die Klappe, sondern schlossen sich an. 

Und weil diese Mitarbeiterin dann frecherweise auch noch der Meinung war, dass die Firmenleitung nicht zwingend wissen müsse, ob sie anschließend per App Waldlaufduelle mit Kollegen austrage oder einfach nur faul auf dem Sofa liege…. ach…  ’nuff said!

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Aber jetzt mal ernsthaft: Hat es eben diese aufopferungsvolle und für die gute Sache streitbare Mitarbeiterin etwa verdient, erschöpft vom Klassenkampf nach Hause zu kommen und das hier vorzufinden: Stoffwechselkrankheiten im Tomatenbeet! Nein, oder?! Nicht wirklich.

Manchmal ist das Leben echt hart. Ob für Rosa Luxemburg oder für Gärtner Pötschke.

Nach dem blöden Pilzkram kann ich jetzt also auch noch an die Fruchtendfäule einen Haken machen und gelangweilt gähnen. Hatten wir schon… Böh…

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Allerdings sprach dann nach einem kurzen Augenblick der inneren Einkehr – der fast unmittelbar auf einen längeren Augenblick überbordenden Selbstmitleids und unbarmherziger Wut folgte – eine kleine Stimme zu mir: Haltet ein, gestrenge Gärtnerin! Denkt noch einmal kurz nach!

Und dann antwortete nach kurzem Überlegen eine andere Stimme: Vollkommen richtig! In meinem Beet ist nämlich nicht nur Platz für Hochleistungstomaten, die in bester neoliberaler Manier in permanentem internem Wettkampf um die dicksten Früchte stehen. Nein!

In meinem Tomatenbeet ist Platz für alle: Dicke und Kleine, Rote und Gelbe, Hoch- und Minderleister. Und jede hat ihre Berechtigung und behält ihren Platz. Sogar die mit Fruchtendfäule. Morgen gibt’s Kalzium, Baby! Das wird schon wieder.

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Und ich bin auch nicht bereit, einem dicken, fetten Ochsenherzen mehr Respekt entgegenzubringen als einer winzigen Cocktailtomate. Nein. So läuft das hier nicht!

Falls das jetzt allerdings eine meiner Tomaten lesen und für einen Freibrief in Sachen „Was könnte ich mir denn sonst noch mal so einfangen…?!“ halten sollte: Freunde des Nachtschattens! Bei einem verstehe ich nach wie vor keinen Spaß: Stengelfäule. Also. Obacht! 

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