Unverhofft kommt oft

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Aber das war jetzt schon ein wenig zu „unverhofft“ für meinen Geschmack. Nachdem ich gestern erst um kurz vor neun vom vorerst letzten, gruseligen Zahnarzttermin nach Hause zurückkehrte, war – bis auf den Biss – die Welt noch in Ordnung.

Heute morgen sah das dann völlig anders aus. Beim ersten Blick aus dem Fenster war das noch irgendwie witzig: „Haha… Schnee… Mitte Oktober…“ usw. Nach über einer Stunde Frieren an der Bushaltestelle ließ der Spaß schlagartig nach. Da kam kein Bus. Nicht mal in Gegenrichtung. Gemeinsam mit meiner Lieblingsbusgenossin kapitulierte ich irgendwann und machte mich auf den Weg nach Hause.

 

Überflüssig zu erwähnen, dass ich noch die Sommerreifen auf den Fiatfelgen habe. Beherzt – und saublöd – startete ich einen verzweifelten Versuch, mich mit dem Auto zum Büro durchzuschlagen. An der ersten Abzweigung der Bundesstraße war Feierabend. Querstehende Fahrzeuge, Blinklicht, Vollsperrung.

Also vorsichtig wieder umgedreht, zurückgeschlichen und Verkehrsnachrichten gegooglet. Okeeehhh… Die Bundesstraße war inzwischen noch an zwei anderen Stellen vollgesperrt worden. Was natürlich erklärte, warum der blöde Bus nicht gekommen war. Und es schneite und schneite und schneite…

Ich kloppte schließlich telefonisch acht Überstunden in die Tonne. Das würde heute nix mehr werden. Verdammt!  

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So etwa vor einer Stunde verabschiedete ich mich dann auch innerlich von den wertvollen Überstunden. Manchmal muss man eben einfach einsehen, dass man keine Chance hat. Nicht gegen Naturgewalten und nicht gegen den Winterdienst im Rheingau-Taunus-Kreis.

Und während draußen weiterhin lustig der „leise Schnee“ rieselt, warf ich in einem verzweifelten Versuch, dem Tag noch einen Sinn zu geben, alle nachgereiften Tomaten – rot und gelb zusammen – in den Topf. Irgend etwas Produktives möchte man zur Erhaltung des eigenen, schönen Bildes ja schon abends getan haben.

Und dann habe ich gerade noch den letzten Kürbis aus einer Schneewehe gegraben. Die drei Muskatkürbisse, die jetzt hier rumliegen, werden heute auch noch dran glauben müssen…

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Bei der Gelegenheit gibt es jetzt mal flott das Rezept der Kürbis-Ingwer-Suppe, die ich vorgestern Abend kredenzt habe. Und die war richtig lecker.

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Muskatkürbis-Ingwer-Suppe mit Kokosschaum
Zutaten:
600 g Muskatkürbis
4 Schalotten
1 Knoblauchzehe
10 g Ingwer
150 g mehlig kochende Kartoffeln
Olivenöl
600 ml Hühnerbrühe
100 ml Orangensaft
Salz, Pfeffer
etwas frischer Koriander
Piment d’Espelette
100 ml Kokosmilch
Zubereitung:
Erst die Schnippelarbeit: Kürbis schälen, Kerne entfernen, würfeln. Schalotten und Knoblauch fein würfeln. Ingwer schälen und reiben. Kartoffeln schälen, abwaschen und würfeln.
Öl erhitzen, Schalotten und Knoblauch anschwitzen, Kartoffel- und Kürbiswürfel zugeben und ebenfalls anschwitzen. Ingwer zugeben. Mit Brühe und Saft ablöschen, Deckel drauf und etwa 20 Minuten einköcheln lassen.
Salzen, pfeffern und pürieren. Offen weiter einkochen bis zur gewünschten Konsistenz.
Zuletzt Koriander und Piment d’Espelette zugeben, weiterköcheln lassen. Nach einer Weile Korianderblätter wieder herausfischen.
Kokosmilch in einem kleinen Topf erhitzen. Kurz vor dem Servieren mit dem Pürierstab aufschäumen. Schaum auf die angerichtete Suppe geben.
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Bei mir stand bis gestern Abend die Kapuzinerkresse in voller Blüte. Deshalb die hübsche Dekoration. Heute habe ich noch nicht gewagt, nachzuschauen, was sie so macht. Falls sie nicht ganz erfroren sein sollte, plane ich ein Pesto und ein Süppchen.

Jetzt geht es aber erstmal an die Kürbisse.

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