„Overload! Overload!“

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Gestern hörte ich gleich mehrfach diese gemeine Automatenstimme aus dem Aufzug des Hamburger Michel in meinem inneren Ohr. Gegen Nachmittag war mir schlecht. Qualitätskontrollen an den Plätzchen der beiden Vortage, Teiggeschlecke an fünf neuen Teigen, Testläufe zwei neuer Sorten – Süßes ging gar nicht mehr. Ein Notfalllinseneintopf musste her.

Und zwei Teige blieben für heute zur weiteren Verarbeitung liegen. Pah! Das oben sind die Schokonüsse, die es jetzt seit fast vierzig Jahren mit kurzen Unterbrechungen an Weihnachten gibt. Die standen früher schon im elterlichen Haus über Nacht zum Abkühlen am Balkon. Seltsamerweise verschwanden immer mal wieder ungebackene Exemplare vom Blech…

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Das könnte natürlich daran liegen, dass der Teig fast besser schmeckt als die fertigen Plätzchen. Fast… Er besteht aus nur vier Zutaten – Schokolade, Puderzucker, Mandeln und Butter. Und so schmeckt er denn auch.

Hinzu kamen gestern noch zwei neu getestete Sorten. Ich startete mit einem neuen Rezept für Double chocolate chip cookies. Seit Jahren suche ich eins, bei dem ich anschließend bleiben werde. Diese Suche hat mittlerweile schon etwas Verzweifeltes. Die hier sind gut. Sehr gut. Aber immer noch nicht das Ideal. Sagen wir, sie liegen etwa bei 90% Zufriedenheit.

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Immerhin sehen sie schon mal so aus, wie sie aussehen sollen. Es bleibt spannend. Im nächsten Jahr starte ich einen weiteren Versuch. Hier erstmal dieser hier:

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Double chocolate chip cookies
Zutaten:
70 g Butter
600 g Schokolade, 70%, fein gehackt
3 Eier
225 g Muscovado
Mark einer Vanilleschote
120 g Mehl
1 gestr. TL Salz
1 gestr. TL Backpulver
Zubereitung:
Ofen auf 170°C Umluft vorheizen. Butter und die Hälfte der Schokolade auf dem heißen Wasserbad schmelzen.
Eier, Zucker und Vanillemark schaumig schlagen. Schoko-Butter-Mischung unterrühren. Mehl, Salz und Backpulver mischen und portionsweise unterrühren.
Zuletzt die gehackten Schokostückchen unterheben.
Auf mit Backpapier ausgelegten Blechen mit zwei Teelöffeln Häufchen setzen. Etwa 15 Minuten abbacken, bis die Oberfläche rissig und glänzend wird. Langsam auf den Blechen abkühlen lassen.
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Kein Wunder, dass einem vom Löffel ablecken schlecht wird – bei DEM Schokoanteil!

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Zuletzt ging es dann noch an Schottisches Sandgebäck. Das ist einfach und einfach gut. Solides Plätzchen halt. Ein Favorit des Gatten. Ich habe dafür in diesem Jahr auf den Heidesand verzichtet. Obwohl… Vielleicht…

Hier jedenfalls das Rezept:

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Schottisches Sandgebäck
Zutaten:
250 g Mehl
125 g Speisestärke
125 g Zucker
250 g weiche Butter
Zubereitung:
Alle Zutaten verrühren. Aus dem Teig Rollen von etwa zwei Zentimetern Durchmesser formen, in Frischhaltefolie wickeln und gründlich durchkühlen lassen.
Gekühlte Rollen in Scheibchen schneiden. Scheibchen auf Bleche verteilen und im Ofen bei 130°C Umluft etwa eine Stunde abbacken.
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Beim Teig rühren beobachtete ich Horden von Vögeln, die sich über meine Futterstellen vor dem Küchenfenster hermachten. Als endlich ein Rotkehlchen auftauchte, steckte ich bis zu den Ellbogen im Schokonussteig. Für ein Foto langte es nicht. Als ich endlich die Hände gewaschen und das Tele ausgeschraubt hatte, war es weg. Mist!!! So gibt es dann halt nur eine olle Kohlmeise.

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