„Do you come from a land down under…

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… where women glow and men plunder…“

Ohne jetzt gleich verraten zu wollen, was das diesjährige Weihnachtsdessert – also der Höhepunkt des diesjährigen Weihnachtsmenues – werden wird, möchte ich heute ein paar Worte an den stets freundlich wirkenden – und in diesem Hause hochverehrten – Chef Peter Gilmore richten.

Peter. Deine Mengenangaben. Nein. Die passen nicht. Gar nicht – um genau zu sein. Nachdem ich im Netz Horrorstundenzahlen gelesen hatte, die man für die Zubereitung dieses „Dings“ aufwenden muss, dachte ich mir, dass ich einige Bestandteile schon mal frühzeitig vorbereiten könne.

Gute Idee! Da im Rezept immer von vier Exemplaren die Rede ist, ging ich einfach mal – wider besseres Wissen und jeden gesunden Backverstand – davon aus, dass ich für neun Portionen die Mengen verdreifachen müsste, um noch das ein oder andere Testexemplar im Vorfeld nutzen zu können. Schlau gedacht! Bis dahin…

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(„… I met a strange recipe and it made me nervous…“)

Nachdem ich allerdings eben aus der dreifachen Zutatenmenge Komponente Nummer sieben hergestellt habe, musste ich feststellen, dass ich mit dem Ergebnis jetzt 72 dieser Desserts herstellen könnte. Zwei-und-sieb-zig! Und für Peter: Se-ven-ty-two!!!

Ich ringe seit einer guten Stunde mit der Fassung. Jetzt ist das nicht zu schlimm. Man kann die Teile einfrieren und nach und nach nutzen. Ich werde es überleben. Bloß habe ich jetzt keine Schokolade für Komponente Nummer eins, die ebenfalls heute dran glauben sollte, mehr. Und keine Eier. Kein einziges. Also weniger als Adolf Hitler. Sorry…

„… I come from a land down under
Where beer does flow and men chunder
Can’t you hear, can’t you hear the thunder
You better run, you better take cover…“

Für den Rest der insgesamt acht Bestandteile werde ich mich jetzt einfach ans Originalrezept halten. Das sollte dann mengenmäßig irgendwie passen. Hoffe ich…

Und den Fettfleck auf der gestern geöffneten, exklusiven, azoranischen Brum-Flasche, von der es ein Gläschen zum Dessert geben wird, ignoriere ich ab jetzt einfach mal. Die Teigschüssel war doch ein wenig überfüllt…

 

Dieses Video setzt dem heutigen Küchenwahn dann noch das Sahnehäubchen auf. Mein Gott – ist das erst eine Generation her?! Also vor mir. Also praktisch drei Generationen für ein Neugeborenes. Egal!

„Ein Mann will täglich aufs Neue gewonnen sein! Das haben wir Männer so an uns, das sind wir gewöhnt, und das wollen wir dann so haben“ Klar… Kriegt ihr ja auch. Schließlich hatte der Gatte das Gilmore-Rezept ausgesucht. Wer bin ich denn, mich ihm zu widersetzen?! „Es macht Spaß zuzusehen – denn: Backen macht Freude!“

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„So. Jetzt aber Tempo! Bald wird Peter da sein! Mit einem Bärenhunger!“ Gottlob hat bei uns Max „einen Bärenhunger“. Dem bringe ich morgen die Ausstechreste mit. Viel zu lecker zum Entsorgen.

„Wir wissen ja: Eine Frau hat zwei Lebensfragen: ‚Was soll ich anziehen?‘ und ‚Was soll ich kochen?'“

Was ich anziehen soll, war nicht so wichtig, als ich am Freitag ein wenig mit Schwarzwurzeln experimentierte. Das Ergebnis meiner Experimente wird ebenfalls im Weihnachtsmenue landen. 

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„Es ist erstaunlich, was ein Mann alles essen kann, wenn er verheiratet ist!“ Zum Beispiel auch die Vitelotte-Gnocchi mit Stilton Sauce und Rucola von gestern. Wieso bin ich eigentlich vorher niemals auf die Idee gekommen, aus Vitelotte Gnocchi herzustellen?!

Das war einfach genial. Vor allem in Kombination mit dem Stilton. Diesmal habe ich die Kartoffeln nicht gekocht, sondern im Ofen gegart. Dadurch waren sie deutlich trockener. Der Teig war wunderbar in seiner Konsistenz, toll zu formen, total unklebrig.

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Vitelotte-Gnocchi
Zutaten (für zwei Hauptspeisenportionen):
600 g Vitelotte
Salz
Muskat
20 g Butter
30 g Speisestärke
20 g Hartweizengrieß
2 Eigelb
Zubereitung:
Kartoffeln gewaschen und ungeschält auf ein Backblech legen. Im Ofen bei 150 Grad Umluft ca. 1:10 Stunden garen.
Kartoffeln ausdämpfen lassen und noch warm pellen. Kartoffeln durch die Presse in eine Schüssel drücken, mit Salz und Muskat würzen.
Butter schmelzen lassen, dann mit Stärke, Grieß und Eigelben unter die Kartoffeln rühren. Kartoffelmasse mit den Händen zu einem geschmeidigen Teig verarbeiten, Gnocchi formen und mit einer Gabel leicht andrücken.
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Jetzt würde ich ja gerne noch an Peter Gilmores „Dark chocolate top disc“ gehen, aber dazu muss ich erstmal im HWR nach Schokoladenresten suchen. Ich mach‘ das dann mal, denn: „Kuchen macht uns Männer sanft und verträglich.“ Falls das auch für Frauen gilt, wäre das perfekt fürs Weihnachtsdessert. Sanftheit und Verträglichkeit könnten selbst ein Familienessen retten. Vielleicht…

5 Kommentare

    1. legendär auch der abend mit meiner damaligen mitbewohnerin, an dem wir uns zu den klängen von midnight oil mit aldi-jagdbitter (war das billigste damals… :D), tüten-kartoffelpüree und zwei dosen thunfisch hingerichtet haben. nur mal so am rande zum thema „meine lebenserfahrungen mit australien“ 😀

    1. ja. in der tat. über diese möglichkeit habe ich auch schon nachgedacht 😀
      hast du das youtube-video mit dem meister gesehen? schon erschreckend, wie beim „blubb“ der eigene speichelfluss einsetzt, oder? ^^

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