Blue skies over 55118

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Zumindest das Ende der Arbeitswoche war direkt hübsch. Alles davor war einfach nur zum Vergessen / Verdrängen / Indietonnekloppen. Seltsame erste Arbeitswoche des Jahres… Eine große Anzahl von Leuten hat es offensichtlich mühelos geschafft, die vor- und weihnachtlichen Aggressionen unbeschadet ins Neue Jahr hinüberzuretten.

Währenddessen habe ich es bislang nicht geschafft, den Weihnachtsbaum abzuschmücken und an die Straße zu stellen. Morgen früh wird er abgeholt. Natürlich nur, falls er dann da steht.

Ich sach mal: „Wir schaffen das!“

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Die abendliche Festbeleuchtung wird mir irgendwie fehlen. Jaaaa… Ich weiß… Der Baum sollte eigentlich seit zwei Tagen weg sein, aber ich bringe es nicht so recht übers Herz. Da ist bislang noch nicht eine Nadel gefallen. Der arme, brave Baum.

Vielleicht klammere ich mich auch nur so verzweifelt an ihn, weil ich weiß, was danach kommt. Die unvermeidliche Fassenacht. Die ersten beiden Kolleginnen sind heute Abend bereits auf Sitzungen. Wenn mich echt was an Mainz stört, dann isses dieser Unsinn.

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Farblich ähnlich – nur ohne blau – ist der Mangold aus dem Hochbeet. Dank des überaus harmlosen Winters wächst der nämlich nach wie vor gutgelaut vor sich hin. Und da das Ottolenghi-Kochbuch gerade noch so rumlag, blätterte ich es mal auf der Suche nach Mangold durch.

Der „Mangoldkuchen mit Kräutern“ machte einen außerordentlich guten Eindruck, zumal die zweite Hauptzutat – Staudensellerie – ebenfalls noch reichlich hinterm Haus vorhanden ist. Die Kombination ist super, der Kuchen köstlich.

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Mangoldkuchen mit Kräutern
(aus: „Jerusalem“ von Yotam Ottolenghi & Sami Tamimi)
Zutaten (für vier Portionen):
2 EL Olivenoel, plus Olivenoel zum Bestreichen
1 große Zwiebel, gewürfelt
500 g Mangold, Stiele und Blätter getrennt in schmale Streifen geschnitten
150 g Stangensellerie, in dünne Scheiben geschnitten
50 g Frühlingszwiebeln, gehackt
50 g Rucola
30 g glatte Petersilie, gehackt
30 g Minze, gehackt
20 g Dill, gehackt
120 g Anari-Käse oder Ricotta, zerkrümelt
100 g reifer Cheddar, gerieben
60 g Feta, zerkrümelt
abgeriebene Schale einer Bio-Zitrone
2 Eier
1/3 TL Salz
1/2 TL grob gemahlener Pfeffer
1/2 TL Zucker
250 g Filoteig
Zubereitung:
Den Backofen auf 200°C vorheizen.
In einer großen, hohen Pfanne zwei Esslöffel Olivenoel erhitzen und darin die Zwiebel acht Minuten bei mittlerer Hitze glasig anschwitzen. Mangoldstiele und Sellerie hinzufügen und vier Minuten unter gelegentlichem Rühren braten. Die Mangoldblätter dazugeben und weitere vier Minuten bei mittlerer bis starker Hitze zusammenfallen lassen. Frühlingszwiebeln, Rucola und Kräuter hinzufügen und zwei Minuten mitgaren. Den Pfanneninhalt in einem Sieb abkühlen lassen.
Die Mangoldmischung gut ausdrücken und in einer Schüssel mit den drei Käsesorten, Zitronenschale, Eiern, Salz, Pfeffer und Zucker vermengen.
Ein Filo-Teigblatt (es sollte so groß sein, dass man den Boden und Rand einer ofenfesten Form mit 22 Zentimetern Durchmesser damit auskleiden kann und noch etwas Teig überhängt) auf der Arbeitsfläche ausbreiten und mit Olivenoel bepinseln. Ein zweites Teigblatt darauflegen und ebenfalls mit Oel bestreichen. Auf diese Weise fünf Teigblätter aufeinanderschichten. Eine ofenfeste Form damit auskleiden, die Kräutermischung auf dem Bodenverteilen. Überstehenden Teig zurückschneiden und nach innen umklappen.
Erneut fünf Teigblätter mit Oel bepinseln, aufeinanderschichten und auf die Füllung legen. Den Teig etwas zusammendrücken, sodass eine unebene Oberfläche entsteht. Überstehenden Teig wegschneiden, die Teigränder gut zusammendrücken. Den Kuchen großzügig mit Oel bestreichen, 40 Minuten goldbraun backen und warm oder mit Zimmertemperatur servieren.
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Hat jetzt auf dem Tellerfoto so ein wenig einen schicken „Aufgeplatzter Fernsehsessel“-Look. Das tut der Sache aber geschmacklich keinen Abbruch. Und im Ottolenghi sind noch mehr Mangoldrezepte. Und im Garten steht noch mehr Mangold. Juhuuuu! Das Kochbuch, das ich von der Lieblingskollegin vor zwei Jahren zu Weihnachten geschenkt bekommen habe, hat mich bislang noch nicht enttäuscht. Fünf Rezepte sind getestet. Alle fünf haben restlos überzeugt.

Für morgen ist allerdings etwas ganz anderes geplant. In der Küche steht ein „Strauß bunter Rehinnereien“ von unserem Jäger. Leber, Nieren, Herz. Jetzt bin ich ja nicht so wahnsinnig versessen auf Derartiges. Leber ist o.k., Nieren eher „gulp!“, das Herz reizt meine Experimentierfreude. 

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Die Leber werde ich morgen allein testen. Die darf sich für mich in den Winterportulak legen. Wahrscheinlich anlässlich einer Schaumparty mit Kartoffeln. Übermorgen sitzt dann der Gatte wieder mit am Tisch. Da riskiere ich den Rest der blutigen Tüte. So ein Herz als „Welcome back“-Essen ist ja ganz passend irgendwie.

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