Let it grow, let it grow, let it grow!

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Die letzten beiden Tage standen im Zeichen der Vernichtung des Bösen. Das Böse hat viele Namen: Löwenzahn, Vogelmiere, Distel. Und an Stellen, an denen es nicht hingehört, auch Gras. Wir haben es zurückgedrängt. Der Krieg ist noch nicht gewonnen, aber immerhin sämtliche Schlachten der vergangenen Tage.

Es wurde in den Staudenbeeten vernichtend geschlagen und durch – na, was wohl…?! – Stauden ersetzt. So ordentlich sah es bei uns selten aus. Dieser Meinung waren wir am Abend geschlossen. Gras – Kantenstein – kein Gras, aber Erde und Blühpflanzen. Klingt einfach, isses aber nicht.

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Weiterhin wurden die Kartoffeln endlich gesetzt. Dabei fielen aus den mittlerweile deutlich zu kleinen Töpfen die ersten Knollen heraus. Fünf Bamberger Hörnchen und drei Rosara. Für die denke ich mir noch einen glanzvollen Auftritt als erste Kartoffelernte 2016 aus.

Von den fünf Hochbeeten sind jetzt vier bepflanzbar. Und wurden auch größtenteils bepflanzt. Zu dem von Beet 4 nach Beet 5  transplantierten Mangold gesellten sich die Nachzuchten aus Küchenabfällen (namentlich Fenchel und Staudensellerie) und drei Reihen Möhren.

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Das Frühbeet erweist sich bislang als gute Anschaffung. Blöd nur, dass die Zucchini darin bereits erste Blüten ansetzen, obwohl es noch eine Weile dauern wird, bis ich sie sicher nach draußen pflanzen kann. Klassischer Fall von Übermotivation. Meinerseits. Einfach zu früh durchgestartet.

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Egal. Wird schon…

Weiterhin gibt es eine erfreuliche Ansage zu machen. Nachdem es schrecklich war, tagelang auf das Erdloch zu starren, das der Weinbergpfirsich im Rasen hinterlassen hatte, kamen wir per Zufall zu einer Nachfolgerin. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass sich das Bäumchen uns ausgesucht hat – und nicht umgekehrt. Es war jedenfalls Baumliebe auf den ersten Blick.

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Es stand abseits der Äpfel, Birnen, Kirschen und Pflaumen rum, und wir waren gleich hin und weg. Eine Runde durch die Gärtnerei ließ mich zwar kurz noch mal mit Reineclauden liebäugeln, aber des Gatten Entschluss stand fest: Unser Baum steht da vorne! Ein Gespräch mit „dem Chef“ brachte uns einen Freundschaftspreis ein.

Und da er wirklich total hübsch und eigentlich auch das Richtige für uns war, landete er schließlich im überfüllten Auto und fuhr mit uns nach Hause. Benedicte ist angeblich ziemlich kräuselkrankheitsresistent. Wir werden sehen…

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Damit sie ordentlich anwachsen kann, beschloss ich, gleich einen Baumpfahl zu besorgen und machte mich auf Richtung OBI. Verheerende Kollateralkäufe wurden durch die Tatsache verhindert, dass es eine Aktion mit 15% Nachlass auf alle Einkäufe ab 100,- Euro gab. Der Parkplatz wirkte wie Mailand im Berufsverkehr.

Ich parkte also ein Stück die Straße rauf, kaufte brav nur den Pfosten und machte mich auf den Heimweg. Der Chef pflockte das Bäumchen an. Schön isses! Und ich muss nicht ständig traurig sein beim Blick von der Terrasse.

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Nach getaner Arbeit gab es – dank des neuen Nudelaufsatzes – gleich nochmal Pasta. Um genau zu sein: Basilikumpasta. Ich hab‘ dann auch jetzt den perfekten Pastateig gefunden:

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PASTATEIG MIT KRÄUTERN
Zutaten (für 4 Portionen):
300 g italienische Pastateigmehlmischung (sprich: 200 g Mehl Type 00 und 100 g Hartweizengrieß)
2 Eier (eher S oder M als L)
eine gute Handvoll der entsprechenden Kräuter
Salz, Pfeffer
Olivenoel
evtl. Wasser
Zubereitung:
Mehl in eine Schüssel geben. Eier mit den Kräutern und einem Schuss Oel pürieren. Alles plus Salz und Pfeffer zum Mehl in die Schüssel geben.
Ordentlich durchkneten. Eventuell Wasser – nach Bedarf – zugeben.
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Das habe ich jetzt mit Bärlauch und Basilikum getestet. Und mit der Tintenfischtinte. Klappt bestens. Dabei werde ich bis zum Ende meines Lebens bleiben. Außer wenn ich eierlose Pasta herstellen will.

Dazu gab es Tomatensoße und auf der Hautseite gebratenen Lachs. Genial, schnell, einfach – nach einem harten Gartentag.

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Heute wird es die Reste des Nudelteigs zu seit dem frühen Nachmittag schmorenden Schweinebäckchen geben. Aus dem, was außer den Bäckchen noch im Schmortopf ist, schmurgele ich gleich ein Sößchen ein. Wem das nicht schmeckt, der ist selbst schuld. Pah!

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Und so nähert sich eine wundervolle Urlaubswoche ihrem Ende. Morgen geht es wieder kopfüber zurück in die Tretmühle. Ich persönlich hätte ja lieber permanent dreckige Fingernägel als Kundentelefonate. Aber wer fragt mich schon?!

6 Kommentare

  1. Dein schlechter Einfluss reicht sehr weit.
    Unser Anzuchtbeet besteht zwar nur aus ein paar Eierkartons, aber wir suchen jetzt Töpfe für 5 Gurken, 1 Zucchini, 6 Tomaten und diverse Pflücksalate. Erdbeeren und Kräuter werden umgesiedelt.
    Hilft ja nix. Schmeckt einfach am besten, wenn man es selbst erntet.
    (heute: (gekaufte)Nudeln mit Bärlauchpesto. Mjam)

    1. die fehlenden töpfe habe ich übrigens auf dem nahegelegenen friedhof „sichergestellt“. da liegen um diese jahreszeit massenhaft entsorgte plastiktöpfchen im eimer neben dem grünabfall.
      ich finde ja, dass sich tomaten am meisten lohnen – zumindest von den sachen, die wir bislang in den letzten jahres ausprobiert haben. da ist auch geschmacklich der größte unterschied zu den gekauften. und bei erdbeeren natürlich auch.
      meine größte enttäuschung war rosenkohl. braucht platz ohne ende und die ernte ist safür recht überschaulich. zumal ich ehrlich gesagt geschmacklich kaum einen unterschied feststellen konnte. bei grünkohl ist das schon etwas anderes.
      was übrigens auch super ist, und einen stammplatz hat, ist staudensellerie. den brauche ich ständig für suppen, soßen u.ä. und im letzten jahr hatte ich aus zwei abfallresten genug ertrag für unseren und teilweise sogar den haushalt der lieblingsnachbarin 😀

    1. meine schwester steht auch auf pflücksalat. wir sind hier nicht so die salatesser… das bißchen rucola und die paar wildkräuter decken unseren bedarf. der letztjährige salatversuch endete im vergammeln im beet… 😀

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