Ausgenudelt!

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„Es gibt Reis, Baby!“ Bevor der Gatte die penetrante Nudelei der vergangenen Tage komplett satt hat, habe ich mich für ein kleines Zwischengericht mit Reis entschieden. Für eins, das zufällig mein Lieblingsessen ist, aber das tut ja hier nix zur Sache. Immerhin gibt es dazu traditionell Reis. Und keine Nudeln. Böse Nudeln! Aus!!! Sitz!!! Platz!!!

Jedenfalls gibt es heute gefüllte Paprika. Um genau zu sein gefüllte Minipaprika. Die gab es vor gar nicht allzu langer Zeit schon einmal. Als Premiere in dieser Größe. Gelungener Versuch.

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Da ich aber – wie ich eben feststellen musste – mein absolutes Lieblingsessen seit Kindertagen („Mama… Als du klein warst… Gab es da noch Dinosaurier?“) zwar ständig wieder gekocht, aber noch niemals ordentlich verrezeptet habe, ist das dann wohl jetzt fällig. Wenn auch schwierig bei Sachen, für die man selbst seit Jahrhunderten (respektive seit der Frühsteinzeit) kein Rezept mehr braucht.

Ich versuche es trotzdem mal.

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GEFÜLLTE PAPRIKA
Zutaten (für mehrere Portionen – je nach Suchtverhalten):
600 g Minipaprika
1500 g Hackfleisch halb und halb
2 Schalotten
Olivenoel
3 Eier
Salz, Pfeffer
2 Scheiben Toast
Paniermehl (nach Bedarf und Größe der Eier)
Senf (zwei EL?)
frische Blattpetersilie
400 ml Rinderfond (oder Gemüsefond)
Reis (Menge nach Anzahl der Esser)
Curry
Nochmals Salz & Pfeffer
Zubereitung:
Zuerst der handwerklich anspruchsvolle Teil: Paprika entdeckeln und von den weißen Stegen im Inneren befreien. Deckel und drei oder vier zu klein geratene Paprika in Würfelchen schneiden. Blattpetersilie hacken.
Jetzt der Spaßteil: Schalotten anschwitzen (nicht bräunen) und zum Hackfleisch geben. Eier, Gewürze, Senf, Toast, Paniermehl und gehackte Petersilie unterkneten. Hackfleischmasse in die Paprikaschoten füllen. Keine Panik! Da bleibt Hackfleisch übrig. Das muss so. Aus dem restlichen Hackfleisch Frikadellen formen und nebenbei braten. Bei mir wurden daraus 14 mittelgroße Frikadellen.

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Gefüllte Schoten in einen Topf geben (möglichst passgenau, aber aufrecht stehend) und in etwas Oel kurz anbraten. Röststoffe erwünscht. Paprikawürfelchen mit anbräunen. Mit dem Fond ablöschen. Deckel drauf und bei reduzierter Hitze köcheln lassen, bis der Eindruck entsteht, die Füllung könnte jetzt durch sein. Decke abheben.
Reis garen. Gefüllte Schoten aus dem Topf nehmen und warm stellen. Brühe mit den Paprikawürfeln eventuell noch etwas einköcheln. Reis in den Topf geben, mit den Paprikawürfeln mischen und kräftig mit Curry (für mich muss das bei diesem Gericht traditionellerweise „Goldelefant“ sein). Salzen, pfeffern, servieren.
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Damit hier gleich klar ist, was ohnehin klar ist: Das sind gekaufte Paprika. Und ich bin mir nicht sicher, aber ich fürchte, es wird für den Rest des Jahres dabei bleiben. Meine eigenen kommen nämlich irgendwie nicht richtig in die Gänge. Faules Gesocks!

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Ungefähr so weit entfernt von Ernte wie Erdogan von Demokratie. Oder Böhmermann von Rilke. Aber egal. Das ist ein anderes Thema. Vielleicht komme ich bei Gelegenheit noch einmal darauf zurück. Jetzt fehlt mir gerade die Zeit für die Ausführlichkeit, in der ich es gerne behandeln würde. Das Thema.

Jetzt gibt es nur noch ein Foto vom fertigen Teller. Muss reichen für heute.

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