„Do you know the enemy?!“

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„… Do you know your enemy?
Well, gotta know the enemy, ro-hey!“ – Green Day

Ich bin ja jetzt nicht so der totale Green-Day-Fan, aber irgendwie fiel mir dieser Song heute als erstes beim Mit-der-Schere-Vogelmiere-Ernten ein. Den Feind zu kennen, hilft ja immer enorm dabei, ihn zu bekämpfen. Und wodurch kann man den Feind besser kennenlernen als dadurch, ihn aufzuessen?! Eben!

Die Vogelmiere an sich ist ja jetzt nicht das schlimmste Unkraut in unserem Garten. Sie wuchert zwar, aber wurzelt harmlos. Schwupp – weg! Beim Zupfen fand der Gatte letzthin schon, dass sie irgendwie nach Pesto riecht.

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Pesto wird es sicher auch noch geben. Vogelmierenmangel herrscht ja hier gerade nicht. Aber heute entschied ich mich für eine Art Salsa von der Vogelmiere.

„Violence is an energy
Against the enemy
Well, violence is an energy, ro-hey!“

Und dazu Pasta. Und Pilze. Um genau zu sein: Samthauben. Ich habe nämlich endlich mal wieder ein Kästchen erbeutet.

Zur Pasta: Beim letzten Italiener-Einkauf nahm ich Kastanienmehl mit. Irgendwie war ich in letzter Zeit mehrfach über Rezepte gestolpert, in denen das vorkam. Als ich es endlich auftrieb, musste es in den Wagen. Nach ein wenig Recherche entschied ich mich für Spaghetti di Castagne. Gab ja immerhin schon seit zwei Tagen keine Nudeln mehr…

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Problem: Die Kastanienspaghetti sehen dermaßen gesund aus, dass man schon fast keine Lust mehr hat, sie zu essen. Ich hoffte, sie würden durch das Kochen etwas ausbleichen. Und ich hatte ja auch noch die Vogelmiere. Schreiend grün. Und notfalls auch noch Tomaten.

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Aus den Pilzen (auch braun… grrrr…) köchelte ich eine nette Gesellschaft für die Nudeln. Sozusagen zum Drinwälzen. Angebraten mit Schalottenwürfelchen, abgelöscht mit Rinderbrühe, aufgegossen mit etwas Sahne. Salz, Pfeffer, Petersilie.

Nun zu den Nudeln:

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SPAGHETTI DI CASTAGNIACCIO
Zutaten:
130 g Kastanienmehl
130 g doppelgriffiges Mehl
1 EL Oel
2 Eier
1/2 TL Salz
Zubereitung:
Mehle und Salz mischen, eine Mulde hineindrücken, Eier hineinschlagen, Oel zugeben. Erst mit einem Löffel aufrühren, dann mit den Händen zu einem Nudelteig verkneten.
Eine halbe Stunde bei Zimmertemperatur ruhen lassen. Anschließend Nudeln herstellen.
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Nun zur Salsa – oder wie auch immer man die Vogelmierenbeilage nennen mag:

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VOGELMIERENSALSA
Zutaten:
eine gute Handvoll Vogelmiere
Saft einer Zitrone
Salz, Pfeffer
Olivenoel nach Bedarf
etwas Honig (hier: Tannenspitzenhonig)
Zubereitung:
Alle Zutaten in einen hohen Pürierbecher geben und kräftig aufmixen.
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„Bringing on the fury
The infantry
Revolt against the honor to obey
Overthrow the effigy
The vast majority
Well, burning down the foreman of control“

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Ich sag’s ungern, aber ich sag’s: Der Feind schmeckt ausgezeichnet. Und die gesund aussehenden Kastaniennudeln auch. Erschreckend! Vielleicht sollte ich mir ein Vogelmierenbeet zulegen?!

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