„Well, the actual condition of my mind…

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… Is elusive as the answers that I find
I keep going through transition, from doubt to indecision
It’s the actual condition of my mind…“ – Hüsker Dü

Dank des Schicksals (zugegebenermaßen eines Arschlochschicksals…) hatte ich heute einen freien Tag. Wer bin ich schon, dass ich das nicht zumindest ein wenig toll fände?! Gestern dachte ich noch, ich würde den Tag auf keinen Fall überleben. Heute hat sich das – wie schon so oft – irgendwie relativiert.

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Nett, dass sich ausgerechnet heute die Tulpen solidarisch mit mir erklärten. Die freundlichen Minitulpen blühten exakt zum persönlichen Weltuntergang. Ich mag jetzt nicht in die Details gehen, aber soviel sei gesagt: Man kann ja prinzipiell mit allem möglichen klar kommen. Egal… Zu den Mispeln.

„… Well, the actual condition of my soul
Sometimes feels like being sucked into a hole
Well, I’ve come to this position, regardless of religion
It’s the actual condition of my soul, my soul…“

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Das Unbekannte ist ja oft ‚just around the corner‘. Und meistens ein Gewinn. Das nur mal so am Rande in Richtung von Storch und Petry. Ich finde es übrigens super, dass in von Storch mal wieder die innere Hässlichkeit einen Weg nach draußen gefunden hat. Diese stechenden Augen. Diese Schmallippigkeit. Diese Genussverachtung – um was auch immer es geht. Bedauerliche Menschen. Was muss das für ein Leben sein – bis zu den Knien im Hass?!

Ich komme wieder vom Thema ab. Mispeln! Zurück zu den Mispeln! Da mir ja heute die Zeit gegönnt war, mich mit ihnen intensiv auseinanderzusetzen, nutzte ich diese Zeit natürlich. Für alle, die diese Früchte nicht kennen: Ich habe sie nicht geschält. Ich habe sie halbiert, die wunderschönen Kerne – und die Haut, die sie umgibt – entfernt. Und dann geschnippelt.

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Die Kerne haben mich echt begeistert. Wenn ich nicht wüsste, dass sie wahrscheinlich schrumpeln werden, hätte ich mir ein paar in die Jackentasche gesteckt. Als Handschmeichler. So glatt und angenehm! So habe ich halt die drei schönsten zurückbehalten und in Töpfe versenkt. Mal sehen, ob das was wird.

Mit dem essbaren Rest der Mispeln habe ich mich an dieses Rezept hier gehalten: „Bolo de Nesperas“. Da ich die ganze Zeit über den Bolo de Ananás auf den Azoren im Kopf hatte, gab ich ein paar dünne Scheibchen Mispeln in die Förmchen, bevor ich den Teig hinein gab.

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Mit der Hälfte der Rezeptmenge ergab das am Ende etwa zehn Dariolförmchen voll. Und der Bolo ist köstlich! Saftig, süß-sauer, mjam! Die übrig gebliebenen Mispeln schnippelte ich in kleine Stücke und kochte sie mit etwas Wasser, Gelierzucker und einem Schuss Grand Manier ein.

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Hier nochmal kurz meine Mengen:

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BOLO DE NESPERAS
Zutaten:  
250 g plus etwa fünf entkernte Mispeln
2 Eier
100 g Zucker
100 g Mehl
1 TL Backpulver
1 EL Milch
3 EL gutes Olivenoel
Zubereitung:
Mispeln waschen, halbieren, Kerne entfernen, fein würfeln. Die fünf Extramispeln in dünne Scheibchen schneiden.
Eier mit dem Zucker schaumig aufschlagen. Restliche Zutaten unterrühren. Mispelwürfelchen unterheben.
Zehn Dariolformen fetten, dünne Mispelscheiben auf den Boden geben. Teig darauf gießen.
Bei 180°C Ober-/Unterhitze etwas 25 bis 30 Minuten abbacken. Vor dem Servieren stürzen.
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Gestürzt wurde natürlich in azoranische Cerâmica-Vieira-Schüsselchen. Was portugiesisch ist, muss auch portugiesich bleiben! Die Mispelspielchen des heutigen Tages waren sehr interessant. Ich finde es ja immer toll, etwas Neues auszuprobieren. Die Mispeln haben mich echt überzeugt. Die liegen irgendwo zwischen Birne und Aprikose-in-sauer.

„… The actual condition of my heart
Feels like two hands that are ripping it apart
I keep losing definition but still I keep on wishin‘
It’s the actual condition of my heart.“

2 Kommentare

    1. schon irgendwie ein gau – aber wie das mit gaus so ist… am ende hat man sie überlebt und „beißt“ sich durch. auch nach zahnarztterminen mit niederschmetterndem resultat. ich weiß jetzt immerhin, dass mein erster kieferorthopäde, der das alles verkackt hat, noch lebt. was ich noch nicht genau weiß, ist, wie lange noch… *harhar*

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